Wir bitten Ausländer hier über ihre aktuellen Lebensverhältnisse in Österreich, über Gewaltangriffe, Mißbrauch, Beschimpfungen, in jedem Fall ECHTE Vorfälle zu schreiben und zu berichten. Es muß nicht einem selbst passiert sein, aber es sollte ehrlich sein, denn hier werden alle Erlebnisse ungefiltert an eine Öffentlichkeit, die es wissen sollte, gebracht.
Keine Angst und danke!
 
 
combo:
es ist nicht leicht aber ich weiß was du meinst ,bissi.
man muß deine texte nur oft genug lesen, dann kann man sich denken was du ausdrücken willst woher eigentlich dieser antiamerikanismus?

Otto von Bismarck:
Ich hoffe wir bekommen irgendwann mal einen Kanzler der das imperialistische Viehzeug, sprich Amis, Franzmann und Briten so richtig indn Arsch tretten.
Wir haben es langsam leid nur noch nach uns so zu verhalten das wir möglichst antideutsch sind da wir ja unsere nationalen Symbole nicht zeigen dürfen, sprich alte Deutsche Farben und andere Symbole ausgenommen 1933-1945.
Wer heute ein " deutscher Patriot " sein möchte muss amihörig sein.


Otto von Bismarck

WSDI:
Schröder---Hey wir sind Einer Meinung---Lobpreiset den Herrn!
Rotkohl sucks!

berg:
stimmt diesmal alles was du gesagt hast bissi (ausnahmsweise)!den schröder kannste wirklich vergessen und der nick ist wirklich nicht der richtige (sorry) versuchs mit "combo"da liegste richtig

Otto von Bismarck:
also Schröder kannste vergessen und außerdem gibt es ja das Sozialistengesetz.
Ich bekomme so gut wie keine newsletter.
berg dein Nickname ist ja auch nicht gerade typisch.

berg:
und 30-40 e-mails am tag!
der junge ist ja total überfordert.solltest doch ein paar von deinen newsletter abbestellen bissi so viele mails kriegt ja nichtmal dein nachfolger im amt der herr schröder"g"

Otto von Bismarck:
berg dir gehts wohl auch noch gut oder was ?


berg:
mensch WSDI !
der bissi ist ein junge von 16 jahren der gerade sein realschulzeugnis bekommen hat. was erwartest du ?
sei bitte etwas grosszügiger mit dem bub

Otto von Bismarck:
du Arsch ich bekomme jeden Tag 30-40 Mails und da soll ich mir alles merken oder was ?

ösisataturk:
wesis raus osis raus ösisturky rein

Robert:
77





nee, äh

ich habs

89

Robert:
77





nee, äh

ich habs

89

Robert:
SIEG HEIL!!!

ataturk:
isse lanßahm lustisch hiere!
Liebe WSDI warum musse wir eichlich
dummäh faschist den Aufbau Ost zahle?? Sinte immer so bös! Dabei haben nischte vill Turk inne Osten?

WSDI - Willi2:
Waaaaaahnsinn auch noch ein Schnelldenker...
Mal langsam, zum mitschreiben:
Wenn Du mir eine "LosTrauDichFeigling-Mail" schickst, ich antworte Dir und drücke die "Beantworten und Senden"-Taste dann geht TATSÄCHLICH eine mail von mir an Dich zurück!
Kapiert?
Jaa, Wunder der Technik.
Du bist im Denken so schnell wie der Aufbau-Ost!
Irgendwie tust Du mir, wenn ich "neo-sozialistisch" darüber nachdenke richtig leid...
Echt, Du!

Otto von Bismarck:
ach du warst der Arsch der mir diesen Mist geschrieben hat !

Ela:
Scheisse, schon wieder tot der chat.

WSDI a.k.a. WilhelmII:
Einen wunderschönen Abend,Ossi von Bismarck!
Ich höffe, daß es Dir so gut geht wie mir.




<Ich hoffe dir fällt mal was anderes ein an Antworten..>

Mir???
*Wuaahhh, gröhl*
Sollte ich vielleicht doch mal die e-mail-Korrespondenz von uns hier im Forum veröffentlichen?
So könnte sich hier die Öffentlichkeit ein besseres Bild über DEINE "außerordentlich intelligente" Art der Argumentation ein genaueres, eigenes Bild machen.Auch Deine "tiefgehende Bildung" würde etwas besser dargestellt werden...
Und Bitte, bitte nicht wieder so "aber-Du-seeeeelber Argumente"(Die liefern sich Grundschüler), bzw Ein-Volk-ein-Reich-Blubberkram ohne adäquates Hintergrundwissen.
Wahrscheinlich kannste nicht mal konkret Imperialismus wertneutral definieren.

Schade eigentlich, daß WAH leider nicht die Möglichkeit haben wird, Dich einen Tag lang in Deinem erbärmlichen Leben zu begleiten.----Gäbe bestimmt ne spitzenmäßige Glosse. *lol*

Otto von Bismarck:
keinen Europa Führer sondern alles rein Deutsch
gegen die imperialistische USA
WSDI das globsch dir nisch mei klaener
Ich hoffe dir fällt mal was anderes ein an Antworten..

WSDI:
Nein, lieber Ossi von Bismarck!
Du hast wieder einmal mehr NICHT Recht und eigentlich weißt Du's auch schon lange.

Robert:
Wir brauchen einen EUROPA-FÜHRER!!!
Dann geht's gegen die Amis...

WSDI:
Nein, lieber Ossi von Bismarck!
Du hast wieder einmal mehr NICHT Recht und eigentlich weißt Du's auch schon lange.

Otto von Bismarck:
Also wah du bist dämmlich mei guuder das kannst du mir glaube das stimmt wer sone scheisse schreibt kann nur n wesi oder Schluchtenscheisser sein stimmts oder hab ich recht ?

wah:
Wiener
-----------
Was macht den Charme des Wieners aus?
Sein feines Einfühlungsvermögen!
Betrachten wir folgenden Fall:
Ein Mädchen steht in sturmgepeitschter Nacht auf der
Flußbrücke. Sie ist im Begriff, über das Geländer zu
steigen und sich in den Fluß zu stürzen. Im Laufschritt
eilt ein Polizist herbei und erwischt die Verzweifelte
beim Ärmel.
Was sagt nun der Polizist?
In Berlin:
"Hören Se mal, Frollein, zuerst bezahlen Sie zehn Mark
für verbotenes Baden - und dann rin in die Pfütze!"
In Paris:
"Mademoiselle, darf ich Ihnen behilflich sein - das
Geländer ist so hoch!"
Und in Wien:
"Schaun S', liebes Fräulein, was machen S' da für
G'schichten? Sie springen ins Wasser. Ich muß Ihnen
nachspringen. Es ist saukalt, und wenn ich Sie endlich
ans Ufer gebracht hab', holen wir uns beide womöglich
noch eine Lungenentzündung. Zahlt sich des aus? Na
also. Wissen S' was, gehn S' nach Haus, nehmen S' einen
Strick und hängen S' Ihnen auf!"




wah:
Kleiner Witz am Rande ((ö;

Was ist Politik...?
-------------------------
Ein Sohn fragt den Vater: "Papi was ist eigentlich Politik?"
Da sagt der Vater: "Mein Sohn das ist ganz einfach. Sieh mal, ich
bringe das Geld nach Hause, also bin ich der Kapitalismus. Deine
Mutter, die verwaltet das Geld, also ist sie die Regierung. Unser
Dienstmädchen ist die Arbeiterklasse.Wir alle haben nur eins im Sinn,
nämlich dein Wohlergehen. Folglich bist Du das Volk und dein kleiner
Bruder, der noch in den Windeln liegt, ist die Zukunft. Hast du
verstanden mein Sohn?"
Der kleine überlegt und bittet seinen Vater, daß er erst eine Nacht
darüber schlafen möchte.In der Nacht wird der kleine Junge wach,weil
der kleine Bruder in die Windeln gemacht hat und furchtbar brüllt.Da
er nicht weiß, was er machen soll, geht er zu den Eltern ins
Schlafzimmer.Da liegt aber nur seine Mutter und die schläft so fest,
daß er sie nicht wecken kann. So geht er weiter in das Zimmer des
Dienstmädchens, wo der Vater sich gerade mit selbigem verlustigt.
Beide sind so in Ekstase, das sie nicht mitbekommen, daß der kleine
Junge vor ihrem Bett steht. Also beschließt der Junge unverrichteter
Dinge wieder schlafen zu gehen. Am nächsten Morgen fragt der Vater
seinen Sohn, ob er nun mit eignen Worten erklären kann, was Politik
ist? "Ja!" antwortet der Sohn. "Der Kapitalismus mißbraucht die
Arbeiterklasse, während die Regierung schläft. Das Volk wird
vollkommen ignoriert und die Zukunft liegt voll in der Scheiße.
Das ist Politik !"




wah:
Sex und Kunst
-----------------------

Sex und Kunst haben fast alles gemeinsam.
Sex und Kunst sind ein kleiner, entgrenzender Tod. Ekstatische
Erfahrung.

Sex und Kunst sind alles im Leben eines Künstlers, bis auf die kleine
graue Katze vielleicht, die sich wohlig auf Deinem Schoss
zusammenrollt, oder der kleine, flügellahme Vogel, dem Du Schutz vor
der wohlig auf Deinem Schoss zusammengerollten Katze botest. Wohl
wissend, daß dadurch etwas zwischen Dich und die Katze treten würde,
aber Du Dich spontan doch für den Vogel entschiedst.

Wie er an der geschlossenen Tür flatterte, als er draussen bleiben
sollte.
Wie er nicht auf der Vorhangstange sitzen wollte, sondern auf Deiner
Schulter und sein Leid klagte.
Wie er höflich die eine oder andere Kellerassel aufnahm, die Du unter
den umgedrehten Steinen hervorzaubertest. Aber nie alle,
offensichtlich schmeckten sie ihm nicht.
Wie er schliesslich, als der Flügel wieder funktionierte, morgens beim
Spazierengehen in die grosse Linde flog. Und rief: komm doch, so komm,
heut nehm ich Dich mit in meine Wohnung.
Und zurückkehrte, auf die Schulter, auf den Finger, auf den Kopf.
Und fortflog und lockte. Und zurückkehrte.

Und schliesslich seltener kam.
Aber Dich suchte in der Nachbarschaft. Fremde Haare zerwühlte.
Und im Herbst schliesslich ausblieb.

Sex und Kunst sind die einzigen Synapsen eines Künstlers zum
Universum. Wenn er keine Katzen und flügellahmen Vögel besitzt.

wah:
Wackere Menschen
***

Görg stand an der Mauer und fand wenig Vergnügen dabei, seiner Frau
zuzusehen, wie sie seinem besten Freund Freddy einen blies. Er war
keinesfalls erquickt. - Nein, er war zugegebenermaßen sogar mißgestimmt
- :, denn nachdem er eben fristlos entlassen worden war, da hatte er
sich auf intime Entspannung in ihrer Nähe gefreut. - - Sie nannte ihn
einen Waschlappen. Beschämend diese Aufrichtigkeit -, wogegen er nur
seine eigensinnige Farce hatte stellen können: seine reaktionären
Machoideale.
Das sie dann lachten und ihn einen Spiesser nannten, als er bemerkte:
sie sollten doch wenigstens ein Kondom benutzen:, wenn sie ihre Freuden
so lautstark auf der Terrasse zelebrieren mußten -, das fand er nicht
komisch:, nein -, doch das er deswegen verprellt war? - : Das konnte man
so nicht sagen.
- So verblieb ihm also die Hoffnung auf Nachtisch. Und hätte es einen
gegeben, so hätte er ihn auch sicherlich bekommen: denn er blieb brav.
Den verfrühten, oder auch verspäteten Aprilschabernack: den Kopf seines
Hundes ins Kühlschrankfach zu schieben, wo sonst immer sein Pils auf ihn
wartete -, den fand er auch nicht so witzig. - Mangelnde Neigung zu
schwarzem Humor?: ja, vielleicht -, aber fehlende Selbstironie?:, das
ließ er sich schon deshalb nicht unterschieben, da er doch eben über
seine Blauäugigkeit, wenn auch gequält, ein Schmunzeln aufgebracht
hatte. - Seit sein Bruder sie durchnudelte waren sie doch ohnehin
allesamt positiv; und er kam da noch mit Verhütung! - Trotzdem begrüßte
er das jüngste Einbringen eines Präservativs durch den Nachbarn in den
umtriebigen Dreier auf dem Liegestuhl. Das war den Kindern gegenüber
immerhin vorbildlich. - : Sein lieber, guter Micky -, der kam ja jetzt
in jenes Alter... - - Wäre gekommen! - : Konjunktiv! -, korrigierte ihn
seine Gattin mit tadelnder Stimme.
- Grund sich darüber zu echauffieren, daß sein einziger Sohn an diesem
Morgen überfahren worden war, der bestand doch gar nicht, gab ihm seine
Frau zu verstehen - : Micky wäre ja schließlich auch überhaupt nicht von
ihm gewesen, meinte sie, worauf Freddy über die naiv überraschte
Grimasse lachen mußte, ihm zuzwinkerte und daraufhin seinen Rhythmus
beschleunigte. Und als der Nachbar wegen des Mißgeschicks entschuldigend
stöhnte: - er war nach diesen Pils eben ein wenig beschwipst gewesen -,
da war ihm ja auch nichts mehr nachzutragen.
Mürrisch stapfte Görg die Kellertreppen hinab. - An solch verflixten
Tagen, an denen aber auch gar nichts so richtig wollte:, da half nur
früh zu Bett zu gehen.
Er streckte sich auf einem Kartoffelsack aus.
- Freiräume sind natürlich von essentieller Wichtigkeit - :, besonders
nach so vielen Ehejahren -, dachte er sich. - - Unrecht war es ihm,
gestand er -, doch hatte er hierfuer Verständnis: Einer mußte da eben
ausweichen.
Das er sich auf Kunst nicht verstand, das wußte er bereits; doch es
wollte ihm dennoch nicht einleuchten, daß seine Frau seine Ersparnisse
für ein Photo ihres Waschbeckens ausgegeben hatte, staunte aber nicht
schlecht, als er erfuhr, daß sie es nur hatte erstehen können, da der
Künstler zufällig gefallen an ihrer Tochter gefunden hatte, die er im
Kinderzimmer seit jenem Morgen durchnahm.
Sie zu beschwichtigen war kein leichtes Unterfangen.
Er verstand nichts von Kunst. Er verstand nichts von Komposition. Von
Feng Shui hatte er zuvor noch nicht einmal gehört, weshalb er seine
Gattin auch gewähren ließ, als sie die Kellertüre vermauerten: Freddy
und sie -, während der Nachbar grunzend zwischen ihren Schamlippen
schnoberte.
Für das Bild fand sich kein spannungsfreierer Ort. - Görg mochte
Spannungen auch nicht leiden - und da man nun doch bereits so viel dafür
bezahlt hatte...
Er klopfte die Sonntag aktuell aus und stopfte sie sich in den Nacken...

...sann noch, auf dem Sprung in die Daunen seiner Träume:

"Gut den Tag vollbracht,
ist schön die Nacht;
und gebetet brav,
ist so süß der Schlaf."

-Eine Bauernregel!-, fügte er sich noch schnell hinzu - um geistig nicht
zu rauben -, bevor er dann schlummerte.



wah:
Beobachtungen

Jeder kennt diese enervierenden Wartephasen auf dem Bahnsteig.

Der Zug, auf den man selbst wartet, hat grundsätzlich Verspätung.

Doch wenn ich es mir recht überlege, bin ich darüber so unglücklich auch
wieder nicht, denn das Ziel meiner Reise kann gar nicht weit genug weg
sein.
Ich werde eine Entscheidung treffen müssen, wenn ich dort bin, und
nichts scheue ich im Moment mehr als genau dies.

Um mich pulsiert das Leben eines Großstadtbahnhofs. Ich sitze
festgeklemmt zwischen einer fetten Afrikanerin in phantasievoller
Kleidung und einer genervten Mutter mit einem spuckenden Kleinkind, die
aussieht, als habe sie in diesem Leben so schnell nicht wieder vor, die
Bevölkerungsstatistik der BRD produktiv zu beeinflussen.
Gehetzt sieht sie mich an, und ich grinse beruhigend: nein, ihr
Spuckmonster hat mir (noch) nicht die Kledasche versaut. Vorsichtshalber
halte ich meine Zeitung aber schon in die Spuckrichtung und hoffe,
geschützt zu sein, falls Baby beschließen sollte, sich in meine Richtung
flächendeckend zu betätigen.

Die Afrikanerin neben mir riecht etwas streng, sieht aber durchaus
proper aus.
Ich überlege mir nicht länger, ob der Duft, der ihrer Kleidung
entsteigt, nun eine Mischung aus Knoblauch und einem anderen, äußerst
gesunden Nahrungsmittel sei, sondern betrachte stattdessen diskret ihr
wunderschönes schwarzes Gesicht, über dem ein pompöser, golddurchwirkter
Turban in grellem Rot thront.
Eine afrikanische Göttin, wenn auch etwas kompakt, sie hat ein Gesicht
wie aus schwarzem Ebenholz geschnitzt, einfach hinreißend.

Ein junger Mann in mehr als nachlässiger Kleidung zwängt sich vorbei,
seine Augen glasig und abwesend. In der Hand hält er eine speckige
Mütze, die er wortlos den vorbeihastenden Reisenden hinhält.
Eine Existenz, die bereits zum Scheitern verurteilt ist, ehe das Leben
richtig begonnen hat.


wah:

Ich sollte mehr Mitgefühl aufbringen, aber bei dem Gedanken daran, wie
verdammt mühsam ich in den vergangenen fünf Jahren den eigenen sozialen
Absturz vermieden habe, weiß ich: Mitgefühl ist nicht das, was hier
gefragt ist.

Dieser junge Mensch ist bereits auf einer Stufe angelangt, in der ihm
höchstens noch ein gezielter Tritt den nötigen aktivierenden Kick
verschaffen könnte. Wenn überhaupt irgend etwas imstande wäre, ihn aus
seiner Lethargie zu reißen, dann die abrupte Trennung von diesem Umfeld
und knallharte Forderungen an seine verbliebene Leistungsfähigkeit.
Weder Verständnis noch Mitgefühl werden ihn je erreichen.

Was ist denn das?

Eine Gruppe junger Bahnbediensteter teilt plötzlich kostenlose Getränke
auf dem Bahnsteig aus, Konzession an die Wartenden, heißt es.
Der asthmatische alte Herr, der uns gegenüber sitzt, fragt spöttisch:
"Ist das als Entschuldigung gedacht, dass überhaupt noch jemand mit
eurem Chaosunternehmen in die Zukunft fahren will?"

Und die neben ihm sitzende Nonne mit den etwas bösartigen kleinen Augen
sagt mit sanfter Stimme: "Werden diese Getränke von dem Geld bezahlt,
das den Bahnmanagern abgezogen wurde?"

Aha...ich grinse, die Gute liest also auch die Tagespresse.

"Das haben Sie doch nicht etwa geglaubt?" Der alte Herr sieht seine
Nachbarin mitleidig an. "Die Bagage verschaukelt die Öffentlichkeit doch
nur, das schlagen die wieder auf die Fahrpreise drauf, wetten?"

"Man sollte nicht immer von allen Menschen das Schlimmste annehmen"
erwidert die Nonne salbungsvoll und sieht aus, als habe sie selbst in
ihrem Leben nie etwas anderes getan. Ihre Augen sind hart wie
Kieselsteine.

"Wir haben im Moment Probleme," sagte eine junge Bahnbeamtin, "ein
Computer ist abgestürzt, und deshalb laufen hier Züge ein, die
eigentlich über Berlin Zoo nach Brandenburg fahren sollten. Aber da die
Aufsicht keine Ahnung hatte, gab das dann doch ein kleines Chaos." Sie
lächelt freundlich, obwohl man ihr ansieht, dass sie lieber heute als
morgen diesen wimmelnden Bahnsteig hinter sich gelassen hätte.
Sie ist hübsch, und ich würde sie am liebsten trösten, aber sie ist
umlagert von einer Horde Fragesteller, die alle möglichst schnell
möglichst bequem irgendwohin wollen.

Außerdem, was soll das denn, es wird Zeit, dass ich meinen Jagdinstinkt
abstelle. Immerhin bin ich auf dem Weg zu meiner Verlobung, am anderen
Ende dieses blinkenden Gleises erwartet mich die Frau, mit der ich den
Rest meines Lebens verbringen möchte...möchte ich??

Es wäre mir wohler, wenn ich das mit letzter Sicherheit wüßte.

Ich verscheuche erneut diese bohrenden Gedanken aus meinem Kopf, es
liegen noch circa acht Stunden vor meiner Ankunft in Meran und dem
Wiedersehen mit der schönen Martina, und das auch nur, falls ich hier je
wegkommen werde.

Auf dem Bahnsteig gegenüber fährt der Zug aus Moskau ein, rudelweise
Russlanddeutsche ausspuckend. Welch eine bunte Gesellschaft.
Alte Babuschkas mit Kittelschürze, Kopftuch und Pantoffeln, die
aussehen, als habe man sie soeben von ihrer Ofenbank gezerrt. Schwangere
Frauen mit rotznäsigen Kindern an der Hand, aber genau so viele in
feinstes Tuch Gekleidete, denen man eher zugetraut hätte, sie würden mit
Aeroflot in Berlin-Schönefeld landen als mit diesen verdreckten Zügen
das "Gelobte Land" anzusteuern.

"Jesses," der Fahrdienstleiter stürzt aufgeregt winkend aus seinem
Bahnsteigbüro, "warten Sie, meine Herrschaften, so warten Sie doch, Sie
werden alle abgeholt!"

Natürlich versteht ihn niemand, und hinter mir bewegt sich jemand, und
eine Frauenstimme sagt: "Moment, ich dolmetsche für Sie, so klappt das
doch nie."

Diese Stimme!
Ich bin wie elektrisiert, kann mich aber - eingeklemmt, wie ich bin -
nicht einmal halbwegs umdrehen um zu sehen, wem diese Stimme gehört, die
so unerhört sanft und dunkel klingt und Erinnerungen in mir wachruft,
die ich längst vergessen glaubte.

"Das hier ist noch gar nichts," sagt plötzlich die junge Mutter neben
mir, "das müssten Sie mal sehen, wenn abends die Schlafwagenzüge nach
Polen und Rußland abfahren, da wird jeder abfahrende Russe von
mindestens zehn Verabschiedenden in den Zug gesetzt. Und weil die
Schaffner nur den Ticketinhaber in diese Abteile lassen, die so klein
wie Taubenschläge sind, stehen die anderen draußen und lamentieren durch
die geschlossenen Scheiben. Und während noch letzte liebe Worte
geschrien werden, kleben die Zurückbleibenden Pfennige mit Spucke von
außen ans Fensterglas, und wenn der Zug dann endlich anfährt, werfen
sie Hände voll Kleingeld gegen die Scheiben."

Sie trompetete verächtlich durch die Nase. "Komische Sitten, aber
immerhin, auf die Weise kommt dieser junge Bettler dahinten zu seinem
Tagesverdienst, der sammelt das unglaublich fix alles auf".

"Woher wissen Sie das denn so genau, übernachten Sie auf diesem
Bahnsteig?" fragt die afrikanische Schönheit neben mir in reinstem
Hochdeutsch und amüsiert sich über unsere erstaunten Blicke.

"Nee, mein Mann ist Fahrdienstleiter."
Die junge Mutter putzt ihrem Kind energisch die Nase, und Baby, ob
dieser rauhen Behandlung aufs Äußerste gekränkt, patscht ihr die kleine
Faust mit dem Schokoladenkeks auf die weiße Bluse.

Ich höre nur mit einem Ohr dem sich nun entwickelnden Gespräch zu. Nach
wie vor versuche ich angestrengt, etwas von dem mitzukriegen, das sich
hinter mir abspielt. Aber als es mir endlich gelungen ist, mich
wenigstens halbwegs umzudrehen, starre ich nur auf die Schlagzeile eines
hochgehaltenen Nachrichtenmagazins, in dem Clinton aufgefordert wird, in
Würde zurückzutreten, bevor von dem Löwen im Weißen Haus endgültig nur
noch ein geiler Kater übrigbleibe.
Der Kolumnist spekuliert darüber, ob die Begrüßungsformel im Oval Office
demnächst nicht mehr "Wie geht`s?", sondern "Alles fit im Schritt?"
lauten wird.

Ich schaffe es nicht, mich vollends umzudrehen, die Besitzerin dieser
Stimme, wo ist sie?

Mein Herz schlägt bis zum Hals, ich angle mit den Füßen nach meiner
Reisetasche und schraube mich aus der Umklammerung der beiden Damen
mühsam nach oben.

Es kann nicht sein, und dennoch, ich muss es wissen, niemals würde ich
es mir verzeihen, mich nicht wenigstens überzeugt zu haben, ob diese
wundervolle Samtstimme, die mir einmalig dünkte, nicht doch Manon
gehört. Manon, meiner Manon, die ich nie vergessen habe und der mein
Herz gehört, auf immer gehören wird.

Noch bevor ich mich umdrehe weiß ich, dass die Reise nach Meran niemals
stattfinden wird.

erdnuss:
hoffentlich bleibt das auch so!gruß erdnuss


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