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Hosea Dzingirai im Gespräch Fünfter Probenbericht
Fotos: Schnepf / Baltzer
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Atta-Kunst
Kunst als Gemüse. Theater A.L.S. Krankheit


1. Parsifal ist ins Licht gegangen. Parsifal ist tot. Es braucht kein Mitleid. Wir sind selbst Patienten. Wir sind reine Toren.

2. Der genaue Erkrankungsbeginn ist bei keinem Patienten der A.L.S. eindeutig feststellbar. Der Krankheitsprozeß beginnt lange Zeit vor dem Auftreten der ersten Symptome. Der Defekt liegt im genetischen Bauplan, der die Funktion der "Giftmüllentsorgung" in der Zelle wahrnimmt. Oft hat man als Patient das Gefühl, daß ein Zusammenhang zwischen einem bestimmten Ereignis und dem Ausbruch der Erkrankung besteht. Das ist menschlich verständlich. Die Zugabe von trophischen Faktoren an Rückenmarks-Nervenzellen IN KULTUR führt zu besserem Überleben und verstärktem Fasernwachstum. Es bestehen keine Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von A.L.S. und schwerer Arbeit, emotionalem Streß, zurückliegenden Verletzungen oder Operationen. Die Mutation liegt im Gen. Eine internationale Arbeitsgruppe bemüht sich jetzt darum, "transgene Mäuse" zu züchten, die das krankmachende menschliche Gen in ihrem Erbgut enthalten.

Allzu oft begegnet man der Einstellung "Da kann man gar nichts tun". Durch diese Äußerung geraten Betroffene und Angehörige in tiefe Resignation. Sie fühlen sich aufgegeben und verlieren ihren wichtigsten Aktivposten: den Mut und den Willen, den Kampf aufzunehmen.



Probenfoto aus "Kunst und Gemüse, A. Hipler" (Foto: Heike Schnepf)



3. Ein Ehepaar ist sehr spät nach Hause gekommen. Die Frau ist überrascht, als der Ehemann von ihrer Freundin schwärmt. Die Ehefrau ärgert sich und weist darauf hin, daß sie den Haushalt versorgen muß. Das Paar streitet und will sich trennen. Die Frau will ihren Mann halten, kauft sich neue Kleider, ändert die Frisur und hört auf zu arbeiten. Ein berühmter Künstler bemüht sich um sie. Der Ehemann gerät außer sich. Die Frau läßt sich mit dem Künstler ein und vernachlässigt ihre Arbeit. Die Frau kommt zurück und nimmt die Hausarbeit wieder auf. Der Ehemann merkt, was er an seiner Frau hat, beruhigt sich und küßt seine Frau. Der Künstler ist enttäuscht und malt ein Bild. Er muß feststellen: Von "heute auf morgen" kann viel geschehen.

4. "Ich habe mir immer das perfekte Kunstwerk so vorgestellt, als würde man drei unmögliche Sachen jonglieren: einen Elefanten, ein Bierglas und etwas Salz."

5. Bei Obst handelt es sich um krautige, wild wachsende oder kultivierte Gewächse. Sie haben eine wichtige Funktion für die Verdauung. Fraglich bleibt, ob Tomaten Obst und Rarbarer Gemüse sind. Wegen ihrem Gehalt an Mineralstoffen und ätherischen Ölen stellt Gemüse typische Beikost dar.

6. Tonal, atonal, total.

7. "Kunst und Gemüse, A. Hipler" ist die erste transkontinentale Regiearbeit des Simbabwers Hosea Dzingirai. Neue Musik, neue Kunst und junges Gemüse nach Motiven aus Schönbergs Oper. Mit Maria Baton, Andrea Erdin, Horst Gelonneck, Kerstin Grassmann, Marcel Duchamp, Bruce Naumann, Dieter Roth u.v.a. Dramaturgie: Angela Jansen, Künstlerische Mitarbeit: Park Yung Min.

8. Eine Christoph Schlingensief-Produktion. Premiere am 17. November 2004, Volksbühne Am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin.



Probenfoto aus "Kunst und Gemüse, A. Hipler" (Foto: Heike Schnepf)



Artikel- und Materialübersicht zu Kunst & Gemüse, A. Hipler

- "Deutsches Theater in Pariser Vorstädten" - Deutschlandradio vom 6.2.2006
- "Une pièce génialement bordélique de Schlingensief" - Libération, Paris
- "Découvrir Schlingensief" - Nouvelle Observateur, Paris
- "Ich ALS Ich" - Gespräch der "theatertreffen"-Zeitung mit Angela Jansen
- Unpolitisches Regietheater... - Der Donaukurier vom 21.05.2005
- Die Würde der Bewegungslosigkeit - Der Standard vom 27.12.2004
- "Mir geht es gut. Ich kann mich nur nicht bewegen." - Angela Jansen in BILD
- Im Auge des Theatersturms - Ein Augenzeugenbericht von Angela Jansen
- Kunst & Gemüse Bilderstrecke - Exklusive Eindrücke von Proben und Premiere
- "Der Feind im eigenen Körper" - ALS-Beitrag von Gerald Traufetter (SPIEGEL)
- "Ich bin noch lange nicht da, wo es nicht weiter geht" - STERN-Beitrag zur ALS
- "Darstellung ohne Schaustellung" - Begleitwort von Dr. Thomas Meyer, Charité
- "Kunst & Gemüse" Pressespiegel - Das schreibt die Presse zur Premiere
- Angela Jansen über "Kunst & Gemüse" - Exklusiv-Interview m. Angela Jansen
- "Ich bin nicht krank, ich kann mich nur nicht bewegen" - Biografie A. Jansen
- "Theater ALS Krankheit" - 6. Tagesbericht: die Krankheit des Theaters selbst
- "Mein lieber A.," - Ein Brief von Regisseur Hosea Dzingirai an A. Hipler
- Schlingensief und Jörg Immendorff gegen tödliche Nervenkrankheit ALS
- "Wir müssen den WIR-Begriff erweitern!" - Fünfter Probenbericht vom 12.11.
- "Alles Theater rund um die Wirklichkeit" - Vierter Probenbericht vom 11.11.
- "Theater hinterläßt – nichts" - Jean-Luc Godard über "Kunst und Gemüse"
- "Nachschublinien" - Dritter Tagesbericht v.d. Endproben zu "Kunst & Gemüse"
- "Reproduktion des Unproduzierten" - Martin Kippenberger im Gespräch
- "Agonie des Realen" - Zweiter Probenbericht aus dem Innern der Volksbühne
- Tonal, atonal, total - Erste Expressionen der "Kunst & Gemüse"-Endproben
- "Alles in Großaufnahme" - Kerstin Grassmann zur Arbeit mit Hosea Dzingirai
- "Er ist die Musik" - Christoph Schlingensief im Gespräch m. Peter Laudenbach
- Biografie Hosea Dzingirai - Profil des aus Simbabwe stammenden Regisseurs
- "Kunst der Geistestätigkeit" - Interview mit dem Regisseur Hosea Dzingirai
- "Eine Art von Selbstbefreiung" - Marcel Duchamp über seine Ready-Mades
- Biografie Marcel Duchamp - Ein Kurzportrait des Hipler-Mitwirkenden
- Was ist die ALS? I - Informationen zur Amyotrophen Lateral Sklerose (ALS)
- www.immendorff-stipendium.de - Forschungsarbeit zur ALS Krankheit
- www.schlingensief-als.de - Projektseite der Charité Berlin und C. Schlingensief
- www.als-charite.de - Grundlegende Informationen zu ALS (Charité Berlin)

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- Gastspiel 2006 in Paris


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KUNST UND GEMÜSE,
A. HIPLER


Präsentiert von der Volksbühne Am Rosa-Luxemburg-Platz

Regie: Hosea Dzingirai, Co-Regie: Park Yung Min, Buch: Angela Jansen

Darsteller: Karin Witt, Maria Baton, Kerstin Grassmann, Katharina Schlothauer, Christiane Tsoureas, Ulrike Bindert, Anna Warnecke, Andrea Erdin, Reami Rosignoli, Peter Müller, Horst Gelonneck, Maximilian von Mayenburg, Christian Roethrich, Arno Waschk und das Schöneberger Schönberg-Orchester e.V. , Mario, Babba, Winnie, Simon und King David

Eine Christoph-Schlingensief-
Produktion

Bühne: Thekla von Mülheim, Marc Bausback, Tobias Buser; Kostüm: Aino Laberenz; Video: Monika Böttcher; Videoassistenz: Heike Schnepf; zusätzliche Videos: Meika Dresenkamp, Robert Kummer; Musikalische Leitung: Uwe Altmann; Dramaturgie: Carl Hegemann; Dramaturgische Beratung: Henning Naß; Künstlerische Mitarbeit u. Internetredaktion: Jörg van der Horst; Licht: Torsten König; Ton: Wolfgang Urzendowsky; Regieassistenz: Sophia Simitzis; Kostümassistenz: Anne-Luise Vierling; Webdesign: Patrick Hilss; Inspizienz: Karin Bayer; Regiehospitanz: Sarah Bräuer, Hedi Pottag, Kai Krösche; Betreuung: Nathalie Noell

Mit besonderem Dank an: Dr. Thomas Meyer (Charité Berlin) und Jörg Immendorff


Premiere am 17.11.2004 im Großen Haus der Volksbühne Berlin





Externe Links

- Charité ALS-Seite

- Immendorf-Stipend.

- Schlingensief-ALS

- Volksbühne Berlin


Nachlass Christoph Schlingensief, Fehrbelliner Str. 56, 10119 Berlin Newsletter Kontakt Impressum Datenschutz