{"id":795,"date":"2013-12-02T12:10:05","date_gmt":"2013-12-02T10:10:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=794"},"modified":"2013-12-02T12:10:05","modified_gmt":"2013-12-02T10:10:05","slug":"christoph-schlingensief-retrospektive-rbb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=795","title":{"rendered":"CHRISTOPH SCHLINGENSIEF-RETROSPEKTIVE (RBB)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Filme, Theaterst\u00fccke, Opern, Performances und Installationen &#8211; Christoph Schlingensief war einer der vielseitigsten K\u00fcnstler der Nachkriegszeit. Und einer der provakativsten. Was bleibt von ihm? Die erste Gesamtschau \u00fcber Schlingensief versucht darauf eine Antwort zu geben.<\/strong><\/p>\n<div style=\"padding-top:26px;padding-bottom:28px;text-align:center;width:450;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schlingensief.com\/mediathek\/flashvideo2.php?type=mp4&#038;b=450&#038;h=251&#038;id=2013-11-28_rbb_stilbruch_Schlingensief_-_Werkschau_eines_Profi-Provokateurs\" width=\"450\" height=\"271\" name=\"video_inabox\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/div>\n<p><strong>Erste Retrospektive zur Arbeit des K\u00fcnstlers &#8211; Schlingensief &#8211; Werkschau eines Profi-Provokateurs<\/strong><\/p>\n<p><strong>Er war Theater-, Film- und Opernregisseur, Performer, Aktivist und Parteigr\u00fcnder &#8211; Christoph Schlingensief gilt als einer der vielseitigsten zeitgen\u00f6ssischen K\u00fcnstler. Und einer der provokativsten. Drei Jahre nach seinem Krebstod er\u00f6ffnet in den Berliner &#8222;Kunst-Werken\u201c nun die erste Schlingensief-Gesamtschau. Von Andrea Marshall.<\/strong><\/p>\n<p>Christoph Schlingensief gilt als einer der bemerkenswertesten, aber auch umstrittensten Vertreter des deutschsprachigen Kultur- und Medienbetriebs. Er wurde als &#8222;heiliger Narr und genialer W\u00fcterich verehrt und als zynischer Provokateur verachtet&#8220;, wie der &#8222;Spiegel&#8220; schrieb. Man lobte seine F\u00e4higkeit zur \u00f6ffentlichen Irritation &#8211; oder lehnte ihn als begnadeten Selbstdarsteller ab.<\/p>\n<p><strong>Auftrag: Gesellschaftliche Einmischung<\/strong><\/p>\n<p>Ausschnitte aus Schlingensiefs Werk und seinen k\u00fcnstlerischen Stationen werden ab Samstagabend nun erstmals als Gesamtschau im Institute for Contemporary Art der Berliner &#8222;Kunst Werke&#8220; in der Auguststra\u00dfe gezeigt. Ab M\u00e4rz 2014 soll die Schau im New Yorker Museum of Modern Art (MoMa) zu sehen sein.<\/p>\n<p>MoMa-Chefkurator und Gr\u00fcnder der Berliner &#8222;Kunst-Werke&#8220; Klaus Biesenbach hat die Werkschau zusammen mit Anna-Catharina Gebbers, Susanne Pfeffer und Schlingensiefs Witwe Aino Laberenz zusammengestellt. Man wolle zeigen, dass der K\u00fcnstler einen &#8222;Auftrag hatte, ein Menschenbild&#8220;, sagte Biesenbach dem rbb. &#8222;Alle seine Arbeiten haben eine ungeheure inhaltliche Klarheit: Was ist es, was ich als B\u00fcrger heute tun muss, um mich in der Gesellschaft produktiv zu zeigen.&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr Aino Laberenz soll die Gesamtschau vor allem die Spannbreite des k\u00fcnstlerischen Schaffens zeigen &#8211; und dazu Schlingensiefs Werdegang. &#8222;Wir versuchen eine Gr\u00e4tsche &#8211; man kann in die Arbeit eintreten, aber auch etwas \u00fcber den K\u00fcnstler erfahren&#8220;, sagte sie dem rbb am Freitag. &#8222;Man sieht, dass Christoph die ganze Zeit in Bewegung war&#8220;.<\/p>\n<p>Die B\u00fchnenbildnerin Laberenz verwaltet nicht nur den Nachlass ihres verstorbenen Mannes. Sie hat auch B\u00fccher \u00fcber ihn herausgegeben, eine noch von ihm selbst geplante Ausstellung im Biennale-Pavillon in Venedig vollendet &#8211; und sie betreut das Operndorf in Afrika.<\/p>\n<p><strong>Enfant Terrible zwischen Flucht und Applaus<\/strong><\/p>\n<p>Der 1960 in Oberhausen geborene Schlingensief hatte zun\u00e4chst Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre teils heftige Kontroversen mit seinen Trash-Filmen ausgel\u00f6st. In &#8222;Das deutsche Kettens\u00e4genmassaker&#8220; etwa verarbeitete er sein Leiden an der deutschen Wiedervereinigung.<\/p>\n<p>Seine sp\u00e4ter unter anderem an der Berliner Volksb\u00fchne inszenierten Theaterst\u00fccke animierten das Publikum teils zu begeistertem Applaus, teils zur Flucht. 1997 kam es zur Verhaftung Schlingensiefs, nachdem dieser bei der Kasseler documenta bei einer Kunstaktion ein Plakat mit der Aufschrift &#8222;T\u00f6tet Helmut Kohl!&#8220; verwendete.<\/p>\n<p><strong>Bundestag und Wagner-Opern<\/strong><\/p>\n<p>Schlingensief mischte sich auch direkt politisch ein. F\u00fcr eine Aktion in Wien gegen die ausl\u00e4nderfeindliche Politik des J\u00f6rg Haider lie\u00df der K\u00fcnstler Baucontainer aufstellen, aus denen das Publikum nach dem &#8222;Big Brother&#8220;-Prinzip Asylbewerber &#8222;herausgew\u00e4hlte&#8220;. Bei der Bundestagswahl 1998 trat er mit seiner neu gegr\u00fcndeten &#8222;Partei der Arbeitslosen und von der Gesellschaft Ausgegrenzten&#8220; an, erzielte aber nicht genug Stimmen f\u00fcr einen Einzug ins Parlament.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr schafft er es bis in den Olymp der deutschen Hochkultur: 2004 inszenierte er Wagners &#8222;Parzifal&#8220; in Bayreuth. Auch in Berlin, Bonn, Manaus (Brasilien) und anderen St\u00e4dten zeigte er (Wagner-)Opern; in Burkina Faso im westlichen Afrika initiierte er das &#8222;Opern-Dorf&#8220; mit Festspielhaus.<\/p>\n<p>Zuletzt erregte Schlingensiefs \u00f6ffentliche Auseinandersetzung mit seiner eigenen Krebserkrankung Aufsehen. Im August 2010 erlag der K\u00fcnstler dem Lungenkrebs &#8211; mit 49 Jahren.<\/p>\n<p>\u2013<\/p>\n<p>Schlingensief-Retrospektive<br \/>\n01.12.2013-19.01.2014<\/p>\n<p>KW Institute for Contemporary Art<br \/>\nKunst-Werke Berlin e.V.<br \/>\nAuguststra\u00dfe 69<br \/>\n10117 Berlin-Mitte<\/p>\n<p>\u00d6ffnungszeiten:<br \/>\nMi-Mo 12-19 Uhr<br \/>\nDo 12-21 Uhr <\/p>\n<p>Eintritt:<br \/>\n6 Euro \/ erm\u00e4\u00dfigt 4 Euro<\/p>\n<p>Aus: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/link\/christoph-schlingensief-retrospektive?documentId=18358698\" target=\"_blank\">rbb Stilbruch vom 28.11.13 22:15<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Filme, Theaterst\u00fccke, Opern, Performances und Installationen &#8211; Christoph Schlingensief war einer der vielseitigsten K\u00fcnstler der Nachkriegszeit. Und einer der provakativsten. Was bleibt von ihm? 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