{"id":628,"date":"2011-05-19T00:02:27","date_gmt":"2011-05-18T22:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=628"},"modified":"2011-05-19T00:02:27","modified_gmt":"2011-05-18T22:02:27","slug":"schlingensiefs-operndorf-in-afrika-ein-dorfgesprach-am-deutschen-pavillon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=628","title":{"rendered":"SCHLINGENSIEFS OPERNDORF IN AFRIKA: EIN \u00bbDORFGESPR\u00c4CH\u00ab AM DEUTSCHEN PAVILLON"},"content":{"rendered":"<p><strong>Christoph Schlingensief hat leidenschaftlich seine Idee eines Operndorfes in Burkina Faso verfolgt. Er stellte es sich als \u201esoziale Plastik\u201c vor, als Ort der Begegnung und des Austauschs. Das Goethe-Institut hat Schlingensief bei diesem Projekt von Anfang an unterst\u00fctzt und engagiert sich auch weiter f\u00fcr dessen Aufbau. Im M\u00e4rz hat es die Reihe \u201eDorfgespr\u00e4che\u201c in Ouagadougou begonnen: Workshops und Diskussionen sowohl in Afrika als auch Europa sollen die Verwirklichung des Operndorfs durch kreative Impulse unterst\u00fctzen und den inner-afrikanischen Austausch f\u00f6rdern.  Am 2. Juni findet am Deutschen Pavillon nun das zweite Gespr\u00e4ch statt. Teilnehmen werden voraussichtlich Aino Laberenz, Susanne Gaensheimer, Francis K\u00e9r\u00e9, Chris Dercon und Simon Njami.<\/strong><\/p>\n<p>In der N\u00e4he von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, entsteht ein Operndorf \u2013 mit Schule, Krankenstation, einer Theaterb\u00fchne, einer Cafeteria und Unterk\u00fcnften f\u00fcr die K\u00fcnstler \u2013 gebaut um einen felsigen H\u00fcgel, von dem aus man einen weiten Blick \u00fcber die trockene Savannenlandschaft hat. Mit gro\u00dfer Leidenschaft hat Christoph Schlingensief seine Idee eines Operndorfes in Afrika verfolgt. Er stellte es sich als \u201esoziale Plastik\u201c vor, als Ort der Begegnung und des Austauschs, als Ort, der die Trennung zwischen Kunst und Leben aufhebt und auf die Bed\u00fcrfnise vor Ort eingeht. Dabei hat Christoph Schlingensief seine Suche, seine Zweifel und seine Verzweiflung bei der Realisierung immer wieder thematisiert \u2013 zuletzt im Rahmen des Theaterst\u00fcckes \u201eVia Intolleranza II\u201c, bei dem er mit Darstellern aus Burkina Faso zusammengearbeitet hat. Das Goethe-Institut hat Christoph Schlingensief bei diesem Projekt von Anfang an unterst\u00fctzt. Nicht nur finanziell: Es hat ihn bei seiner Suche nach dem richtigen Ort durch Kamerun, Mosambik und Burkina Faso begleitet und Verbindungen zu Partnern wie dem Architekten Francis K\u00e9r\u00e9 hergestellt. Diese Partnerschaft wird nun mit seiner Frau Aino Laberenz, seinen Freunden und Mitstreitern der Operndorf gGmbH fortgesetzt.<\/p>\n<p>Schlingensief hat sich bei der Realisierung dieser Idee auch sehr stark mit der schwierigen Beziehung zwischen Europa und Afrika auseinandergesetzt, die durch neokoloniale Strukturen gepr\u00e4gt sind. Eine Diskussion, die auch f\u00fcr die Arbeit des Goethe-Instituts von gro\u00dfer Bedeutung ist: Wie kann man Kulturaustausch auf Augenh\u00f6he betreiben, wenn ein Land abh\u00e4ngig ist von europ\u00e4ischen Subventionen? Wie kann man die eigenen Projektionen \u00fcber den Anderen mit neuen Bildern ver\u00e4ndern? Wie kann man Begegnungen zwischen K\u00fcnstlern gestalten, in denen sich jeder als Lernender begreift? Und wie ver\u00e4ndert sich eine Kunstform, wenn sie in einem g\u00e4nzlich anderen Kontext gezeigt und rezipiert wird? Zum Kulturaustausch geh\u00f6rt immer auch die F\u00e4higkeit, die eigenen Grundannahmen in Frage stellen zu k\u00f6nnen. Christoph Schlingensief hat uns wie kaum ein anderer K\u00fcnstler damit konfrontiert, dass man es sich aufgrund Herkunft nicht zu bequem machen sollte.<\/p>\n<p>Das Goethe-Institut veranstaltet seit M\u00e4rz 2011 mit den \u201eDorfgespr\u00e4chen\u201c eine Reihe von Workshops und \u00f6ffentlichen Diskussionen, die den Entstehungsprozess des Operndorfes diskursiv begleiten: Gespr\u00e4che, die sowohl in Afrika als auch in Europa stattfinden, um die unterschiedlichen Perspektiven und Interessen anzusprechen, die mit dem Operndorf in Verbindung gebracht werden. Gespr\u00e4che, um Ideen zu postulieren, zu verwerfen und die vielen Widerspr\u00fcche und Missverst\u00e4ndnisse, die Bestandteil kultureller Begegnungen sind, zu reflektieren. Die Reihe soll die Verwirklichung des Operndorfs durch kreative Impulse und Interventionen unterst\u00fctzen, wobei das Goethe-Institut seine Rolle darin sieht, Plattformen f\u00fcr den inner-afrikanischen Dialog zu schaffen. Langfristig sollen die Gespr\u00e4che die Basis f\u00fcr zuk\u00fcnftige Kooperationen bilden, die mit Unterst\u00fctzung des Goethe-Instituts im Rahmen von Bildungs- und Kunstprojekten im Operndorf stattfinden werden.<\/p>\n<p>Begonnen wurde die Reihe Anfang M\u00e4rz in Burkina Faso im Rahmen des afrikanischen Filmfestivals FESPACO durch Veranstaltungen mit Vertretern der burkinischen Kulturszene. Nun wird anl\u00e4sslich der Er\u00f6ffnung des Deutschen Pavillons in Venedig im internationalen Kunstkontext ein \u00f6ffentliches Dorfgespr\u00e4ch stattfinden. Dort wo Schlingensiefs Werk pr\u00e4sent ist und das Operndorf als sein letztes gro\u00dfes Projekt und bedeutender Teil seines Schaffens thematisiert wird. Als Gespr\u00e4chsteilnehmer sind u.a. angefragt der Architekt Francis K\u00e9r\u00e9, Schlingensiefs Frau Aino Laberenz, die Pavillon-Kuratorin Susanne Gaensheimer und der Kurator und Kunstkritiker Simon Njami. Grunds\u00e4tzlich f\u00f6rdert das Goethe-Institut den Deutschen Pavillon 2011 auf der Biennale in Venedig mit einem substanziellen Betrag.<\/p>\n<p><strong>Veranstaltung: 2. Juni, 16 Uhr (tbc) am Seitenfl\u00fcgel des Deutschen Pavillons der Venedig-Biennale<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.goethe.de\/prs\/mif\/de7554485.htm\" target=\"_blank\">www.goethe.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 2. Juni 2011 findet am Deutschen Pavillon der Biennale di Venezia der zweite Teil der Workshop- und Diskussionsreihe \u00bbDorfgespr\u00e4che\u00ab statt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/628"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=628"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/628\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}