{"id":504,"date":"2010-02-16T11:51:34","date_gmt":"2010-02-16T09:51:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=504"},"modified":"2010-02-16T11:51:34","modified_gmt":"2010-02-16T09:51:34","slug":"schlingensief-spricht-aus-der-holle-deutschlandradio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=504","title":{"rendered":"SCHLINGENSIEF SPRICHT AUS DER H\u00d6LLE (DEUTSCHLANDRADIO)"},"content":{"rendered":"<div style=\"font-size:12px;padding-top:20px;padding-bottom:15px;\"><strong>Kann es wohl sein, dass die Berlinale, nun im mittlerweile reifen Alter von 60 Jahren einen gewissen Hang zum ernsten Fach, zum erhabenen und gut abgehangenen Gro\u00dfkunstwerk, zur sich auch ins zeitlos metaphysisch-mystische qu\u00e4lenden Hochkultur erkennen l\u00e4sst?<\/strong><\/div>\n<div style=\"padding-top:20px;padding-bottom:25px;\"><object type='application\/x-shockwave-flash' data='..\/mediathek\/dewplayer.swf?mp3=http:\/\/www.schlingensief.com\/downloads\/2010-02-14_drk_20100214_2305_f602c9f2.mp3&amp;autostart=1' width='450' height='20'><param name='movie' value='..\/mediathek\/dewplayer.swf?mp3=http:\/\/www.schlingensief.com\/downloads\/2010-02-14_drk_20100214_2305_f602c9f2.mp3&amp;autostart=1' \/><\/object><\/div>\n<p><em>Kolumne von J\u00fcrgen Stratmann<\/em><\/p>\n<p>Schon am Freitag wurde ja mit &#8222;Metropolis&#8220; ein Klassiker von nahezu wagnererskem \u00dcberw\u00e4ltigungspotential wieder-erst-aufgef\u00fchrt, ein Opus nicht nur \u00fcber die Verderbtheit des modernen Kapitalismus, nein, auch ganz allgemein \u00fcber S\u00fcnde und Schuld und Erl\u00f6sung &#8211; zwar ohne Worte, aber daf\u00fcr mit gro\u00dfem Orchester.<\/p>\n<p>Wie eine Art Nachschlag klang dann die Ank\u00fcndigung f\u00fcr heute Abend, quasi als Teil 2 der Reihe &#8222;Stumm-Film-Alptr\u00e4ume mit Musik&#8220;: Im finsteren Theaterturm des Hebbel-Theaters sollte der gut 100 Jahre alte Monumental-Stummfilm &#8222;L&#8217;Inferno&#8220; laufen, eine uralte Kino-Version von Dante Alighieris H\u00f6llentour &#8211; allerdings &#8211; pr\u00e4sentiert und kommentiert von Christoph Schlingensief. Und der hat nicht viel am Hut mit Klassiker-Verehrung &#8211; er fand die verkratzte Antiquit\u00e4t nur &#8230;.<\/p>\n<p><em>&#8222;&#8230; unglaublich steif, unglaublich theatralisch, unglaublich lang &#8211; und unglaublich interessant!&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Nun hat Chrsitoph Schlingensief das Verw\u00fcsten von Klassikern nicht erst in Bayreuth gelernt, und seitdem er sein aggressives Lungenkrebsleiden mit der sinistren Sakral-Burleske &#8222;Kirche der Angst vor dem Fremden in mir&#8220; in Szene gesetzt hat, gilt er als Fachmann f\u00fcr artifizielle Horror-Poesie auf gro\u00dfer B\u00fchne &#8211; und er hat auch keine Scheu, dem Dante-Stoff ein bisschen Bunters beizumischen&#8230; <\/p>\n<p><em>&#8222;&#8230; also, ich sach mal so ungef\u00e4hr, was so alles sein soll &#8211; &#8218;Apocalypse Now&#8216;, &#8218;Der Exorzist&#8216;, &#8218;Die 1o Gebote&#8216;, dann hab ich gedacht: &#8218;Die lustige Welt der Tiere&#8216;, &#8218;Die Verdammten von Visconti&#8216;, dann nat\u00fcrlich Grzimek &#8211; &#8218;Serengeti darf nicht sterben&#8216; &#8211; naja, das reicht auch erst mal &#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Das Publikum tobt schon, bevor der Film \u00fcberhaupt angefangen hat, und Christoph Schlingensief wirkt ein wenig wie eine Art Jaques Cousteau der modernen H\u00f6llenfahrt: Er taucht scherzend ab, denn er kennt sich aus in finsteren Tiefen &#8230; <\/p>\n<p><em>&#8222;&#8230; mit dem Ende besch\u00e4ftige ich mich immer \u00f6fter &#8211; und es geht beim Inferno nat\u00fcrlich um das Ende.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Und apropos Ende &#8211; am Ende hat Christoph Schlingensief sein Publikum \u00fcberzeugt: <\/p>\n<p><em>&#8222;&#8230; Na ja, wenn was unterhaltsam ist, dann die H\u00f6lle!&#8220; (Gel\u00e4chter)<\/em><\/p>\n<div style=\"padding-top:25px;\"><em>Deutschlandradio Kultur, Fazit, 14.02.2010 \u00b7 23:05 Uhr<\/em><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann es wohl sein, dass die Berlinale, nun im mittlerweile reifen Alter von 60 Jahren einen gewissen Hang zum ernsten Fach, zum erhabenen und gut abgehangenen Gro\u00dfkunstwerk, zur sich auch ins zeitlos metaphysisch-mystische qu\u00e4lenden Hochkultur erkennen l\u00e4sst?<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/504"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=504"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/504\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=504"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=504"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=504"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}