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Foto: David Baltzer
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Atta-Kunst
Atta Atta - Die Kunst ist ausgebrochen!


Campingplatz - Schlingensief: "Und so ist es FÜR UNS ALLE eine überwältigende Erfahrung gewesen. So etwas hatten wir nicht erwartet. Es war wie im Rausch. Wir haben gemalt! Können sie sich das vorstellen? Mit Farben und Schallwellen! Ich kann es kaum beschreiben. Plötzlich war alles verschwunden. Kein Hindernis, kein Rückblick auf vergangene Kunst, sondern ein ganz privater Ausbruch. Wer das kritisierte, besaß nichts weiter als eine Lustkrise! Deshalb auch Varese, Henry, Rouge.... jawoll! Wir haben dann plötzlich den Zuschauer vergessen. Auf offener Bühne! Das war das tolle. Wir leben in Zelten und schauen auf uns! Die Städte haben andere erobert ! Wir erobern uns! Das ist das Glück! Das ist die neue Ewigkeit! Ewigkeit als Chance!" Campingplatz - Hausordnung: "Von der Welt der Intrige, zur Welt der Paranoia. Es trifft dich von vorne, im Hellen. Dunkel war gestern."


Campingplatz - Lageplan: Über die spezifischen Waffen der Kunst gibt es unendliche Kontroversen, auch darüber, ob Kunst überhaupt über Waffen verfügt. Ist nicht gerade waffenlose Wehrlosigkeit eins ihrer wichtigsten Merkmale, ist Kunst nicht eine Art von "Blödigkeit", wie Hölderlin vermutete? Hat Kunst einen klaren Rahmen, der es verbietet, etwa das Ereignis des 11. September als Kunst zu bezeichnen? Oder ist jede Kunst, der das Wort Kunst als Etikett angeklebt werden kann, schon keine Kunst mehr, sondern Kunstkacke? Gibt es eine spezifische Wirkung von Kunst? Kunst darf nicht instrumentalisiert werden, sie ist ihr eigener Zweck und lebt von ihrer Unabhängigkeit, nichts steht über ihr, kein moralisches, auch kein ästhetisches Gesetz, nicht mal das Grundgesetz. Schlingensiefs neue Versuchsanordnung in der Volksbühne zitiert die Kunst auf einen Campingplatz. Dort, im flüchtigen, leicht zerstörbaren Raum, sind sie alle versammelt: die Aktionisten, Heimatvertriebenen, Perversen und Spinner, die ihre eigenen Gesetze machen und aus den Fesseln des Mediums herauswollen, auf der einen Seite. Und auf der andern Seite: die Eltern und der Kunstrichter.

Campingplatz - Weisheit: Bitte verlassen sie die Campingplatztoilette so, wie sie sie vorzufinden wünschen. - Ein Vergnügen für alle Säue, die sagen: ich lebe gerne im Schmutz. Ich liebe den Schmutz und die Scheiße. Wunderbar! Das verspreche ich doch gerne. Ich schmiere die Campingplatztoilette gerne ein, und verlasse sie, wie ich sie gerne hätte! (Mit diesem Satz, einmal ausgesprochen, ist die ökonomische Rationalität am Ende!)

Campingplatz - Sprache: Atta Atta. Taita Taita. AA-aa. Porta Potti.

Premiere am 23. Januar 2003 im Großen Haus.



Eindruck aus der "Atta Atta" Premierenaufführung (Foto: Baltzer)



Pressestimmen zu Atta Atta


Lustbetonte Kurzweiligkeit: Der Attaismus ist ausgebrochen - Kunst Kunst!" SPIEGEL ONLINE

"Herausragend !" TIP - Berlin

"Schlingensief schickt Irritationen durch viele Bühnenwindungen und denkt die Sache mit der Kunst so noch einmal szenisch durch, und zwar grundsätzlich ! (...) Ausgefeilte Dramaturgie, viele szenische Ideen und vor allem ein spannungsreicher Soundtrack !" FR

"Schlingensief beharrt mit philosophischer Strenge auf der Unterscheidung der Sphären, die er nur vermengt, um sie miteinander zu vergleichen.(...) Nachdem in einem großen Zirkus noch einmal aller Selbstzerstörungsradikalismus und Größenwahn der westlichen Kunst - inklusive Hölderlin oder Angelus Silesius - herbeizitiert wurde klingt das ziemlich erlöst. Endlich ist das Hirn wieder rein." DIE WELT

"Nach diesem düster meditativen, für seine Verhältnisse fast in sich gekehrten "Atta Atta"-Abend kann man sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Schlingensief doch kein kühl spekulierender Trash-Entertainer ist, der seine Marktnische ausfüllt, sondern ein Künstler, dessen Leiden nicht läppisch ist und der sein Heil im seligen Dilettantismus sucht." DER TAGESSPIEGEL

"Schlingensief zitiert nicht nur die Künstler der Wiener Aktionisten; der ganze Abend hat selbst die Kraft eines Mysterienspiels. (...) Atta Atta" ist der beste Schlingensief, den es je gab." BERLINER ZEITUNG



Irm Hermann und Christoph Schlingensief in "Atta Atta" (Foto: Baltzer)



Zusätzliches Material zu Atta Atta

- Atta Atta Pressestimmen - Ausführliche Berichterstattung zum Stück
- Bilderstrecke zu Atta Atta - Die Kunst ist ausgebrochen! - Fotos
- Erster Attaistischer Film - Der Film zum Stück
- Bazon Brock Diskussion - Mitschnitt der Atta-Diskussion mit Bazon Brock
- Boris Groys Diskussion - Mitschnitt der Atta-Diskussion mit Boris Groys
- Politik und Verbrechen II - Das erste Buch zur attaistischen Kunst
- www.atta-atta.org - Homepage zur ersten Attaistischen Ausstellung

ATTA ATTA - Die Kunst ist ausgebrochen
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Regie: Christoph Schlingensief

Mit: Christoph Schlingensief und Irm Hermann, Josef Bierbichler, Herbert Fritsch, Fabian Hinrichs, Horst Gellonek, Brigitte Kausch-Kuhlbrodt, Dietrich Kuhlbrodt, Uli Voß und einer Prozession von Barney und Douglas und Damien und Luis.

Premiere: 23.01.2003





Zusatzmaterial

- Bilderstrecke
- 1. Attaistischer Film
- Mitschnitt Bazon Brock
- Mitschnitt Boris Groys


Publikationen

- Ausbruch der Kunst


Externe Links

- www.atta-atta.org


Verwandte Projekte

- Bambiland
- Attabambi-Pornoland



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