{"id":762,"date":"2013-08-20T01:02:57","date_gmt":"2013-08-19T23:02:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=762"},"modified":"2013-08-20T01:02:57","modified_gmt":"2013-08-19T23:02:57","slug":"sein-werk-war-sein-leben-zdfkultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=762","title":{"rendered":"SEIN WERK WAR SEIN LEBEN (ZDF.KULTUR)"},"content":{"rendered":"<p>Christoph Schlingensief galt als einer der umstrittensten Vertreter des deutschen Kulturbetriebs. Er ist auch Menschen ein Begriff, die nicht in Theater und Opernh\u00e4user gehen. In seinen provozierenden Theater-Inszenierungen, Filmen und Performances war er gleichzeitig Autor, Regisseur und Hauptfigur. Bis zu seinem fr\u00fchen Tod arbeitete er daran, die Vision eines Opernhauses in Afrika Realit\u00e4t werden zu lassen.<\/p>\n<p><strong>Am 21.8.2013 widmet ZDF.kultur Christoph Schlingensief ab 20:15 Uhr einen Themenabend.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Und Zeit wird hier zum Raum<\/strong><br \/>\nDie Berliner Filmemacherin Johanna Schickentanz hat Christoph Schlingensief 2005 auf dem ehemaligen NVA-Flugplatz Neuhardenberg getroffen und mit ihm \u00fcber seinen &#8222;Parsifal&#8220; und den &#8222;Animatographen&#8220; gesprochen. Schlingensief schuf dort eine Installation &#8222;Der Animatograph &#8211; Odins Parsipark&#8220;, eine begehbare Fortsetzung des Bayreuther &#8222;Parsifal&#8220;. Darin f\u00fchrt er Wagner und Parsifal mit nordischen Sagen, deutscher Geschichte und Joseph Beuys zusammen.<\/p>\n<p><strong>Knistern der Zeit<\/strong><br \/>\n&#8222;Knistern der Zeit&#8220; erz\u00e4hlt die Geschichte eines scheinbar unm\u00f6glichen Projekts: ein afrikanisches Bayreuth, eine Oper in Afrika? Im Mittelpunkt Christoph Schlingensief, der K\u00fcnstler aus Deutschland, und Di\u00e9b\u00e9do Francis K\u00e9r\u00e9, der Architekt und H\u00e4uptlingssohn aus Burkina Faso. Ihr gemeinsames Ziel ist ein Operndorf in Afrika, ein Dorf mit einer Schule, mit Film- und Musikklassen, mit einer Krankenstation und nat\u00fcrlich einer Oper oder einem Theater, einem Festsaal oder B\u00fcrgerhaus. Alles sollte an einem Ort, in einem Dorf versammelt werden, was es zum Leben und \u00dcberleben braucht.<\/p>\n<p>Die Dokumentation zeigt, wie das Dorf langsam w\u00e4chst, von der Suche nach dem richtigen Ort im Mai 2009 bis zur Schuler\u00f6ffnung im Oktober 2011. Sie begleitet Schlingensief hautnah und macht seine Vision und seinen Kampf f\u00fcr das Projekt erfahrbar. Im August 2010 stirbt Christoph Schlingensief, sein Traum lebt weiter.<\/p>\n<p><strong>Menu Total<\/strong><br \/>\nEine deutsche Familiengeschichte: Die Eltern tragen Nazi-Uniformen und tanzen Polonaise. Der Sohn terrorisiert seine Frau und den schwulen Enkel &#8222;Kid Joe&#8220;, gespielt von Helge Schneider. Dazwischen eine Horde Zombies. Die Lebenden Toten treffen auf die Widerg\u00e4nger der deutschen Geschichte. Christoph Schlingensief nimmt als Regisseur, Autor und Kameramann den Zuschauer mit auf einen wilden Parforce-Ritt durch einen surrealen, provokanten und komischen Alptraum.<\/p>\n<p><strong>100 Jahre Adolf Hitler &#8211; Die letzte Stunde im F\u00fchrerbunker<\/strong><br \/>\nApril 1945: Berlin und das &#8222;Dritte Reich&#8220; fallen, die Russen sind auf dem Vormarsch. Trotzdem feiert die F\u00fchrungsriege um und mit Adolf Hitler im F\u00fchrerbunker ausgelassen Weihnachten. Man begeht Inzest, schmiedet Intrigen und gibt sich ganz dem Wahnsinn hin. Als das unabwendbare Ende immer n\u00e4her r\u00fcckt, begeht Hitler Selbstmord. Dann ernennt sich Eva Braun zum neuen F\u00fchrer und heiratet Magda Goebbels. Im ersten Teil seiner &#8222;Deutschland-Trilogie&#8220; setzt sich Regisseur Christoph Schlingensief bewusst zwischen alle St\u00fchle. Er geht Adolf Hitler mit \u00e4sthetischen Mitteln frontal und offensiv an: respektlos und ohne R\u00fccksicht auf historische Genauigkeit.<\/p>\n<p><strong>Das deutsche Kettens\u00e4genmassaker<\/strong><br \/>\nNach dem Mord an ihrem Ehemann macht sich Clara aus Leipzig auf den Weg in den &#8222;goldenen Westen&#8220;. Sie sehnt sich nach Wiedervereinigung mit ihrem Lover. An der ehemaligen Grenze wird sie von Ex-DDR-Grenzbeamten aufgehalten. Clara gelingt trotzdem der \u00dcbertritt, aber sie ger\u00e4t an eine westdeutsche Metzgerfamilie, die Ossis schlachtet und zu West-Wurst verarbeitet. Zu allem \u00dcberfluss verliebt sich auch noch die Tochter des Hauses in Clara, der der Sinn aber nicht nach Z\u00e4rtlichkeiten steht, sondern nach blutiger Rache.<\/p>\n<p><strong>Terror 2000 &#8211; Intensivstation Deutschland<\/strong><br \/>\nEine sensationsgeile Horde von Journalisten folgt zwei gest\u00f6rten Geiselnehmern auf ihrer Flucht durch die Republik. Auch in anderen Teilen des Landes regiert der Wahnsinn. W\u00e4hrend in Rassau ein Asylbewerberheim brennt, feiern Neonazis ihren neuen F\u00fchrer und die Geburtsstunde des vierten Reiches. &#8222;Terror 2000 &#8211; Intensivstation Deutschland&#8220;, der letzte Teil von Christoph Schlingensiefs Deutschland-Trilogie, ist ein radikales Statement zur deutschen Befindlichkeit Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre: ein obsz\u00f6nes Hysterienspektakel, entstanden nach dem blutigen Ende des Geiseldramas von Gladbeck und den rassistischen Pogromen von Hoyerswerda, Rostock und M\u00f6lln.<\/p>\n<p><strong>Durch die Nacht mit&#8230;<br \/>\nChristoph Schlingensief und Michel Friedman<\/strong><br \/>\nAuf den ersten Blick scheinen Christoph Schlingensief und Michel Friedman wenig Gemeinsamkeiten zu teilen. Michel Friedman, 1956 in Paris geboren, stammt aus einer polnisch-j\u00fcdischen Familie, die vor der Deportation nach Auschwitz gerettet wurde. 1965 zieht die Familie nach Frankfurt, wo die Eltern ein Pelzgesch\u00e4ft betreiben. Friedman studiert zun\u00e4chst Medizin, dann Jura. Christoph Schlingensief wuchs &#8211; nach eigener Aussage &#8211; in &#8222;extrem kleinb\u00fcrgerlichen Verh\u00e4ltnissen&#8220; auf. Er besch\u00e4ftigt sich fr\u00fchzeitig mit Film, bricht ein Studium der Germanistik und Philosophie ab und arbeitet lange im Avantgarde-Underground-Bereich, bevor er als Kulturschreck Karriere macht. Schlingensief und Friedman haben jedoch auch einiges gemeinsam. Beide provozieren gern, sind geschickte Manipulierer und greifen tabuisierte Themen und Symbole auf. Sie stehen sich in ihrer medialen Selbstdarstellung in nichts nach und erhitzen durch provokante \u00c4u\u00dferungen und Aktionen gleicherma\u00dfen die Gem\u00fcter. Ihre politischen \u00dcberzeugungen sind dabei antagonistisch. Aber beide sind Gradmesser f\u00fcr die Stimmung in Deutschland.<\/p>\n<p><strong>21. August<\/strong><\/p>\n<p>20:15 Uhr: Und Zeit wird hier zum Raum<br \/>\n20:35 Uhr: Knistern der Zeit<br \/>\n22:20 Uhr: Menu Total<br \/>\n23:40 Uhr: 100 Jahre Adolf Hitler &#8211; Die letzte Stunde im F\u00fchrerbunker<br \/>\n00:35 Uhr: Das deutsche Kettens\u00e4genmassaker<br \/>\n01:35 Uhr: Terror 2000 &#8211; Intensivstation Deutschland<br \/>\n02:50 Uhr: Durch die Nacht mit&#8230;<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen und Mediathek-Links unter<br \/>\nhttp:\/\/www.zdf.de\/Kopf-der-Woche\/Kopf-der-Woche-6045804.html<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christoph Schlingensief galt als einer der umstrittensten Vertreter des deutschen Kulturbetriebs. 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