{"id":373,"date":"2009-04-30T21:32:47","date_gmt":"2009-04-30T19:32:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=373"},"modified":"2009-04-30T21:32:47","modified_gmt":"2009-04-30T19:32:47","slug":"der-warmekuchen-strahlt-weiter-tip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=373","title":{"rendered":"DER W\u00c4RMEKUCHEN STRAHLT WEITER (TIP)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Christoph Schlingensief er\u00f6ffnet das Theatertreffen mit \u201eEine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir\u201c \u2013 ein St\u00fcck, in dem er seine Krebserkrankung radikal zum Thema macht. Wir sprachen mit ihm \u00fcber Kunst und Krankheit, \u00fcber sein neues Buch und \u00fcber die Rat, den ihm Patti Smith im Krankenhaus gegeben hat: Setz die Gespenster an den Tisch und rede Klartext mit ihnen<\/strong><\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Machen Sie in Ihrem St\u00fcck \u201eDie Kirche der Angst vor dem Fremden in mir\u201c ernst mit der ber\u00fchmten Forderung von Joseph Beuys: \u201eZeige Deine Wunde\u201c? <\/p>\n<p><strong>CHRISTOPH SCHLINGENSIEF:<\/strong> An meiner Wand im Wohnzimmer h\u00e4ngt ein Typoskript von Joseph Beuys, das mir einer aus der Beuys-Gefolgschaft geschenkt hat, als ich im Krankenhaus lag. Der Text von Beuys geht so: \u201eB\u00fchnenst\u00fcck 1: Der W\u00e4rmekuchen wird bei geschlossenem Vorhang mitten auf die B\u00fchne gestellt. Der W\u00e4rmekuchen leitet auf offener B\u00fchne seine Last ab.\u201c Das ist toll.<\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Genau das machen Sie ja auch bei Ihren Aktionen und der \u201eKirche der Angst vor dem Fremden in mir\u201c: W\u00e4rme abstrahlen. <\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Und wenn der Vorhang dann mal zu bleibt, bleibt die W\u00e4rme gelegentlich noch etwas l\u00e4nger im Kuchen. In dem Satz von Beuys steckt alles drin, was ich im Krankenhaus selber erlebt habe. Du bist in einem superhei\u00dfen Zustand, Du bist wie ein gl\u00fchendes Kohlest\u00fcck und wei\u00dft nicht, ob das jetzt ganz abkokelt oder nicht. Und gleichzeitig bist Du ganz kalt. <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Wie geht es Ihnen jetzt, nach der Chemotherapie, ein Jahr nach Ihrer Operation, bei der Ihnen der linke Lungenfl\u00fcgel entfernt wurde?<\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Heute geht es mir gut. Aber gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig ist vieles schwerer, immer wieder kommt mir zu Bewusstsein, dass ich einfach nicht mehr diese Leichtigkeit habe wie fr\u00fcher. Die Traurigkeit sitzt in den tiefsten Poren drin. Ich w\u00e4re schon verdammt froh, wenn ich abends ins Bett gehen k\u00f6nnte und nur denken m\u00fcsste, Schei\u00dfe, ich habe vergessen einzukaufen. Zur Zeit denke ich, Schei\u00dfe, ich muss wieder in die R\u00f6hre zur Untersuchung, ob da noch Metastasen sind. Das ist eine Schei\u00dfangst. Gleichzeitig sind die Gl\u00fccksmomente intensiver als fr\u00fcher. Im besten Fall ist das eine Gl\u00fcckseligkeit, dass ich alles umarmen m\u00f6chte. <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Sie haben im Krankenhaus Ihre Gedanken und Tr\u00e4umen in ein Diktierger\u00e4t gesprochen, endlos. Passagen aus diesen Selbstgespr\u00e4chen tauchen in Ihren neuen Theaterst\u00fccken auf, vor allem in \u201eEine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir\u201c. Jetzt versammelt Ihr neues Buch (\u201cSo sch\u00f6n wie hier kanns im Himmel gar nicht sein\u201c) diese Aufzeichnungen. Hat Ihnen das Reden ins Mikrophon im Krankenhaus geholfen?<\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Total.  Diese vor sich hinreden, wenn man mal ganz bei sich auf der Strasse ist, das kennt doch fast jeder. Immer wieder trifft man auf neue Gedanken, man spricht dann vielleicht sogar mit verstellter Stimme. Ich habe Angela Winkler mal beobachtet, wie sie fast 30 Minuten lang durch Duisburg gelaufen ist und sehr ausdrucksstark geredet und gestikuliert hat. Und genau so ein reden war das auch f\u00fcr mich. Es war eine Mischung aus lautem denken, predigen, Angst abbauen, den dunklen Geistern die Ohren zustopfen und ihnen gleichzeitig erkl\u00e4ren, dass man kein Interesse hat, dass sie da mitreden! Es gibt Phasen, da erz\u00e4hle ich immer weiter, noch eine Theorie, und noch eine Gedankenkette, ein riesiges Vervielf\u00e4ltigungsprogramm, das da oben abl\u00e4uft, vielleicht mit einem Sinn, vielleicht auch nicht. Da oben tut sich was, so entsteht nat\u00fcrlich auch Autonomie. Und im kleinsten in mir gibt es Zellen, die machen das auch, die fahren autonom ihr Programm. Und im Universum passiert genau das gleiche. Jede Zelle f\u00e4hrt ihr Programm. Das ist krank, und gleichzeitig ist es gigantisch und gro\u00dfartig.  <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Habe Sie das sch\u00f6n fr\u00fcher gemacht, den eigenen Gedanken und Assoziationen zuh\u00f6ren und alles in ein Diktierger\u00e4t sprechen? <\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Mit 22 habe ich einen Selbstversuch mit LSD genommen und dabei auf einer Kassette gesprochen: \u201eDies ist ein Selbstversuch, wir haben soundsoviel Uhr, ich nehme jetzt das L\u00f6schpapier.\u201c Und dann kommt erst mal immer: \u201eIch merke keine  Ver\u00e4nderung.\u201c Nach einer Stunde oder so sage ich dann: \u201eIch habe das Gef\u00fchl, dass die Wand eine Delle bekommt, da ist noch eine W\u00f6lbung, da scheint sich was zu tun.\u201c Und am Ende h\u00f6rt man nur noch, wie ich auf einer Yamaha-Orgel immer einen Ton dr\u00fccke, damals habe ich zusammen mit Thomas Meinecke Musik gemacht. Ich dr\u00fccke immer diesen einen Ton, endlos, immer wieder. Bis heute habe ich die \u00dcberzeugung,  dass das die gr\u00f6\u00dfte Komposition war, die man \u00fcberhaupt machen kann (lacht). Das war sensationelle Musik, so gut habe ich nie wieder komponiert (lacht). <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Wie waren die Selbstgespr\u00e4che im Krankernhaus? <\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Das war meistens abends, das war wie ein warmes Gef\u00fchl: Man rollt sich im Bett ein und erz\u00e4hlt die ganze Geschichte. Als w\u00fcrden sich die Geister, die sich so ab 17 Uhr auf mich drauf gelegt hatten, sich verziehen, weil sie das nicht h\u00f6ren wollen. Das hat auch Patti Smith gesagt, als sie mich im Krankenhaus besucht hat: Ich soll die Gespenster, die man ja selber produziert, an den Tisch setzen, die \u00c4ngste. Ich soll sagen: so, jetzt reden wir, was willst Du mir sagen, welche Angst ist das. Hol \u00b4alle Gespenster an den Tisch, hat Patti Smith gesagt. Das habe ich gemacht, das war die Befreiung. Ich  hatte am Anfang auch komische Tr\u00e4ume. Da habe ich immer stolz meine Narbe gezeigt. Und da war da vorne vor der Brust noch ein Eisernes Kreuz, v\u00f6llig verwirrende Bilder. Mein Vater war da, aber der war eigentlich schon tot, ich habe gekotzt, au\u00dfenrum waren Zuschauer \u2013 typische Theaterszenen aus Deutschland (lacht).    <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Wie ver\u00e4ndert diese Krankheitserfahrung Ihre Arbeit? <\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Ich will bei den Proben nicht immer sofort auf die B\u00fchne st\u00fcrmen und vorspielen (lacht). Wenn ich in Zukunft arbeite, was ja wichtig und gut ist, muss ich gar nicht mehr meine eigene Geschichte erz\u00e4hlen. Ich glaube, wenn man in andere Geschichten eintritt, wird man das ganz anders erz\u00e4hlen, das l\u00e4uft durch einen durch. <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Man wird durchl\u00e4ssiger, auch f\u00fcr das Leiden der anderen?<\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Absolut, und zwar teilweise nicht nur in einem guten Sinn. Es gab Zeiten nach der Operation, da bekam ich einen Heulkrampf, wenn im Fernsehen ein M\u00e4dchen bei Heidi Klum ausgeschieden ist (lacht). Ich glaube, ganz wichtig ist, seine Autonomie zu behalten. Wir wollen eine Internetseite machen: \u201eAutonom und krank\u201c oder \u201eGeschockte Patienten\u201c. Die Adresse ist: www.krankundautonom.de. Man muss den Leuten in den ersten vier Wochen nach der Krebs-Diagnose helfen. Das ist der Schockmoment, wo der ganze Wahnsinn ausbricht. Man muss eine neue Zeitrechnung akzeptieren, alles bricht weg. Und man muss alles festhalten, was gut f\u00fcr einen ist. Das ist so schwierig, weil es f\u00fcr diesen GAU keinerlei Vor\u00fcbung gibt. <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Und dabei soll Ihre Internetseite Betroffenen helfen?<\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Sich selber helfen. Autonom bleiben. Auch die Freunde bitten, sich zu k\u00fcmmern. Ab der Diagnose braucht man Geborgenheit, Zuwendung, eine liebevolle Versorgung der Seele, die sich pl\u00f6tzlich aufzul\u00f6sen scheint. Diese Internet-Seite werde nicht ich machen, sondern der Kranke oder seine Bekannten, Freunde, Familie selber. Keine Horrorgeschichten \u00fcber Operationen, oder Prognosen, wie lange man noch lebt. Solche Internetseiten gibt es schon genug und es ist der reinste Horrorgarten.  Schon bevor das Buch erschienen ist, bekam ich jeden Tag ein dutzend Mails von Krebskranken oder ihren Angeh\u00f6rigen. Ich kann nur sagen: Wo war der Moment, wo Sie doch noch mal gelacht haben oder gl\u00fccklich waren? Ich musste im Krankenhaus zum ersten mal wieder lachen, als eine verwirrte Patientin vor meine T\u00fcr gekackt hatte. Diese Momente muss man jeden Tag sammeln. Wie die Regeln in der Kindheit: Morgens Z\u00e4hneputzen. Das soll auf dieser Seite stattfinden, ein Forum, das den Kranken hilft, ihre Autonomie zu behalten. Und wenn ich Lust habe, dann werde ich mich an dieser Seite beteiligen. <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Sie machen Ihre Krankheit \u00f6ffentlich. M\u00fcssen Sie sich jetzt nicht davor sch\u00fctzen, in eine seltsame Guru-Rolle gedr\u00e4ngt zu werden, der Schmerzensmann, der stellvertretend f\u00fcr die anderen leidet?<\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Das kann ich nicht. Das ist auch falsch. Ich kann nicht f\u00fcr alle da sein, ich bin jetzt f\u00fcr mich da. Ich hatte in diesen Wochen eine Erfahrung mit einem Mann, der ALS hatte. Der hat mir Mails geschrieben, er konnte nicht mehr, der wollte nicht mehr leben, und er ist dann auch gestorben. Ich habe einfach gesp\u00fcrt, wie mir das wieder unter die Haut geht. Ich kann jetzt nicht als Pate auftreten und sagen, ich bin nur noch f\u00fcr andere da. <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Ursachenforschung ist bei dieser Krankheit immer fatal, weil dann alles zum Vorzeichen uminterpretiert wird. Trotzdem ist der Gedanke gespenstisch, dass Sie sich lange vor Ihrer Erkrankung in Ihrer Arbeit immer wieder mit Krankheit besch\u00e4ftigt haben, vom ALS-St\u00fcck \u201eKrankheit als Chance\u201c bis zu dem \u201eParsifal\u201c, in dem es f\u00fcr Sie um eine Nahtoderfahrung geht. <\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Ich habe diese Krankheit am Anfang fast als eine Installation betrachtet. Das war eine Beleidigung. Ich dachte, mein Vater war schuld, alle m\u00f6glichen waren schuld, Bayreuth war schuld. Das hat sich gewandelt. Bayreuth spielt gar keine Rolle mehr, ich habe keinen Bezug mehr zu dem ganzen Verein. Trotzdem habe ich in Bayreuth den \u201eParsifal\u201c gemacht, das hat auch etwas bewirkt im Denken \u00fcber diese Wunde und diese Nahtoderfahrung. Dann l\u00f6st  sich das pl\u00f6tzlich auf eine ganz komische Weise ein. Aber diese Gedanken kommen mir mittlerweile mehr als absurd vor. Ich brauchte das damals, um Distanz zu schaffen. Wenn man sich selber die Schuld gibt, dann ist man auch schnell bei katholischer Schuldbearbeitung, und die hat noch keinem geholfen. Der Mensch ist sehr liebenswert. Dass er an sich selber zweifelt, spricht f\u00fcr seine St\u00e4rke selbst in der Schw\u00e4che. <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> In \u201eDie Kirche der Angst vor dem Fremden in mir\u201c sieht man ein Video: Sie liegen im Krankenbett und schreien immer wieder \u201eNicht ber\u00fchren, nicht ber\u00fchren jetzt&#8230;\u201c Es ist ein f\u00fcrchterlicher Moment und nat\u00fcrlich f\u00fcr den Zuschauer ein extrem ber\u00fchrender. Wie geht es Ihnen selbst, wenn Sie das jetzt wieder sehen? <\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Eigentlich achte ich viel mehr auf Ger\u00e4usche, die musikalische Struktur. Die Rhythmen sind anders, weil ich wahrscheinlich auch mehr auf Distanz bleibe und nicht gleich mittrommeln will. Das Musikalische h\u00e4lt mich in dem Raum, und nicht mehr der Gedanke, ich mach\u00b4 Euch jetzt auf der B\u00fchne mal richtig den Abend hei\u00df und kotz Euch gleich in den Zuschauerraum oder sonst was. Das alles nur als Aufbereitung dieser Phase oder was wei\u00df ich zu sehen, w\u00e4re mir zu psychologisch, das zu wiederholen kommt mir inzwischen fast \u00fcberfl\u00fcssig vor. Am meisten interessiert mich das musikalische, die Stimme von Angela  Winkler wieder zu h\u00f6ren, Margit Carstensen mit ihrer Stimme, das \u201eDankesch\u00f6n!\u201c, das Horst immer dazwischen  br\u00fcllt&#8230; Das kann ein lustiger Abend werden. <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Hat es Ihnen geholfen, auch in der Krankheit weiter zu arbeiten und nicht einfach mit allem aufzuh\u00f6ren und zu sagen, ich bin krank und sonst gar nichts? <\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Das war sehr wichtig. Und jedes  Projekt war eine Unm\u00f6glichkeit mehr, die man gemacht hat. Irgendwann haben meine Verlobte Aino und ich rumgesponnen und \u00fcberlegt, sollen wir daraus nicht einen Spielfilm machen, eine v\u00f6llig durchgedrehte Krankenhaus-Kom\u00f6die, Margit als irrer Chefarzt, Patienten, die rumkacken. Aber das fanden wir dann auch doof. In \u201eMea Culpa\u201c in Wien klappt das, dass man wieder lachen kann, da gibt es ein Panoptikum von Ayurveda-Patienten, dass man sich an den Kopf fasst, das ist so super.   <\/p>\n<p><strong>TIP:<\/strong> Eine Vorstufe der \u201eKirche der Angst vor dem Fremden in mir\u201c war eine Inszenierung im Maxim Gorki Theater, \u201eZwischenstand der Dinge\u201c. Das war zuerst nur eine geschlossene Veranstaltung, eine Arbeitsskizze ohne Publikum. Wie kam das zustande?<\/p>\n<p><strong>SCHLINGENSIEF:<\/strong> Dass das m\u00f6glich war, war ein Geschenk von Armin Petras, das ich ihm nie vergessen werde! Das war einfach unglaublich gro\u00dfz\u00fcgig und gro\u00dfartig von ihm, unbezahlbar. Das war ein Rantasten, ein Abend f\u00fcr Freunde, ich wollte da kein Publikum und keine Kritiker. Aino hat mich ein paar mal auch dahin getrieben. Ich habe kein Selbstvertrauen mehr gehabt, ich wusste nicht, ob ich so etwas \u00fcberhaupt noch machen kann, ob die Bilder noch kommen. Man hat keine Kraft mehr, kein Selbstvertrauen. Bis  die Eigenliebe wieder kommt, das dauert. Ein paar Mal mussten wir auf halber Strecke auf dem Weg ins Theater umdrehen, weil ich wieder kotzen musste. Dann haben wir in der Wohnung geprobt. Dass ich das bis zum Schluss durchgezogen habe, hat mir geholfen. Mit dieser Arbeit im Gorki hat wirklich wieder alles angefangen. Es ist so sch\u00f6n, Bl\u00f6dsinn zu machen, dass einfach nur das Leben da ist. Ich will, dass diese Krankheit abhaut, dass sie von der Erde verschwindet. In zwanzig Jahren lacht man da dr\u00fcber.<\/p>\n<p><em>Interview: Peter Laudenbach<\/em><\/p>\n<p><em>Erschienen auf TIP-BERLIN.DE am 27.04.2009<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christoph Schlingensief er\u00f6ffnet das Theatertreffen mit \u201eEine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir\u201c \u2013 ein St\u00fcck, in dem er seine Krebserkrankung radikal zum Thema macht. 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