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Atta-Kunst
Das Deutsche Kettensägenmassaker (1990)

Die erste Stunde der Wiedervereinigung


"Kinotip der Woche!" Bild

"Ein riesiger Spass. Hart, laut, dreckig und ehrlich." ZEIT

"Die ganze Wahrheit über die deutsche Wieder- vereinigung. Sehenswert!" TAZ

"Mittlerweile zum Kultfilm avanciert. Eine Abrechnung mit Helmut Kohls Wiedervereinigung und eine gelungene Antwort auf die Langeweile des deutschen Films." Süddeutsche Zeitung

"Jetzt oder nie! Das richtige Geschenk zum 10. Jahrestag der Wiedervereinigung." Spiegel

"Alfred Edel, der beste Metzger seit Erfindung der Schlachtplatte." Konkret

"Wir sind das Volk! Von wegen! Ihr ward das Volk!" Helmut Kohl


INHALT

Im DEUTSCHEN KETTENSÄGENMASSAKER (1990) zeichnet Schlingensief die erste Stunde der Wiedervereinigung als ein nationales Schlachtfest nach. Die Nachricht von der Maueröffnung versetzt eine westdeutsche Metzgerfamilie in einen schier hemmungslosen Blutrausch. In einer verwahrlosten Hotelküche meuchelt sie ehemalige DDR-Bürger dahin.

Der Kommentator der Frankfurter Allgemeinen Zeitung meint zur Uraufführung: "Die chaotische Truppe parodiert mit nicht gerade feinsinnigen Mitteln die Hysterie der Horrorfilme, Motive aus Hitchcocks PSYCHO sind in grobschlächtigen Bildern nachgestellt. (...) Es ist eine chaotische Mischung aus Punk und Nonsens, die zu einem hämischen und gekonnt geschmacklosen Untergrundfilm angerührt wurde."

Das KETTENSÄGENMASSAKER ist eine kurzfristige Reaktion auf eine kurzfristige politische Entwicklung. Die rasenden Kamerafahrten, das im Hintergrund stets vernehmbare Geräusch einer Kettensäge und ihre effekthaschende Darbietung im konkreten Einsatz am Menschen, verwendet Schlingensief bewusst als Element des Trashs. Als solchen interpretiert der Film auch die deutsche Einheit, als bluttriefenden, kannibalistischen Akt der Einverleibung des Ostens durch den Westen.

Unter dem Titel "Von Menschen und Metzgern" schreibt Claudius Seidel im SPIEGEL: "Die Wut des Regisseurs treibt die Kettensägen an, seine Verzweiflung färbt die Bilder düster, und weil Schlingensief in seiner Raserei nicht zu bremsen ist, wird er manchmal auch zur Nervensäge. Der Mann ist ein Triebtäter, kein Theoretiker; er denkt in Bildern, nicht in Wörtern - und wer nach Symbolen und Metaphern sucht, wird sich an diesem Film verschlucken. Denn Schlingensief frisst die deutschen Bilder und Geschichten einfach in sich hinein, und folglich ist DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER weniger das Ergebnis eines Reflexions-, eher eines Verdauungsprozesses."



DATEN: Das deutsche Kettensägenmassaker
Die erste Stunde der Wiedervereinigung


BRD 1990, Farbe, 63 min.

Ein Film von Christoph Schlingensief. Buch und Regie: Christoph Schlingensief; Kamera: Christoph Schlingensief, Voxi Bärenklau; Schnitt: Ariane Traub; Ausstattung: Uli Hanisch; Ton: Eki Kuchenbecker; Regie-Assistenz: Udo Kier; Kamera-Assistenz: Ralf Malwitz; Günther Hablik; Schnitt-Assistenz: Thekla von Mülheim; Script: Artur Albrecht; Spezialeffekte: Thomas Göttemann; Licht: Francisco Larrin, Hans von Sonntag; Kostüme: Ariane Traub; Maske: Melanie Schumacher; Musik: Jacques Arr; Aufahmeleitung: Rüdiger Jordan; Melanie Schumacher, Dirk Piepenbring; Produktionsleitung: Christian Fürst

DARSTELLER: Clara KARINA FALLENSTEIN Ihr Mann SUSANNE BREDEH Ölivr Ihr Liebhaber ARTUR ALBRECHT Hank VOLKERSPENGLER Alfred ALFRED EDEL Brigitte BRIGITTE KAUSCH Dietrich DIETRICH KUHLBRODT Margit SUSANNE BREDEHÖFT Kurti REINALD SCHNELL Jonny UDO KIER Die Zöllner IRM HERMANN EVA MARIA KURZ INGRID RAGUSCHKE MIKE WIEDEMANN u.v.a.

Eine Produktion der DEM FILM in Co-Produktion mit der RHEWES FILMPRODUKTION GMBH




 



Weiterführende Texte zu Schlingensiefs Filmen

- Portrait Schlingensief - von Dietrich Kuhlbrodt, erschienen 1989 in EPD-Film
- Christoph Schlingensief - Cinegraph Filmlexikon bis 1989 mit Ergänzungen
- Über die Filme, das Theater und die Talkshow - Georg Seeßlen




Weitere Informationen

- Seeßlen Essay
- Kuhlbrodt Essay
- Cinegraph
- Filmographie


Externe Links

- Filmgalerie 451


Filmgalerie 451
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