{"id":495,"date":"2010-02-09T14:38:20","date_gmt":"2010-02-09T12:38:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=495"},"modified":"2010-02-09T14:38:20","modified_gmt":"2010-02-09T12:38:20","slug":"zusammenfuhren-von-leben-und-kunst-dradio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=495","title":{"rendered":"\u00bbZUSAMMENF\u00dcHREN VON LEBEN UND KUNST\u00ab (DRADIO)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Christoph Schlingensief legte den Grundstein f\u00fcr das Operndorf in Laogo<\/strong><\/p>\n<p><em>Moderation: Klaus Pokatzky<\/em><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr den Regisseur Christoph Schlingensief hat sich heute ein Traum erf\u00fcllt: Er legte den Grundstein f\u00fcr das von ihm erdachte Operndorf in Burkina Faso. Das Dorf solle Kunst und Leben zusammenbringen. &#8222;Und deshalb wird hier nicht das Bayreuth imitiert oder nachgebaut, das braucht Burkina beim besten Willen nicht&#8220;.<\/strong><\/p>\n<div style=\"padding-top:20px;padding-bottom:25px;\"><object type='application\/x-shockwave-flash' data='..\/mediathek\/dewplayer.swf?mp3=http:\/\/www.schlingensief.com\/downloads\/2010-02-08_drk_20100208_1509_4c2bde57.mp3&amp;autostart=1' width='450' height='20'><param name='movie' value='..\/mediathek\/dewplayer.swf?mp3=http:\/\/www.schlingensief.com\/downloads\/2010-02-08_drk_20100208_1509_4c2bde57.mp3&amp;autostart=1' \/><\/object><\/div>\n<p><strong>Klaus Pokatzky:<\/strong> Erst dachten ja viele, das ist wieder so ein spinnertes Projekt von Christoph Schlingensief, dem Regisseur und Aktionsk\u00fcnstler, dem Sch\u00f6pfer des deutschen Kettens\u00e4genmassakers. Erst fragten sich ja viele, schafft er das wirklich, im westafrikanischen Burkina Faso ein ganzes Operndorf aus dem Boden zu stampfen? Er hat es geschafft, heute war die Grundsteinlegung.<\/p>\n<p>Wie viel Wahnsinn vertr\u00e4gt die Kunst? Reichlich Wahnsinn vertr\u00e4gt die Kunst &#8211; schlie\u00dflich haben Genie und Wahnsinn immer schon nahe beieinander gewohnt. Wie viel Wahnsinn die Kunst vertr\u00e4gt, das will der Regisseur Christoph Schlingensief nun in Afrika austesten, in Burkina Faso, dem fr\u00fcheren Obervolta. Nahe der Hauptstadt Ouagadougou soll das Operndorf &#8222;La Ogo&#8220; entstehen, ein afrikanisches Bayreuth. Geplant wird es von dem Architekten Francis K\u00e9r\u00e9, der aus Burkina Faso stammt und in Berlin lebt. Es gibt auch eine Schule und eine Krankenstation. Unterst\u00fctzt wird das Projekt von der Kulturstiftung des Bundes, dem Ausw\u00e4rtigen Amt und dem Goethe-Institut, und am Telefon begr\u00fc\u00dfe ich nun Christoph Schlingensief in Burkina Faso. Guten Tag, Herr Schlingensief!<\/p>\n<p><strong>Christoph Schlingensief:<\/strong> Ja, guten Tag, ich gr\u00fc\u00dfe Sie, hallo!<\/p>\n<p><strong>Pokatzky:<\/strong> Herr Schlingensief, Sie haben heute den ersten Spatenstich gemacht, der Grundstein wurde gelegt. Hat sich ein Traum f\u00fcr Sie erf\u00fcllt?<\/p>\n<p><strong>Schlingensief:<\/strong> Ja, das war wirklich schon eine sehr bewegende Sache. Das war gr\u00f6\u00dfer, als ich mir jemals hab vorgestellt. Sehr viele Leute aus der Umgebung, also aus dem ganzen Gebiet waren angereist, zw\u00f6lf H\u00e4uptlinge waren zu Gast, unter anderem auch der H\u00e4uptling, der Vater von Francis K\u00e9r\u00e9, der kam drei Stunden entfernt mit einer kleinen Delegation, und sie sa\u00dfen alle unter einem gro\u00dfen Zelt. Und auf der anderen Seite gab es ein anderes Zelt mit den Botschaftern von Japan, China, S\u00fcdafrika, Frankreich, Belgien, Deutschland, also es war hochkar\u00e4tig besetzt. Und der Kultusminister nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p><strong>Pokatzky:<\/strong> Als Sie sich vor Jahren dieses Projekt ausgedacht haben, wer kannte damals in Burkina Faso Christoph Schlingensief?<\/p>\n<p><strong>Schlingensief:<\/strong> Gut, meinen Namen kann man hier kaum aussprechen, Christoph, Monsieur Christoph oder so, das kommt \u00f6fter vor, das kann hier keiner. Ich denke sogar, das Goethe-Institut vor Ort war nicht informiert, ist aber auch gut so, das ist auch nicht wichtig. Also kennen tut mich hier keiner.<\/p>\n<p><strong>Pokatzky:<\/strong> Als Sie in Afrika gesucht haben nach einem Ort f\u00fcr ein &#8211; wie es am Anfang immer hie\u00df &#8211; afrikanisches Bayreuth, aus dem dann ja im Laufe der Zeit bei den Planungen ein ganzes Operndorf wurde, gab es drei Orte, die zur Auswahl standen, oder drei Staaten, die zur Auswahl standen: Kamerun, Mosambik und Burkina Faso. Warum haben Sie sich dann f\u00fcr Burkina Faso entschieden?<\/p>\n<p><strong>Schlingensief:<\/strong> Ich bin seit &#8217;93 schon immer wieder unterwegs gewesen in Afrika, ich habe da ja auch Spielfilme gedreht, Installationen gemacht, ich habe da also schon einige Erfahrungen, Simbabwe, Sambia, S\u00fcdafrika, ich habe einige L\u00e4nder mehr besucht. Nur Mosambik, Kamerun und Burkina Faso kannte ich noch nicht, und der Chef des Goethe-Instituts f\u00fcr Afrika, also der zust\u00e4ndige Mann, Peter Anders, hervorragender Mann, der hat uns begleitet auf den Reisen, und der gesagt hat irgendwann: Du musst unbedingt Francis K\u00e9r\u00e9 kennenlernen, ihr werdet euch verstehen. Dann war Francis besch\u00e4ftigt, ich war besch\u00e4ftigt, und irgendwann kam es dann doch zum Telefonat, und in zehn Minuten ist mehr passiert, als wir beide gedacht haben.<\/p>\n<p>Daraufhin haben wir uns dann getroffen wieder in Berlin, und dann gab es da sofort eine Verbindung, und er hat mich eingeladen. Ich bin dann hierhin gefahren, das war jetzt vor einem Jahr, und habe ein Projekt besucht, das er bereits gebaut hat, n\u00e4mlich eine Schule f\u00fcr 400 bis 500 Kinder. Diese Schule hat auch den gr\u00f6\u00dften Preis der arabischen Welt f\u00fcr Architektur gewonnen, den Aga-Khan-Preis.<\/p>\n<p>Und das war der Schritt, wo ich k\u00fcrzlich gedacht habe, Burkina Faso ist eigentlich das Land aus Afrika, das ich jetzt kenne &#8211; es gibt sicher auch noch andere, wo ich nicht war -, aber hier sind die Leute extrem warmherzig, offen. Die Kinder sind superklug, sehr musikalisch, und das ist einfach so ein Land, das sicher sehr arm ist, aber das da irgendeinen Frieden in sich tr\u00e4gt. Und das war in dieser Schule und da, wo Francis gebaut hat, einfach so extrem sp\u00fcrbar, dass klar war, das ist eigentlich richtig. Mit Francis in Burkina, da kann fast nichts mehr schiefgehen.<\/p>\n<p><strong>Pokatzky:<\/strong> Francis K\u00e9r\u00e9 m\u00f6chte dieses kleine Operndorf ja mit einer speziellen afrikanischen Architektur bauen, wie soll das genau aussehen?<\/p>\n<p><strong>Schlingensief:<\/strong> Ja, seine Architektur besteht daraus, dass er nat\u00fcrlich den Lehm benutzt, das macht hier aber jeder auch, nur er mischt einen Prozentsatz, also acht Prozent Zement dazu, er setzt minimal Beton ein und er sorgt daf\u00fcr, dass eben Regen und so weiter nicht angreifen kann. Das Problem hier in Burkina war zum Beispiel vor einigen Monaten, dass sintflutartige Regenf\u00e4lle wirklich ganze informelle Siedlungen weggesp\u00fclt haben, 180.000 Menschen, 200.000 Menschen waren pl\u00f6tzlich obdachlos. Die Geb\u00e4ude von Francis stehen alle noch. Und auch die Betongeb\u00e4ude hatten Risse oder sind durch die Witterung, durch die Sonne, die extrem brennt, bereits angegriffen.<\/p>\n<p>Seine Konstruktion ist anders, und da ist auch sein Geheimnis, w\u00fcrde ich fast sagen. Das ist auch nat\u00fcrlich der Grund, er ist da gro\u00df geworden, er kennt das alles, er kennt die Umst\u00e4nde und er baut auch immer ein Dach dazu, das nicht so ganz flach aufliegt, sondern das eine Luftzirkulation erlaubt. Und somit ist in der Schule bei ihm 25 Grad praktisch im Klassenraum, extrem angenehm, und drau\u00dfen wird es teilweise 40 Grad im Schatten. Habe ich selber erlebt, funktioniert, ohne Strom. Also er ist da ein \u00f6kologisches Genie und forscht auch permanent weiter.<\/p>\n<p><strong>Pokatzky:<\/strong> Herr Schlingensief, wann wird das Ganze denn dann fertig sein?<\/p>\n<p><strong>Schlingensief:<\/strong> Ja, das ist so ein bisschen wie ein Organismus. Das habe ich auch heute in der Rede gesagt, und der Kultusminister hat es auch &#8211; bin ich sehr gl\u00fccklich dr\u00fcber &#8211; sofort \u00fcbernommen, dass dieses Projekt eben nicht unter so einen Druck geraten darf, dass man denkt, jetzt ist das eben Bayreuth in Afrika. Ich hab das ja mal am Anfang ein bisschen so in die Richtung formuliert mit dem Opernhaus, aber ich hab ja selber Bayreuth erlebt, ich kenne ja auch ein paar Opern schon, ich finde, das braucht Afrika beim besten Willen nicht.<\/p>\n<p>Das Operndorf &#8211; h\u00f6ren Sie mich noch? \u2026 Das Operndorf ist eine Zusammenf\u00fchrung praktisch von Leben und Kunst. Hier gibt es die gro\u00dfe Schule mit 500 Kindern, wir er\u00f6ffnen im Oktober, so wie es aussieht, die erste Schulklasse bereits. Wir haben einen gro\u00dfen Festsaal, das ist das Theater von Barbara Ehnes, das [unverst\u00e4ndlich] im Container bereits wartet. Wir haben aber auch eben den Marktplatz, wir haben ein Fu\u00dfballfeld, wir haben eine Klinik &#8211; das hat der Kulturminister auch sofort mit aufgenommen, also praktisch auch Kunst als heilende Ma\u00dfnahme, eine Klinik mit vielen Betten &#8211; von der Geburt bis zur Sch\u00f6nheitsoperation. Manche Kinder haben Hasenscharten, und sie werden dann versteckt und leiden nat\u00fcrlich extrem. Ich habe einen sehr guten Arzt gefunden, der hier auch operiert, in zehn Tagen 120 Leute.<\/p>\n<p>Also es sind pl\u00f6tzlich Dinge passiert, die sich zusammenf\u00fcgen. Und ich habe immer ja so Tr\u00e4ume gehabt, dass die Oper ja viel mehr ist als das, was wir da immer uns angucken, und dass das eben zusammenflie\u00dfen muss, dass also die Kinder und die Erwachsenen und alle, die das machen, eigentlich dann auch diese Kunst in sich tragen.<\/p>\n<p>Und das ist kein Eso-Quatsch oder so, sondern das ist eigentlich die Spiritualit\u00e4t, die wir auch alle haben als K\u00fcnstler oder Kulturschaffende, eigentlich jeder Mensch, nur wir lassen uns eben sehr oft eine falsche Jacke umh\u00e4ngen, falsche Antennen rausfahren, manche sind abgebrochen, und dann tun wir so, als w\u00e4ren wir jetzt die Gewinner, aber in Wirklichkeit haben wir uns schon sehr oft in der Imitation und in anderen Dingen verloren.<\/p>\n<p>Und deshalb wird hier nicht das Bayreuth imitiert oder nachgebaut, das braucht Burkina beim besten Willen nicht. Ich glaube, es wird f\u00fcr alle toll sein, wenn man uns mal besucht demn\u00e4chst, vielleicht ab Oktober oder Winter schon, Herbst, dann wird man sehen, man kommt dahin und man den Kindern &#8211; und das ist das Zentrum &#8211; kann den Kindern dabei zuschauen, wie die ihre ersten Filme, ihre erste Musik praktisch aus sich selber bauen. Kein Produzent dahinter, P\u00e4dagoge, kein Gesangslehrer, kein europ\u00e4ischer Anspruch, sondern diese Kinder &#8211; habe ich ja beobachtet &#8211; bauen ihre Sachen alle selber. Es gibt kein Fernsehen, keine Comics, das machen die selber. Und das ist so spannend anzugucken. Von Afrika lernen, das ist unser Motto.<\/p>\n<p><strong>Pokatzky:<\/strong> Ich spreche mit dem Regisseur Christoph Schlingensief \u00fcber sein Operndorf in Burkina Faso. Herr Schlingensief, wann werden Sie denn was selber inszenieren?<\/p>\n<p><strong>Schlingensief:<\/strong> Ich habe also eine Inszenierung vor, die mache ich aber hier mit einer Choreografin Irene, die hat hier eine Tanzschule, hat selber mal bei Peter Brook in Paris gearbeitet und hat aber auch wie Francis K\u00e9r\u00e9 ihr Geld gepackt, ist wieder zur\u00fcckgekehrt und leitet eben diese Tanzschule. Dort werde ich in ihren Hallen in der Innenstadt inszenieren eine Arbeit, und zwar Luigi Nonos &#8222;Intolleranza&#8220;, mit Leuten aus Burkina Faso, und wir werden dann im Mai bereits schon in Belgien, in Br\u00fcssel, unsere Premiere haben beim Kunsten-Festival, und anschlie\u00dfend auf Kampnagel, dann in der Staatsoper bei Nikolaus Bachler in M\u00fcnchen, vielleicht auch Wiener Festwochen und noch in Spanien.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, ich mache eine eigene Produktion, in der ich auch das Thema Intoleranz hinterfrage, das ja doch, wenn wir so was in der Oper angucken, glaube ich, schon etwas Dekadentes hat. Man guckt sich das an, ja, ja, Folter, aha, ja prima und Musik und so. Das soll eben durch die K\u00f6pfe dieser Leute hier gehen, und sie sollen nicht diese Musik spielen, aber der Gedanke, was passiert denn, wenn die das mal endlich spielen, die auch dieses Thema ja selber erleben. Was passiert dann wirklich auch mit uns, die wir uns das anschauen? Und das wird auch kein Folklore-Club und es ist auch sicher was Anstrengendes, aber es ist eine Arbeit, die ich deshalb nutzen m\u00f6chte, dass ich das Operndorf erst mal nicht st\u00f6re oder ich will es auch nicht st\u00f6ren, dass ich mich lieber etwas fernhalte. Und die Arbeit beginnt dann f\u00fcr mich im M\u00e4rz hier mit der Inszenierung.<\/p>\n<p><strong>Pokatzky:<\/strong> Sprechen wir noch \u00fcber das Geld: Was kostet das Ganze?<\/p>\n<p><strong>Schlingensief:<\/strong> Wir haben bis jetzt 1,3 Millionen zusammen, das sind extrem viele Kleinstspenden. Also auf der Lesereise oder auch, ich wei\u00df nicht. Die Leute &#8230; Die wichtige Seite ist auch, diese ganzen Aktionen, Geld zu sammeln, gehen ja manchmal auf Kosten auch wirklich von Leuten, die es betrifft, Kinder mit Fliege am Auge und zack, irgendwie Hunger, Cholera. Afrika hat immer nur diese Negativbilder. Und Francis sagte auch, das kann er nicht mehr aushalten, das ist doch so falsch, weil so viele unterschiedliche Sachen hier sind. Und genau da haben sehr viele Leute reagiert und haben uns dann Geld gegeben.<\/p>\n<p>Ich habe aber auch gr\u00f6\u00dfere Sponsoren dabei, wie die Bundeskulturstiftung oder das Ausw\u00e4rtige Amt, ich habe aber auch Henning Mankell, den Schriftsteller, der selber im Mosambik ja t\u00e4tig ist, er hat wirklich eine sehr gro\u00dfe Summe gegeben. Roland Emmerich, der Filmregisseur, der ja aus Deutschland in Amerika jetzt produziert, jetzt gerade wieder in Deutschland ist, oder Herbert Gr\u00f6nemeyer, das sind Leute mit gr\u00f6\u00dferen Betr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Aber die kleinen Leute, die haben eigentlich das Meiste zusammengetragen. Wir brauchen zwei Millionen, deshalb sammele ich jetzt auch weiter. Und auf unserer Seite entsteht jetzt mit Jung von Matt eine Pr\u00e4sentation, die sich in den n\u00e4chsten zw\u00f6lf Monaten in zw\u00f6lf Stufen langsam aufbaut. Da kann man sich das angucken, kann man auch in den Schulklassen teilnehmen und sehen, was die Kinder produzieren. Und wenn einen das anmacht und man sagt, ja, da sehe ich was, was ich mal hatte, was ich aber verloren habe, vielleicht funktioniert da was, der Funke springt \u00fcber und man unterst\u00fctzt uns. Da w\u00e4re ich nat\u00fcrlich superfroh dr\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Pokatzky:<\/strong> Und wie sind die Chancen, dass das wirklich auch ein, ja, heute sagt man immer so gerne nachhaltiges Projekt wird, alsodass das wirklich auch langfristig bestehen bleibt und jetzt nicht nur angeschoben wird, sondern dass wir vielleicht in 25 Jahren ein Jubil\u00e4um feiern k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>Schlingensief:<\/strong> Ja, das hoffe ich, ich will auch selber, hoffentlich, dabei sein. Und da bin ich auch gar nicht so skeptisch, weil ich Francis K\u00e9r\u00e9 an meiner Seite habe. Dieser Mann, der hier wirklich in Gando diese Schule aus einer Zweckm\u00e4\u00dfigkeit heraus gebaut hat und hat dann noch zus\u00e4tzlich \u00e4sthetische, \u00f6kologische Gesichtspunkte eingef\u00fchrt &#8211; daf\u00fcr ist er auch belohnt worden -, das wird er jetzt auch bei dem Projekt machen. Das war heute mit dem Kultusminister so und mit den ganzen geladenen G\u00e4sten, drei riesige W\u00e4nde hat er aufgebaut, f\u00fcr seine Pl\u00e4ne zu sehen, sein Modell war da in drei Dimensionen eben zu sehen, da waren alle sehr von fasziniert.<\/p>\n<p>Und er \u00fcberlegt \u00fcberall, wie er den Ort auch mit seiner Kraft und seiner Energie und wie er da alles zusammenf\u00fchrt. Das wird auf alle F\u00e4lle die Langlebigkeit dieses Projekts schon mal im Kern bedeuten. Und das Zweite ist die \u00dcbergabe an die Bev\u00f6lkerung, die \u00dcbergabe an die Kinder. Wir haben f\u00fcnf Hektar vom Land bekommen, also vom Staat bekommen, aber ich m\u00f6chte das auch nicht pers\u00f6nlich an der Backe haben, ich will nichts besitzen. Nachher muss ich da noch aufr\u00e4umen, das will ich auch nicht. Ich glaube, die Leute \u00fcbernehmen das selber.<\/p>\n<p>Und dann wird es auch so lange sein, wie diese Kinder leben. Und ich denke, so wie ich Francis und Irene, diese Tanzlehrerin, hier schon kennengelernt habe, die haben so ein Interesse, dass Burkina was zur\u00fcckbekommt. Sie haben davon profitiert, also geben sie was ab. Das ist eine Eigenart, die hier \u00f6fter vorkommt. Das k\u00f6nnte uns pers\u00f6nlich auch gar nicht schaden, wenn wir das auch mal machen.<\/p>\n<p><strong>Pokatzky:<\/strong> Danke, Christoph Schlingensief und toi, toi, toi f\u00fcr Ihr Operndorf in Burkina Faso. Und wer sich jetzt noch in die Details vertiefen will und vielleicht \u00fcberlegen m\u00f6chte, auch eine kleine Spende zu machen, dem sei die Homepage empfohlen www.schlingensief.com.<\/p>\n<p><em>Deutschlandradio Kultur, Radiofeuilleton, 08.02.2010, 15:07 Uhr<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christoph Schlingensief legte den Grundstein f\u00fcr das Operndorf in Laogo<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/495"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=495"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/495\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=495"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=495"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}