„SCHLINGENSIEF – IN DAS SCHWEIGEN HINEINSCHREIEN“: EIN DOKUMENTARFILM VON BETTINA BÖHLER

Veröffentlicht am Autor Nachlass Christoph Schlingensief

„Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“ von Bettina Böhler feierte im  Panorama der Berlinale 2020 Uraufführung. Der Dokumentarfilm versucht, den 2010 verstorbenen Ausnahmekünstler Christoph Schlingensief in seiner ganzen Bandbreite zu dokumentieren.

Am 20. August startet „SCHLINGENSIEF – In das Schweigen hineinschreien“ im Kino. Zum Kinostart sind Vorführungen mit Gästen, Veranstaltungen und Retrospektiven geplant. Unter anderem werden auch Schlingensiefs eigene Filme zu sehen sein. Hier finden Sie immer aktuell die Termine (weitere folgen in Kürze – der Kalender wird laufend aktualisiert):

Mit seinen „Heimatfilmen“, seinen Aktionen und Interventionen in Theater, Fernsehen, Oper und Kunst hat der Regisseur Christoph Schlingensief über zwei Jahrzehnte den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland mitgeprägt.

„SCHLINGENSIEF – In das Schweigen hineinschreien“ von Bettina Böhler unternimmt als erster Film den Versuch, den Ausnahmekünstler Schlingensief, der 2010 im Alter von nur 49 Jahren verstarb, in seiner ganzen Bandbreite zu dokumentieren.

 

 

Der Fokus des Films ist Schlingensiefs Auseinandersetzung mit Deutschland. Sein Verhältnis zu diesem Land war sehr widersprüchlich: einerseits verspürte er eine Verbundenheit mit den Menschen und Orten seiner Herkunft, seiner Kernfamilie und so etwas wie „Heimat“, andererseits rebellierte er gegen sie – auch gegen den Kleinbürger in sich selbst – und provozierte bis hin zur Forderung „Tötet Helmut Kohl“ auf der documenta X 1997. Dass er 2004, am deutschesten Ort der Hochkultur, in Bayreuth Wagners Erlöser-Oper „Parsifal“ inszenieren durfte, und später die Einladung erhielt, den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig zu gestalten, erfüllte ihn auch mit Stolz, weil er erkannte, dass die Hassliebe zu seinem Land doch noch mit Anerkennung erwidert wurde.

Es ist ein Montage-Film der Editorin Bettina Böhler, die zwei der wichtigsten Filme von Christoph Schlingensief, TERROR 2000 und DIE 120 TAGE VON BOTTROP geschnitten hat. Ihr Film besteht aus sehr umfänglichem Archivmaterial aus vier Jahrzehnten: Ausschnitte aus seinen Spielfilmen, Theateraufzeichnungen, Aktionen, Fernsehproduktionen, Privataufnahmen und Auftritte in Talkshows. Erzähler ist Schlingensief selbst. Das Mittel der Montage, Überlagerung von Bildern, Texten und Inhalten, war ein Kernelement seines gesamten Werkes.

 

SCHLINGENSIEF – IN DAS SCHWEIGEN HINEINSCHREIEN
SCHLINGENSIEF – IN DAS SCHWEIGEN HINEINSCHREIEN

 

 

Credits:

Regie
Bettina Böhler
Mit
Christoph Schlingensief, Margit Carstensen, Irm Hermann, Volker Spengler, Alfred Edel, Udo Kier, Sophie Rois, Bernhard Schütz, Kerstin Grassmann, Helge Schneider, Dietrich Kuhlbrodt, Susanne Bredehöft, Tilda Swinton, Artur Albrecht, Achim von Paczenzky, Helga Stöwhase, Sebastian Rudolph und viele andere
Buch
Bettina Böhler
Dramaturgische Beratung
Angelina Maccarone
Montage
Bettina Böhler
Archivrecherche und Assistenz
Lydia Anemüller
Sound Design
Daniel Iribarren
Mischung
Adrian Baumeister
Redakteur*innen
Rolf Bergmann (rbb), Jutta Krug (WDR)
Produzent*innen
Frieder Schlaich, Irene von Alberti
Produktion
Filmgalerie 451
Koproduktion
Rundfunk Berlin-Brandenburg und Westdeutscher Rundfunk
Gefördert durch
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Medienboard Berlin-Brandenburg, Film- und Medienstiftung NRW, Deutscher Filmförderfonds