{"id":496,"date":"2010-02-10T15:34:49","date_gmt":"2010-02-10T13:34:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=496"},"modified":"2010-02-10T15:34:49","modified_gmt":"2010-02-10T13:34:49","slug":"spatenstich-fur-opernhaus-in-burkina-faso-dw-world","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=496","title":{"rendered":"SPATENSTICH F\u00dcR OPERNHAUS IN BURKINA FASO (DW-WORLD)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es ist ein Lebenstraum, den sich der Theater- und Filmregisseur Christoph Schlingensief in Burkina Faso erf\u00fcllt. Nun legt er den Grundstein f\u00fcr sein &#8222;Festspielhaus f\u00fcr Afrika&#8220; &#8211; mit Krankenhaus und Werkst\u00e4tten. <\/strong><\/p>\n<p>Ein Haus, das afrikanische und europ\u00e4ische Kulturen verbindet und so zu einer Erneuerung der totgespielten Oper f\u00fchrt. Und ein Gedanke, der den krebskranken Schlingensief mit Lebensenergie f\u00fcllt. Am Montag (08.02.2010) legt der Theater- und Filmregisseur den Grundstein f\u00fcr sein Festspielhaus legen. DW-WORLD.DE hat mit Christoph Schlingensief \u00fcber das Festspielhaus gesprochen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/wp-content\/photos\/0__5225964_1_00.jpg\" width=\"450\" height=\"253\" alt=\"Das Operndorf Afrika (Computeranimation)\" class=\"centered\" \/><\/p>\n<p><em>DW-WORLD.DE: Wann ist die Idee zu diesem Festspielhaus entstanden?<\/em><\/p>\n<p>Schlingensief: Ich arbeite seit 1993 an dieser Idee, da habe ich erste Kontakte mit Afrika gehabt. Das war in Simbabwe und ich habe mich dort sehr wohl gef\u00fchlt und entdeckt, dass Afrika mehr ist als das \u00fcbliche Bild von Krisen und Elend, sondern auch viele Kultursch\u00e4tze zu bieten hat.<\/p>\n<p><em>Sehen Sie das Programm des Festspielhauses daher eher als Kulturaustausch oder wie soll das aussehen: Wagner in Ouagadougou?<\/em><\/p>\n<p>Letzteres w\u00e4re eben das normale \u00dcbel. Aber das Interessante ist ja eigentlich, dass die Oper in Burkina Faso \u00fcberhaupt nicht bekannt ist. Das ist die ideale Grundlage, um die Oper noch einmal neu zu entdecken und neu zu gestalten. Ich habe Alexander Kluge getroffen; f\u00fcnf Tage haben wir diskutiert und \u00fcberlegt: Warum ist die Oper bei uns immer so betoniert, warum spielen feine Stoffe und feines Licht so eine Rolle, wobei die Oper im 15. und 16. Jahrhunderten doch in gemeinsamer Arbeit von Intellektuellen und Volk entstanden ist. Im afrikanischen Bereich muss man anders anfangen. Deswegen wollen wir mit einer Schule die Grundstrukturen legen, Schreiben und Lesen lehren, eine Krankenstation bauen und dann geht es weiter mit Unterk\u00fcnften. Und dann wird sich die Oper \u00fcber Sprache und K\u00f6rper neu definieren.<\/p>\n<p><em>Sie haben Ihre gesundheitlichen Probleme erw\u00e4hnt. Und Sie haben einmal gesagt, Afrika k\u00f6nne ein Weg aus der Krankheit sein. Wieso?<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr mich war Afrika das Ding wo ich gesagt habe, da war ich immer zu Hause. Es hat mir immer gut getan, dorthin zu fahren. Und hier kann ich noch was tun. In Deutschland lebe ich ja eigentlich ideal, kann \u00fcberall rum fahren, habe meine Opernh\u00e4user \u2013 aber ist es das? Kann ich da noch was machen? Wir sind so zugeballert. Und in Afrika sehe ich die Kinder, wie sie jeden Buchstaben inhalieren und wissen: Das ist die Zukunft.<\/p>\n<p><em>Quelle: DW-World.de, 08.02.2010<br \/>\nDas Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Christine Harjes. Redaktion: Stephanie Gebert.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein Lebenstraum, den sich der Theater- und Filmregisseur Christoph Schlingensief in Burkina Faso erf\u00fcllt. 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