{"id":520,"date":"2010-03-05T18:51:20","date_gmt":"2010-03-05T16:51:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=520"},"modified":"2010-03-05T18:51:20","modified_gmt":"2010-03-05T16:51:20","slug":"mein-idealer-kunstler-zurzeit-faz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=520","title":{"rendered":"MEIN IDEALER K\u00dcNSTLER ZURZEIT (FAZ)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am Dienstag bekam Christoph Schlingensief  in D\u00fcsseldorf den Helmut-K\u00e4utner-Preis verliehen. Es galt also nicht nur den Filmregisseur zu preisen, der dem Kino im Laufe der Jahre leider abhandengekommen ist, sondern auch einen K\u00fcnstler, der in seinem Werk Tapferkeit, Konsequenz und Reflexion verbindet.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Georg See\u00dflen<\/em><\/p>\n<p>Wer einen K\u00fcnstler preisen will, der muss wohl damit herausr\u00fccken, was er f\u00fcr die ideale Kunst zurzeit und wen er f\u00fcr einen K\u00fcnstler h\u00e4lt, der dem nahekommt. Und genau darum soll es im Folgenden gehen: um die Frage, was Kunst zurzeit k\u00f6nnen, d\u00fcrfen und wollen sollte und was Christoph Schlingensief damit zu tun hat.<\/p>\n<div style=\"padding-top:20px;padding-bottom:20px;\"><a href=\"http:\/\/www.schlingensief.com\/downloads\/2010-03-04_faz_seeslen_kaeutnerpreis_2010.pdf\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schlingensief.com\/downloads\/2010-03-04_faz_seesslen-72dpi.jpg\" width=\"450\" height=\"761\" alt=\"FAZ 04.03.2010\" border=\"0\"\/><\/a><\/div>\n<p>Der K\u00fcnstler, meiner bescheidenen Meinung nach, ist ein Mensch, der ICH sagen kann, nicht so sehr zu sich selbst als vielmehr zur Gesellschaft. Das scheint nun vielleicht ein wenig verwirrend angesichts einer Gesellschaft von Egomanen, Egozentrikern und vor allem Egoisten. Eine Gesellschaft, in der Geiz geil ist und der ichs\u00fcchtige Aktion\u00e4r an der Vernichtung von Arbeit verdient, eine Kultur, in der eine Band &#8222;Me First and the Gimme Gimmes&#8220; hei\u00dft, &#8222;Zuerst komm&#8216; ich, und dann gib mir das, gib mir dies&#8220;, und in der eine Bank gutgelaunt verk\u00fcndet: Unterm Strich z\u00e4hl ich. Ich sagen in einer Gesellschaft, die offensichtlich vom Ich-Sagen besessen ist, das soll Kunst sein?<\/p>\n<p>Genau dies. Denn nichts hat uns von der Kunst des Ich-Sagens so entfernt wie der hysterische Narzissmus im sp\u00e4ten Kapitalismus. Das Subjekt, so scheint es, schreit gegen seine Aufl\u00f6sung an, statt sich aufzuraffen, will es gef\u00fcttert werden, statt sich der Welt zu stellen, fl\u00fcchtet es in die Innenr\u00e4ume. Dieses Ich des Sp\u00e4tkapitalismus &#8211; entschuldigen Sie das etwas abgegriffene Wort, aber leider ist noch niemandem ein besseres eingefallen &#8211; das Ich des Sp\u00e4tkapitalismus also ist zugleich \u00fcberm\u00e4chtig und bedeutungslos. Dagegen muss etwas getan werden. Unter anderen mit den Mitteln der Kunst.<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler ist ein Mensch, der Dinge tut, die ihm vollkommen entsprechen. Und auch das sagt sich so leicht und klingt erst einmal nach Authentizit\u00e4t und Selbstverwirklichung und Nichtentfremdung. Aber es ist viel fundamentaler. Was Kunst ist, das wird in einer liberalen Gesellschaft in aller \u00d6ffentlichkeit ausgehandelt. K\u00fcnstler ist derjenige, von dem das, was er macht, als Kunst ausgehandelt worden ist. Das ist, was die Kunst anbelangt, zwar h\u00f6herer Bl\u00f6dsinn, soziologisch aber, f\u00fcrchte ich, sowohl zutreffend als hinreichend. Daher ist das Entscheidende daran, ob man Parteigr\u00fcndungen, Talkshows oder ihre Travestie, eine Kirche der Angst, Container-Geschehnisse oder Plakate mit der Aufschrift &#8222;T\u00f6tet Helmut Kohl&#8220; als Kunst ansieht, ob man darunter &#8222;nur&#8220; Kunst versteht, also die \u00e4sthetische Dekoration, das Narrenspiel, die Begleitmusik der Gesellschaft, und das alles wom\u00f6glich selbst marktf\u00e4hig, oder aber ob es schon Kunst ist, der Ein- und Vorgriff, die utopische Arbeit an den M\u00f6glichkeiten, vielleicht der Widerspruch zu Adornos Donnersatz: Wenn es schon Kunst ist, dann ist es vielleicht genau das richtige Leben im falschen.<\/p>\n<p>Vorneweg: Die Kunst eines Christoph Schlingensief besteht nicht zuerst darin, mit den richtigen Mitteln die richtigen Aussagen zu treffen oder die richtigen Prozesse einzuleiten. Die Kunst des Christoph Schlingensief besteht darin, aus freien St\u00fccken Christoph Schlingensief zu sein. (Apothekersohn und K\u00fcnstler.) Das ist keine leichte Sache.<\/p>\n<p>Zum Zweiten bilde ich mir ein, dass jeder gute K\u00fcnstler zurzeit ein Anarchist sein muss. Ich meine damit nicht, dass er Bomben werfen soll, ich meine auch nicht diesen wohlfeilen Anarchismus der Verhaltenscodes, nach dem schon ein K\u00fcnstler ist, wer im selbstgestrickten Pullover erscheint, wo alle anderen schwarze Anz\u00fcge tragen. Ich meine damit, dass ein K\u00fcnstler jemand ist, der in Staat und Gesellschaft weder die letzten noch die besten Institutionen f\u00fcr die fundamentalen Fragen der Menschen sieht. Ich meine auch, ein K\u00fcnstler zurzeit ist ein Mensch, der den Kapitalismus nicht als beste und endg\u00fcltige Form ansieht, die Beziehungen der Menschen untereinander zu regeln. Mein K\u00fcnstler zurzeit jedenfalls sagt, dass der Sinn des Lebens nicht in der Regierbarkeit und nicht in der Marktf\u00e4higkeit des Menschen liegt.<\/p>\n<p>Dass Christoph Schlingensief, der Apothekersohn aus Oberhausen, betont, dass er eine durchaus gl\u00fcckliche Kindheit erlebt hat, ist bei alldem vielleicht mehr als ein kleiner sympathischer Schlenker der Biographie, zumal f\u00fcr einen Insassen meiner Generation, f\u00fcr die der Generationenbruch, politisch wie \u00e4sthetisch, so bestimmend war. Wer erdreistete sich da, Kunst machen zu wollen, ohne ein anst\u00e4ndiges Kindheitstrauma?<\/p>\n<p>Christoph Schlingensiefs Kunst beginnt damit, dass er sich zu selbiger bekennt. Zur besagten gl\u00fccklichen Kindheit, dazu, ein Kleinb\u00fcrger zu sein, ein Halbintellektueller, ein altkatholischer Ministrant, der vom &#8222;Beichtfilm&#8220; tr\u00e4umt. Es ist wichtig, dass da einer spricht, der nicht von oben, sondern aus dem Gew\u00f6hnlichen spricht, der niemals das Gew\u00f6hnliche verachtet. Und wichtig ist das auch deswegen, damit niemand die Selbsterm\u00e4chtigung des K\u00fcnstlers mit der Anma\u00dfung verwechselt. Christoph Schlingensief geht mit anderen Menschen mit gro\u00dfem Respekt, pathetisch gesagt: mit Demut und W\u00fcrde um.<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler Christoph Schlingensief erkl\u00e4rt sich selbst nicht aus dem Mythos von Opfer und Leiden, sondern aus dem Projekt der Freiheit. Daher wird bei ihm nicht die Neurose zum Film, sondern er kann umgekehrt den Film als Neurose erkennen, und so hei\u00dft denn auch eine seiner Arbeiten. Er behandelt das Kino wie eine Krankheit, die es zu \u00fcberwinden gilt, durch Armut zum Beispiel, durch Direktheit. Der 60-Minuten-Film ,,100 Jahre Adolf Hitler &#8211; die letzte Stunde im F\u00fchrerbunker&#8220; wurde an einem einzigen Tag gedreht, kein Kino mehr als verbesserte Wirklichkeit, sondern Film als frontal attackiertes Leben. Darum ist das Statement von &#8222;Die 120 Tage von Bottrop&#8220; wichtig, dass der Regisseur nicht mehr an das Kino glaubt. Denn es ist die Negation eines Kinos, an das man glauben muss, statt es zu verstehen.<\/p>\n<p>Und daher werden Opfer und Leiden durchaus wichtige Themen im Werk. Sie sind ja in der Welt, die Opfer und das Leiden. Und sie sind es auch wieder nicht, insofern die Kunst nur eine lockere und aufgekl\u00e4rte Beziehung zur magischen Biographie hat. Wollten wir einen Unterschied zwischen, sagen wir, Rainer Werner Fassbinder und Christoph Schlingensief ziehen, dann l\u00e4ge er prim\u00e4r in der Tatsache, dass jemand wie Fassbinder das Kino zum \u00dcberleben gebraucht hat und dass er im Kino gelebt hat. Schlingensief dagegen riskiert sogar die Zerst\u00f6rung dieses \u00dcberlebensmittels, um seine Beziehung zur Welt zu kl\u00e4ren. Das hat nicht nur mit den Personen zu tun, das hat auch mit der Entwicklung der Kultur, der Gesellschaft, der Medien zu tun. Und ich versprach ja, vom idealen K\u00fcnstler dieser Zeit zu sprechen. Ich m\u00f6chte also drei Grundvoraussetzungen f\u00fcr das nennen, was ich als gute Kunst zur Zeit empfinde. Die erste ist, es hat sich im Vorherigen schon angedeutet: Tapferkeit.<\/p>\n<p>Damit ist nicht nur gemeint ein Mut zur Provokation, sondern die Entschlossenheit, dem Sturm, den man entfacht, auch selbst standzuhalten. Die Tapferkeit der Kunst zurzeit liegt darin, dass man K\u00fcnstler sein muss, um ein Wort von Jean-Luc Godard zu zitieren, ohne die Hilfe der G\u00f6tter. Christoph Schlingensiefs Filme bis hin zu &#8222;Die 120 Tage von Bottrop&#8220; zeigen die Abwesenheit der G\u00f6tter, auch die der Filmg\u00f6tter, der V\u00e4ter des neuen deutschen Films zum Beispiel, Fassbinder, Kluge oder Herzog, in der Zertr\u00fcmmerung ihrer Bilder. Und dabei war Schlingensief paradoxerweise einer der ganz wenigen, die ihre Abwesenheit zur Kenntnis nahmen. Schlingensiefs k\u00fcnstlerische Tapferkeit umfasst immer das Gewahrwerden des Verschwindens und des Verschwundenen.<\/p>\n<p>Das zweite Merkmal f\u00fcr die Kunst zurzeit scheint mir die Konsequenz. Die Durchf\u00fchrung einer Sache bis zu jenem Zeitpunkt, an dem sie sich vollst\u00e4ndig offenbart hat. Es ist die Konsequenz, sich immer wieder neu auszusetzen, unter anderem auch, was die \u00dcberschreitung der Kunstsph\u00e4re anbelangt, das Paradoxon des genialen Dilettantismus immer wieder neu anzusetzen. Scheitert man, ist man nur noch Dilettant und nicht mehr genial, ist man erfolgreich, ist man nur noch genial, aber kein Dilettant mehr. Gleichzeitig aber ist genialer Dilettantismus die Voraussetzung f\u00fcr die Wiedererringung der Unschuld in der Kunst.<\/p>\n<p>Das Dritte schlie\u00dflich ist die Reflexion. Das Kunstwerk ist keine mystische Einheit mehr, sowenig, wie der Autor ein mystischer Kreator ist. Die Frage, wie viel Politik man der Kunst zumuten kann, wie viel soziale Konkretion, die stellt sich dauernd neu. Sie f\u00fchrt von einer Geste gegen die Obrigkeit zum humanistischen Projekt der Solidarit\u00e4t. Das hei\u00dft: Reflexion bedeutet nicht unbedingt, dass der K\u00fcnstler selbst heftig ins Gr\u00fcbeln kommt \u00fcber das, was er da angerichtet hat, obschon so etwas keineswegs verboten ist, es bedeutet vielmehr eine Offenheit der Kunst, die den Diskurs initiiert.<\/p>\n<p>Tapferkeit, Konsequenz, Reflexion, damit habe ich die drei Elemente benannt, die der Kunst als, wiederum ein Wort von Godard, &#8222;konkrete soziale Geste&#8220; eigen sind. Es ist die Selbsterm\u00e4chtigung, der Welt aus freien St\u00fccken zu begegnen. Das trifft schlie\u00dflich auch auf die existentielle Erfahrung zu, auch der Krankheit kann man aus freien St\u00fccken, mit Tapferkeit, Konsequenz und Reflexion entgegentreten.<\/p>\n<p>Nun gibt es neben den Elementen der konkreten sozialen Geste in der Kunst auch eine \u00e4sthetische Immanenz, und wundersamerweise besteht diese meiner Auffassung nach ebenfalls aus drei Elementen. Das erste ist Musikalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Damit meine ich ein wenig mehr als Diedrich Diederichsen, der einmal in einer wunderbaren Coda nach einer durchaus kritischen Auseinandersetzung mit dem K\u00fcnstler notiert hat, nach einer Schlingensief-Inszenierung ginge man nach Hause wie nach einem Rock-Konzert. Ich meine damit vor allem das Gesp\u00fcr f\u00fcr Rhythmen, Strukturen, Verwandtschaften und Beziehungen, kurzum Komposition, und das f\u00fcr die notwendigen St\u00f6rungen, Brechungen, Retardierungen. Gehen Sie einmal das Wagnis ein, ein scheinbar so chaotisches Geschehen auf der B\u00fchne, im Film oder auf der Stra\u00dfe mit einer Fuge von Bach zu vergleichen: Sie werden verbl\u00fcfft sein. Erst dadurch, dass beides aufeinandertrifft, das diskursive Geschehen und die immanente Musikalit\u00e4t, wird aus einer Konfrontation ein Kunstwerk.<\/p>\n<p>Das zweite ist die Ikonit\u00e4t. Wiederum meine ich damit mehr als das Sichtbarmachen, und sei es das Sichtbarmachen von Behinderten, von Arbeitslosen, von Ausgegrenzten und Abgeschobenen. Ich meine, dass es in dieser Form der freien Inszenierung immer auch Bilder, gro\u00dfe Tableaus sozusagen, gibt, die viel mehr sind als Abbildungen dessen, was geschieht. Die Schlingensiefsche Kunst-Maschine, die situative Spannungen erzeugt, ist immer auch eine Maschine zur Herstellung von Bildern und &#8211; Selbst-Bildern.<\/p>\n<p>Das dritte ist, Sie haben es geahnt, die Literarit\u00e4t. Und wiederum meine ich damit nicht allein den Schlingensief-Jive, der l\u00e4ngst eine ganz eigene Sprachmelodie erzeugt hat, diese Komposition von Schlagworten, Slogans, Verdrehungen und Appropriationen, diesen Schwall der Verdichtungen. Ich meine, dass seine Arbeit so sehr wie auf Bilder und Musik auf Text basiert. Einer der ersten Bezugspunkte des jungen Christoph Schlingensief war der franz\u00f6sische Dichter Charles Baudelaire; und wie w\u00e4re es, wenn man das eine oder andere Werk von ihm noch einmal ganz anders, n\u00e4mlich als Illustration, ja als Fortsetzung eines Poems \u00e0 la Baudelaire ansehen w\u00fcrde? Aus alledem jedenfalls wird nicht das, was man modisch und gedankenlos gern das Gesamtkunstwerk nennt, mit allem Wagnerschen, Riefenstahlschen und Hitlerischen, was dabei mitschwingt. Es geht im Gegenteil um die offene Polyphonie, um die Entdeckung und die Errettung des Einzelnen. Die Dinge sagen ICH in den Arbeiten von Christoph Schlingensief, die Bilder, die Worte, die Musik: Es sind Anarchisten in eigener Sache. Und jede Inszenierung ist die Feier der Dinge, der Subjekte, der Botschaften, die ihren Wert haben. Diese Kunst ist dazu da, den Dingen der Welt ihren Wert zur\u00fcckzugeben (wenn man will, kann man dazu ein bisschen bei dem Philosophen Hans Blumenberg nachlesen). Dessen sch\u00f6nster Satz: Philosophie ist das, worauf man beinahe selbst gekommen w\u00e4re. Und die Kunst? Genau. Kunst ist das, was man am liebsten selbst gemacht h\u00e4tte. Und das passt besonders bei der von Christoph Schlingensief.<\/p>\n<p>Also noch ein Schl\u00fcsselsatz von Christoph Schlingensief: &#8222;Kunst wird erst dann interessant, wenn wir vor irgendetwas stehen, das wir nicht restlos erkl\u00e4ren k\u00f6nnen.&#8220; Es ist also eine politische Kunst mit offenem Ausgang, eine Kunst, die sich gewiss keiner Ideologie zum Komplizen eignet. Meine ideale Kunst zurzeit verzichtet darauf, perfekt, geschlossen und harmonisch zu sein. Sie ist dagegen dringend notwendig. Sie will uns herausf\u00fchren aus einer selbstverschuldeten L\u00e4hmung. Sie kann uns lehren, am richtigen Ort Ich zu sagen und das Spiel von Profanierung und Heiligung nicht nach den allgemeinen Regeln, sondern aus freien St\u00fccken aufzunehmen.<\/p>\n<p>Eine Kunst wie die von Christoph Schlingensief erm\u00e4chtigt nicht nur den K\u00fcnstler, sie erm\u00e4chtigt den Menschen gegen die Mikro- und Makrophysik der Macht. Sie beantwortet die Frage: &#8222;Sind wir noch da?&#8220; Oder wenigstens stellt sie diese notwendigste aller Fragen. Und allein daf\u00fcr, wenn nicht ganz nebenbei auch noch eine Menge Sch\u00f6nheit im Spiel w\u00e4re, geb\u00fchrt Christoph Schlingensief noch mehr als ein Preis: N\u00e4mlich unsere genaue Aufmerksamkeit, unser Hinschauen und Hinh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der Text ist eine gek\u00fcrzte Fassung der Laudatio, die Georg See\u00dflen in D\u00fcsseldorf hielt.<\/p>\n<p><em>Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2010, Nr. 53, S. 38<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Dienstag bekam Christoph Schlingensief  in D\u00fcsseldorf den Helmut-K\u00e4utner-Preis verliehen. 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