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combo: es ist nicht leicht aber ich weiß was du meinst ,bissi. man muß deine texte nur oft genug lesen, dann kann man sich denken was du ausdrücken willst woher eigentlich dieser antiamerikanismus? Otto von Bismarck: Ich hoffe wir bekommen irgendwann mal einen Kanzler der das imperialistische Viehzeug, sprich Amis, Franzmann und Briten so richtig indn Arsch tretten. Wir haben es langsam leid nur noch nach uns so zu verhalten das wir möglichst antideutsch sind da wir ja unsere nationalen Symbole nicht zeigen dürfen, sprich alte Deutsche Farben und andere Symbole ausgenommen 1933-1945. Wer heute ein " deutscher Patriot " sein möchte muss amihörig sein. Otto von Bismarck WSDI: Schröder---Hey wir sind Einer Meinung---Lobpreiset den Herrn! Rotkohl sucks! berg: stimmt diesmal alles was du gesagt hast bissi (ausnahmsweise)!den schröder kannste wirklich vergessen und der nick ist wirklich nicht der richtige (sorry) versuchs mit "combo"da liegste richtig Otto von Bismarck: also Schröder kannste vergessen und außerdem gibt es ja das Sozialistengesetz. Ich bekomme so gut wie keine newsletter. berg dein Nickname ist ja auch nicht gerade typisch. berg: und 30-40 e-mails am tag! der junge ist ja total überfordert.solltest doch ein paar von deinen newsletter abbestellen bissi so viele mails kriegt ja nichtmal dein nachfolger im amt der herr schröder"g" Otto von Bismarck: berg dir gehts wohl auch noch gut oder was ? berg: mensch WSDI ! der bissi ist ein junge von 16 jahren der gerade sein realschulzeugnis bekommen hat. was erwartest du ? sei bitte etwas grosszügiger mit dem bub Otto von Bismarck: du Arsch ich bekomme jeden Tag 30-40 Mails und da soll ich mir alles merken oder was ? ösisataturk: wesis raus osis raus ösisturky rein Robert: 77 nee, äh ich habs 89 Robert: 77 nee, äh ich habs 89 Robert: SIEG HEIL!!! ataturk: isse lanßahm lustisch hiere! Liebe WSDI warum musse wir eichlich dummäh faschist den Aufbau Ost zahle?? Sinte immer so bös! Dabei haben nischte vill Turk inne Osten? WSDI - Willi2: Waaaaaahnsinn auch noch ein Schnelldenker... Mal langsam, zum mitschreiben: Wenn Du mir eine "LosTrauDichFeigling-Mail" schickst, ich antworte Dir und drücke die "Beantworten und Senden"-Taste dann geht TATSÄCHLICH eine mail von mir an Dich zurück! Kapiert? Jaa, Wunder der Technik. Du bist im Denken so schnell wie der Aufbau-Ost! Irgendwie tust Du mir, wenn ich "neo-sozialistisch" darüber nachdenke richtig leid... Echt, Du! Otto von Bismarck: ach du warst der Arsch der mir diesen Mist geschrieben hat ! Ela: Scheisse, schon wieder tot der chat. WSDI a.k.a. WilhelmII: Einen wunderschönen Abend,Ossi von Bismarck! Ich höffe, daß es Dir so gut geht wie mir. <Ich hoffe dir fällt mal was anderes ein an Antworten..> Mir??? *Wuaahhh, gröhl* Sollte ich vielleicht doch mal die e-mail-Korrespondenz von uns hier im Forum veröffentlichen? So könnte sich hier die Öffentlichkeit ein besseres Bild über DEINE "außerordentlich intelligente" Art der Argumentation ein genaueres, eigenes Bild machen.Auch Deine "tiefgehende Bildung" würde etwas besser dargestellt werden... Und Bitte, bitte nicht wieder so "aber-Du-seeeeelber Argumente"(Die liefern sich Grundschüler), bzw Ein-Volk-ein-Reich-Blubberkram ohne adäquates Hintergrundwissen. Wahrscheinlich kannste nicht mal konkret Imperialismus wertneutral definieren. Schade eigentlich, daß WAH leider nicht die Möglichkeit haben wird, Dich einen Tag lang in Deinem erbärmlichen Leben zu begleiten.----Gäbe bestimmt ne spitzenmäßige Glosse. *lol* Otto von Bismarck: keinen Europa Führer sondern alles rein Deutsch gegen die imperialistische USA WSDI das globsch dir nisch mei klaener Ich hoffe dir fällt mal was anderes ein an Antworten.. WSDI: Nein, lieber Ossi von Bismarck! Du hast wieder einmal mehr NICHT Recht und eigentlich weißt Du's auch schon lange. Robert: Wir brauchen einen EUROPA-FÜHRER!!! Dann geht's gegen die Amis... WSDI: Nein, lieber Ossi von Bismarck! Du hast wieder einmal mehr NICHT Recht und eigentlich weißt Du's auch schon lange. Otto von Bismarck: Also wah du bist dämmlich mei guuder das kannst du mir glaube das stimmt wer sone scheisse schreibt kann nur n wesi oder Schluchtenscheisser sein stimmts oder hab ich recht ? wah: Wiener ----------- Was macht den Charme des Wieners aus? Sein feines Einfühlungsvermögen! Betrachten wir folgenden Fall: Ein Mädchen steht in sturmgepeitschter Nacht auf der Flußbrücke. Sie ist im Begriff, über das Geländer zu steigen und sich in den Fluß zu stürzen. Im Laufschritt eilt ein Polizist herbei und erwischt die Verzweifelte beim Ärmel. Was sagt nun der Polizist? In Berlin: "Hören Se mal, Frollein, zuerst bezahlen Sie zehn Mark für verbotenes Baden - und dann rin in die Pfütze!" In Paris: "Mademoiselle, darf ich Ihnen behilflich sein - das Geländer ist so hoch!" Und in Wien: "Schaun S', liebes Fräulein, was machen S' da für G'schichten? Sie springen ins Wasser. Ich muß Ihnen nachspringen. Es ist saukalt, und wenn ich Sie endlich ans Ufer gebracht hab', holen wir uns beide womöglich noch eine Lungenentzündung. Zahlt sich des aus? Na also. Wissen S' was, gehn S' nach Haus, nehmen S' einen Strick und hängen S' Ihnen auf!" wah: Kleiner Witz am Rande ((ö; Was ist Politik...? ------------------------- Ein Sohn fragt den Vater: "Papi was ist eigentlich Politik?" Da sagt der Vater: "Mein Sohn das ist ganz einfach. Sieh mal, ich bringe das Geld nach Hause, also bin ich der Kapitalismus. Deine Mutter, die verwaltet das Geld, also ist sie die Regierung. Unser Dienstmädchen ist die Arbeiterklasse.Wir alle haben nur eins im Sinn, nämlich dein Wohlergehen. Folglich bist Du das Volk und dein kleiner Bruder, der noch in den Windeln liegt, ist die Zukunft. Hast du verstanden mein Sohn?" Der kleine überlegt und bittet seinen Vater, daß er erst eine Nacht darüber schlafen möchte.In der Nacht wird der kleine Junge wach,weil der kleine Bruder in die Windeln gemacht hat und furchtbar brüllt.Da er nicht weiß, was er machen soll, geht er zu den Eltern ins Schlafzimmer.Da liegt aber nur seine Mutter und die schläft so fest, daß er sie nicht wecken kann. So geht er weiter in das Zimmer des Dienstmädchens, wo der Vater sich gerade mit selbigem verlustigt. Beide sind so in Ekstase, das sie nicht mitbekommen, daß der kleine Junge vor ihrem Bett steht. Also beschließt der Junge unverrichteter Dinge wieder schlafen zu gehen. Am nächsten Morgen fragt der Vater seinen Sohn, ob er nun mit eignen Worten erklären kann, was Politik ist? "Ja!" antwortet der Sohn. "Der Kapitalismus mißbraucht die Arbeiterklasse, während die Regierung schläft. Das Volk wird vollkommen ignoriert und die Zukunft liegt voll in der Scheiße. Das ist Politik !" wah: Sex und Kunst ----------------------- Sex und Kunst haben fast alles gemeinsam. Sex und Kunst sind ein kleiner, entgrenzender Tod. Ekstatische Erfahrung. Sex und Kunst sind alles im Leben eines Künstlers, bis auf die kleine graue Katze vielleicht, die sich wohlig auf Deinem Schoss zusammenrollt, oder der kleine, flügellahme Vogel, dem Du Schutz vor der wohlig auf Deinem Schoss zusammengerollten Katze botest. Wohl wissend, daß dadurch etwas zwischen Dich und die Katze treten würde, aber Du Dich spontan doch für den Vogel entschiedst. Wie er an der geschlossenen Tür flatterte, als er draussen bleiben sollte. Wie er nicht auf der Vorhangstange sitzen wollte, sondern auf Deiner Schulter und sein Leid klagte. Wie er höflich die eine oder andere Kellerassel aufnahm, die Du unter den umgedrehten Steinen hervorzaubertest. Aber nie alle, offensichtlich schmeckten sie ihm nicht. Wie er schliesslich, als der Flügel wieder funktionierte, morgens beim Spazierengehen in die grosse Linde flog. Und rief: komm doch, so komm, heut nehm ich Dich mit in meine Wohnung. Und zurückkehrte, auf die Schulter, auf den Finger, auf den Kopf. Und fortflog und lockte. Und zurückkehrte. Und schliesslich seltener kam. Aber Dich suchte in der Nachbarschaft. Fremde Haare zerwühlte. Und im Herbst schliesslich ausblieb. Sex und Kunst sind die einzigen Synapsen eines Künstlers zum Universum. Wenn er keine Katzen und flügellahmen Vögel besitzt. wah: Wackere Menschen *** Görg stand an der Mauer und fand wenig Vergnügen dabei, seiner Frau zuzusehen, wie sie seinem besten Freund Freddy einen blies. Er war keinesfalls erquickt. - Nein, er war zugegebenermaßen sogar mißgestimmt - :, denn nachdem er eben fristlos entlassen worden war, da hatte er sich auf intime Entspannung in ihrer Nähe gefreut. - - Sie nannte ihn einen Waschlappen. Beschämend diese Aufrichtigkeit -, wogegen er nur seine eigensinnige Farce hatte stellen können: seine reaktionären Machoideale. Das sie dann lachten und ihn einen Spiesser nannten, als er bemerkte: sie sollten doch wenigstens ein Kondom benutzen:, wenn sie ihre Freuden so lautstark auf der Terrasse zelebrieren mußten -, das fand er nicht komisch:, nein -, doch das er deswegen verprellt war? - : Das konnte man so nicht sagen. - So verblieb ihm also die Hoffnung auf Nachtisch. Und hätte es einen gegeben, so hätte er ihn auch sicherlich bekommen: denn er blieb brav. Den verfrühten, oder auch verspäteten Aprilschabernack: den Kopf seines Hundes ins Kühlschrankfach zu schieben, wo sonst immer sein Pils auf ihn wartete -, den fand er auch nicht so witzig. - Mangelnde Neigung zu schwarzem Humor?: ja, vielleicht -, aber fehlende Selbstironie?:, das ließ er sich schon deshalb nicht unterschieben, da er doch eben über seine Blauäugigkeit, wenn auch gequält, ein Schmunzeln aufgebracht hatte. - Seit sein Bruder sie durchnudelte waren sie doch ohnehin allesamt positiv; und er kam da noch mit Verhütung! - Trotzdem begrüßte er das jüngste Einbringen eines Präservativs durch den Nachbarn in den umtriebigen Dreier auf dem Liegestuhl. Das war den Kindern gegenüber immerhin vorbildlich. - : Sein lieber, guter Micky -, der kam ja jetzt in jenes Alter... - - Wäre gekommen! - : Konjunktiv! -, korrigierte ihn seine Gattin mit tadelnder Stimme. - Grund sich darüber zu echauffieren, daß sein einziger Sohn an diesem Morgen überfahren worden war, der bestand doch gar nicht, gab ihm seine Frau zu verstehen - : Micky wäre ja schließlich auch überhaupt nicht von ihm gewesen, meinte sie, worauf Freddy über die naiv überraschte Grimasse lachen mußte, ihm zuzwinkerte und daraufhin seinen Rhythmus beschleunigte. Und als der Nachbar wegen des Mißgeschicks entschuldigend stöhnte: - er war nach diesen Pils eben ein wenig beschwipst gewesen -, da war ihm ja auch nichts mehr nachzutragen. Mürrisch stapfte Görg die Kellertreppen hinab. - An solch verflixten Tagen, an denen aber auch gar nichts so richtig wollte:, da half nur früh zu Bett zu gehen. Er streckte sich auf einem Kartoffelsack aus. - Freiräume sind natürlich von essentieller Wichtigkeit - :, besonders nach so vielen Ehejahren -, dachte er sich. - - Unrecht war es ihm, gestand er -, doch hatte er hierfuer Verständnis: Einer mußte da eben ausweichen. Das er sich auf Kunst nicht verstand, das wußte er bereits; doch es wollte ihm dennoch nicht einleuchten, daß seine Frau seine Ersparnisse für ein Photo ihres Waschbeckens ausgegeben hatte, staunte aber nicht schlecht, als er erfuhr, daß sie es nur hatte erstehen können, da der Künstler zufällig gefallen an ihrer Tochter gefunden hatte, die er im Kinderzimmer seit jenem Morgen durchnahm. Sie zu beschwichtigen war kein leichtes Unterfangen. Er verstand nichts von Kunst. Er verstand nichts von Komposition. Von Feng Shui hatte er zuvor noch nicht einmal gehört, weshalb er seine Gattin auch gewähren ließ, als sie die Kellertüre vermauerten: Freddy und sie -, während der Nachbar grunzend zwischen ihren Schamlippen schnoberte. Für das Bild fand sich kein spannungsfreierer Ort. - Görg mochte Spannungen auch nicht leiden - und da man nun doch bereits so viel dafür bezahlt hatte... Er klopfte die Sonntag aktuell aus und stopfte sie sich in den Nacken... ...sann noch, auf dem Sprung in die Daunen seiner Träume: "Gut den Tag vollbracht, ist schön die Nacht; und gebetet brav, ist so süß der Schlaf." -Eine Bauernregel!-, fügte er sich noch schnell hinzu - um geistig nicht zu rauben -, bevor er dann schlummerte. wah: Beobachtungen Jeder kennt diese enervierenden Wartephasen auf dem Bahnsteig. Der Zug, auf den man selbst wartet, hat grundsätzlich Verspätung. Doch wenn ich es mir recht überlege, bin ich darüber so unglücklich auch wieder nicht, denn das Ziel meiner Reise kann gar nicht weit genug weg sein. Ich werde eine Entscheidung treffen müssen, wenn ich dort bin, und nichts scheue ich im Moment mehr als genau dies. Um mich pulsiert das Leben eines Großstadtbahnhofs. Ich sitze festgeklemmt zwischen einer fetten Afrikanerin in phantasievoller Kleidung und einer genervten Mutter mit einem spuckenden Kleinkind, die aussieht, als habe sie in diesem Leben so schnell nicht wieder vor, die Bevölkerungsstatistik der BRD produktiv zu beeinflussen. Gehetzt sieht sie mich an, und ich grinse beruhigend: nein, ihr Spuckmonster hat mir (noch) nicht die Kledasche versaut. Vorsichtshalber halte ich meine Zeitung aber schon in die Spuckrichtung und hoffe, geschützt zu sein, falls Baby beschließen sollte, sich in meine Richtung flächendeckend zu betätigen. Die Afrikanerin neben mir riecht etwas streng, sieht aber durchaus proper aus. Ich überlege mir nicht länger, ob der Duft, der ihrer Kleidung entsteigt, nun eine Mischung aus Knoblauch und einem anderen, äußerst gesunden Nahrungsmittel sei, sondern betrachte stattdessen diskret ihr wunderschönes schwarzes Gesicht, über dem ein pompöser, golddurchwirkter Turban in grellem Rot thront. Eine afrikanische Göttin, wenn auch etwas kompakt, sie hat ein Gesicht wie aus schwarzem Ebenholz geschnitzt, einfach hinreißend. Ein junger Mann in mehr als nachlässiger Kleidung zwängt sich vorbei, seine Augen glasig und abwesend. In der Hand hält er eine speckige Mütze, die er wortlos den vorbeihastenden Reisenden hinhält. Eine Existenz, die bereits zum Scheitern verurteilt ist, ehe das Leben richtig begonnen hat. wah: Ich sollte mehr Mitgefühl aufbringen, aber bei dem Gedanken daran, wie verdammt mühsam ich in den vergangenen fünf Jahren den eigenen sozialen Absturz vermieden habe, weiß ich: Mitgefühl ist nicht das, was hier gefragt ist. Dieser junge Mensch ist bereits auf einer Stufe angelangt, in der ihm höchstens noch ein gezielter Tritt den nötigen aktivierenden Kick verschaffen könnte. Wenn überhaupt irgend etwas imstande wäre, ihn aus seiner Lethargie zu reißen, dann die abrupte Trennung von diesem Umfeld und knallharte Forderungen an seine verbliebene Leistungsfähigkeit. Weder Verständnis noch Mitgefühl werden ihn je erreichen. Was ist denn das? Eine Gruppe junger Bahnbediensteter teilt plötzlich kostenlose Getränke auf dem Bahnsteig aus, Konzession an die Wartenden, heißt es. Der asthmatische alte Herr, der uns gegenüber sitzt, fragt spöttisch: "Ist das als Entschuldigung gedacht, dass überhaupt noch jemand mit eurem Chaosunternehmen in die Zukunft fahren will?" Und die neben ihm sitzende Nonne mit den etwas bösartigen kleinen Augen sagt mit sanfter Stimme: "Werden diese Getränke von dem Geld bezahlt, das den Bahnmanagern abgezogen wurde?" Aha...ich grinse, die Gute liest also auch die Tagespresse. "Das haben Sie doch nicht etwa geglaubt?" Der alte Herr sieht seine Nachbarin mitleidig an. "Die Bagage verschaukelt die Öffentlichkeit doch nur, das schlagen die wieder auf die Fahrpreise drauf, wetten?" "Man sollte nicht immer von allen Menschen das Schlimmste annehmen" erwidert die Nonne salbungsvoll und sieht aus, als habe sie selbst in ihrem Leben nie etwas anderes getan. Ihre Augen sind hart wie Kieselsteine. "Wir haben im Moment Probleme," sagte eine junge Bahnbeamtin, "ein Computer ist abgestürzt, und deshalb laufen hier Züge ein, die eigentlich über Berlin Zoo nach Brandenburg fahren sollten. Aber da die Aufsicht keine Ahnung hatte, gab das dann doch ein kleines Chaos." Sie lächelt freundlich, obwohl man ihr ansieht, dass sie lieber heute als morgen diesen wimmelnden Bahnsteig hinter sich gelassen hätte. Sie ist hübsch, und ich würde sie am liebsten trösten, aber sie ist umlagert von einer Horde Fragesteller, die alle möglichst schnell möglichst bequem irgendwohin wollen. Außerdem, was soll das denn, es wird Zeit, dass ich meinen Jagdinstinkt abstelle. Immerhin bin ich auf dem Weg zu meiner Verlobung, am anderen Ende dieses blinkenden Gleises erwartet mich die Frau, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen möchte...möchte ich?? Es wäre mir wohler, wenn ich das mit letzter Sicherheit wüßte. Ich verscheuche erneut diese bohrenden Gedanken aus meinem Kopf, es liegen noch circa acht Stunden vor meiner Ankunft in Meran und dem Wiedersehen mit der schönen Martina, und das auch nur, falls ich hier je wegkommen werde. Auf dem Bahnsteig gegenüber fährt der Zug aus Moskau ein, rudelweise Russlanddeutsche ausspuckend. Welch eine bunte Gesellschaft. Alte Babuschkas mit Kittelschürze, Kopftuch und Pantoffeln, die aussehen, als habe man sie soeben von ihrer Ofenbank gezerrt. Schwangere Frauen mit rotznäsigen Kindern an der Hand, aber genau so viele in feinstes Tuch Gekleidete, denen man eher zugetraut hätte, sie würden mit Aeroflot in Berlin-Schönefeld landen als mit diesen verdreckten Zügen das "Gelobte Land" anzusteuern. "Jesses," der Fahrdienstleiter stürzt aufgeregt winkend aus seinem Bahnsteigbüro, "warten Sie, meine Herrschaften, so warten Sie doch, Sie werden alle abgeholt!" Natürlich versteht ihn niemand, und hinter mir bewegt sich jemand, und eine Frauenstimme sagt: "Moment, ich dolmetsche für Sie, so klappt das doch nie." Diese Stimme! Ich bin wie elektrisiert, kann mich aber - eingeklemmt, wie ich bin - nicht einmal halbwegs umdrehen um zu sehen, wem diese Stimme gehört, die so unerhört sanft und dunkel klingt und Erinnerungen in mir wachruft, die ich längst vergessen glaubte. "Das hier ist noch gar nichts," sagt plötzlich die junge Mutter neben mir, "das müssten Sie mal sehen, wenn abends die Schlafwagenzüge nach Polen und Rußland abfahren, da wird jeder abfahrende Russe von mindestens zehn Verabschiedenden in den Zug gesetzt. Und weil die Schaffner nur den Ticketinhaber in diese Abteile lassen, die so klein wie Taubenschläge sind, stehen die anderen draußen und lamentieren durch die geschlossenen Scheiben. Und während noch letzte liebe Worte geschrien werden, kleben die Zurückbleibenden Pfennige mit Spucke von außen ans Fensterglas, und wenn der Zug dann endlich anfährt, werfen sie Hände voll Kleingeld gegen die Scheiben." Sie trompetete verächtlich durch die Nase. "Komische Sitten, aber immerhin, auf die Weise kommt dieser junge Bettler dahinten zu seinem Tagesverdienst, der sammelt das unglaublich fix alles auf". "Woher wissen Sie das denn so genau, übernachten Sie auf diesem Bahnsteig?" fragt die afrikanische Schönheit neben mir in reinstem Hochdeutsch und amüsiert sich über unsere erstaunten Blicke. "Nee, mein Mann ist Fahrdienstleiter." Die junge Mutter putzt ihrem Kind energisch die Nase, und Baby, ob dieser rauhen Behandlung aufs Äußerste gekränkt, patscht ihr die kleine Faust mit dem Schokoladenkeks auf die weiße Bluse. Ich höre nur mit einem Ohr dem sich nun entwickelnden Gespräch zu. Nach wie vor versuche ich angestrengt, etwas von dem mitzukriegen, das sich hinter mir abspielt. Aber als es mir endlich gelungen ist, mich wenigstens halbwegs umzudrehen, starre ich nur auf die Schlagzeile eines hochgehaltenen Nachrichtenmagazins, in dem Clinton aufgefordert wird, in Würde zurückzutreten, bevor von dem Löwen im Weißen Haus endgültig nur noch ein geiler Kater übrigbleibe. Der Kolumnist spekuliert darüber, ob die Begrüßungsformel im Oval Office demnächst nicht mehr "Wie geht`s?", sondern "Alles fit im Schritt?" lauten wird. Ich schaffe es nicht, mich vollends umzudrehen, die Besitzerin dieser Stimme, wo ist sie? Mein Herz schlägt bis zum Hals, ich angle mit den Füßen nach meiner Reisetasche und schraube mich aus der Umklammerung der beiden Damen mühsam nach oben. Es kann nicht sein, und dennoch, ich muss es wissen, niemals würde ich es mir verzeihen, mich nicht wenigstens überzeugt zu haben, ob diese wundervolle Samtstimme, die mir einmalig dünkte, nicht doch Manon gehört. Manon, meiner Manon, die ich nie vergessen habe und der mein Herz gehört, auf immer gehören wird. Noch bevor ich mich umdrehe weiß ich, dass die Reise nach Meran niemals stattfinden wird. erdnuss: hoffentlich bleibt das auch so!gruß erdnuss frühere Einträge |
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