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Foto: Patrick Hilss
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Die WAGNER-RALLYE 2004


Nach Motiven von Alexander Kluge initiiert der Ober- hausener Regisseur im Rahmen der diesjährigen Ruhrfestspiele Recklinghausen vom 6. bis 8.5.2004 eine Autorundfahrt durch das Ruhrgebiet, die unter dem Titel Wagner-Rallye die prägenden Städte der Region anfahren möchte.


10 Personenkraftwagen à 2 Insassen waren dazu aufgerufen, ausgehend von Recklinghausen die Städte Bochum, Castrop-Rauxel, Dortmund, Gelsenkirchen, Gladbeck, Bottrop, Mülheim/Ruhr, Essen, Herne und Oberhausen anzufahren, um vor Ort Wissens- und Geschicklichkeitsaufgaben zu lösen, die sich mit der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft des Ruhrgebiets befassen.



Aktionsfoto von der WAGNER-RALLYE 2004 (Foto: Hilss)



Christoph Schlingensief: »Das Ruhrgebiet ist sehr speziell. Ich wollte immer etwas machen, dass seine Städte miteinander verbindet - deshalb die Rallye. Es ist kein Wettrennen, es geht nicht um Raserei. Es geht um regionale, soziale und auch triviale Inhalte, es ist eine Schnitzeljagd nach Synchronisation, nach den Teilen des großen Ganzen.«

Musikalisch wird die Rundfahrt von der Neuen Philharmonie NRW gestaltet. Des Weiteren sind diverse Musiken aus Opern Richard Wagners eingespielt worden, die über handelsübliche Lautsprecher von den Dächern der beteiligten Pkws ausgespielt werden sollen. Für Christoph Schlingensief, der in diesem Jahr die Bayreuther Festspiele mit seiner Inszenierung des »Parsifal« eröffnen wird, steht Wagner ebenso stellvertretend wie die zu befahrende Region für ein Stück Vergangenheit, ein Stück Gegenwart, ein maßgebliches Stück Zukunft Kulturdeutschlands. Ebenso wie die Fahrzeuge selbst soll das Werk Wagners in die Region ausstrahlen, ausströmen, um an zentralen Standorten wieder zusammen zu finden.



Franz Müntefering war Schirmherr der WAGNER-RALLYE (Foto: Hilss)



Wie sich die Ruhrfestspiele Recklinghausen von ihrem Ursprung her als Gegenpart der hochkulturellen Bayreuther Festspiele begreifen, will auch die Wagner-Rallye einen konträren Weg der kulturellen Vermittlung wählen. Es geht nicht um die Versammlung, die Zentralisation einer in sich geschlossenen Kultur-, hier Operngemeinde, sondern vielmehr um die Loslösung, das Ausschwärmen der Kultur in all jene Richtungen, in denen sie auf interessierte und begeisterte Menschen trifft. Für diese Dezentralisation steht das Ruhrgebiet, für diese Dezentralisation will die Wagner-Rallye stehen.

»Die Rallye zeigt, dass das alltägliche Leben, z.B. das Autofahren und die Oper enger zusammen hängen als man denkt. Das Instrument, der einzelne Klang, ist separiert genauso isoliert und dumpf wie der einzelne Mensch.«



Aktionsfoto von der WAGNER-RALLYE 2004 (Foto: Hilss)



Jeder der drei Veranstaltungstage beinhaltet einen Startort, einen Zwischenstopp und einen Zielort. Um die »Wagner-Rallye« einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen, sollen diese Stationen an zentralen Standorten innerhalb der anzufahrenden Städte liegen.

Die an der Wagner-Rallye teilnehmenden Fahrzeuge sind handelsübliche Personenkraftwagen. Die Straßen des Ruhrgebiets werden ebenso wenig wie die angestrebten Start-, Zwischen- und Zielstationen als Rennstrecke missbraucht. Die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung genießt oberste Priorität. Um Raserei und unbedachtes Fahren von vornherein auszuschließen, sind die Bundesautobahnen von der geplanten Route der Wagner-Rallye ausgenommen. Die einzelnen Standorte sind lediglich als Ab- bzw. Anfahrstellen von maßgeblicher Bedeutung für das Gelingen der Veranstaltung.

»Erst da, wo verschiedene Erfahrungen wieder aufeinander treffen, ergeben sich Harmonien und Möglichkeiten der Veränderung. Das ist angesichts einer zunehmenden Isolation und der Arbeitslosenzahlen in Gelsenkirchen oder Duisburg weniger sozialkitschig als es zunächst klingen mag.«



Aktionsfoto von der WAGNER-RALLYE 2004 (Foto: Hilss)



Die Rallyefahrer rüsten sich für die kommende Tagesetappe (Foto: Hilss)



Zusätzliches Material zur WAGNER-RALLYE 2004

- Wagner-Rallye Pressespiegel - Pressestimmen zur Wagner-Rallye 2004
- Bilderstrecke zur WAGNER-RALLYE 2004 - Fotogalerie zur Rallye
- WAGNER-RALLYE Trailer - Offizieller Trailer zur WAGNER-RALLYE 2004
- WAGNER-RALLYE Homepage - Rallye-Portal zur WAGNER-RALLYE 2004

Wagner-Rallye 2004
Ruhrfestspiele Recklinghausen

Regie: Christoph Schlingensief

Produktion: Christoph Amshoff; Dramaturgie/Presse: Jörg van der Horst; Ausstattung: Janina Audick; Musikalische Leitung: Max Knooth; Licht: Voxi Bärenklau; Video: Meika Dresenkamp; Technik: Marc Eisenschink; Web/Fotografie: Patrick Hilss; Produktionsassistenz: Myriam Bönninghausen, Sonja Füsti, Heike Schnepf; Ausstattungsassistenz Mirko Hinrichs

Mit: Eva Zander, Rudi Zander, Dietrich Kuhlbrodt, Brigitte Kuhlbrodt, Horst Gellonek, Heiko Düsterberg, Hans-Werner Olm, Rene Thaler

01.-09.05.2004





Zusatzmaterial

- Bilderstrecke
- Rallye-Trailer
- Team-Videos


Externe Links

- Rallye-Homepage


Verwandte Projekte

- Deutschlandsuche 99
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