{"id":320,"date":"2009-02-05T12:51:06","date_gmt":"2009-02-05T10:51:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=320"},"modified":"2009-02-05T12:51:06","modified_gmt":"2009-02-05T10:51:06","slug":"egomania-im-central-kino-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=320","title":{"rendered":"EGOMANIA IM CENTRAL-KINO BERLIN"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die diesj\u00e4hrige Berlinale-Jurypr\u00e4sidentin Tilda Swinton und Udo Kier in Schlingensiefs EGOMANIA von 1986. Vom 5. bis 11. Februar t\u00e4glich im Central &#8211; Kino Berlin\/Hackescher Markt (mit englischen Untertiteln)<\/strong><\/p>\n<p><strong>EGOMANIA  Christoph Schlingensief, D 1986, 84 min <\/strong><\/p>\n<p>Ein anderes Weltende wird es nicht geben: Erbitterte K\u00e4mpfe voller Hass und Liebe um Inzest und Reichtum. Udo Kier als Tante des Teufels und Tilda Swinton als Br\u00fcnhilde. Ein junges Paar gefangen im ewigen Eis, in z\u00e4rtlicher Liebe, von allen bedroht.<\/p>\n<div style=\"padding-top:26px;padding-bottom:28px;text-align:center;width:430;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schlingensief.com\/mediathek\/flashvideo2.php?type=flv&#038;b=400&#038;h=300&#038;id=egomania_trailer_451\" width=\"400\" height=\"318\" name=\"video_inabox\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/div>\n<p>Auf einer trostlosen Ostseeinsel herrscht der unheimliche, vampir\u00e4hnliche Baron Tante Teufel. Wo fr\u00fcher Friede und Freude das Leben der Inselbewohner bestimmte, walten nun Hoffnungslosigkeit und Zwietracht. Als pl\u00f6tzlich eine wahre Liebe die Tristesse seiner Insel &#8222;bedroht&#8220;, dreht der Baron durch&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/wp-content\/photos\/foto24_kier.jpg\" width=\"450\" height=\"306\" alt=\"EGOMANIA (1986)\" class=\"centered\" \/><\/p>\n<p>Fr\u00fcher lebten die Menschen auf der trostlosen Insel in der Ostsee in Frieden und Partylaune, doch nun hat Zwietracht und Hoffnungslosigkeit Besitz von der Gesellschaft ergriffen. Der Herrscher des winterlich verwehten Eilands ist der verd\u00e4chtig an einen Vampirgraf erinnernde Baron Tante Teufel, dem schon einige junge M\u00e4dchen zum Opfer gefallen sind. Als pl\u00f6tzlich wahre Liebe die Eisesk\u00e4lte zu brechen droht, sieht der wahnsinnige Blaubl\u00fctler buchst\u00e4blich rot. Um die Liebe im Keim zu ersticken, scheut er vor nichts zur\u00fcck&#8230;<\/p>\n<p><strong>Central Kino<br \/>\nRosenthaler Strasse 39<br \/>\nBerlin-Mitte<br \/>\n05. &#8211; 11.02.: Do + Mo &#8211; Mi 23:45 \/ Sa + So 14:00<\/strong><\/p>\n<p>Credits:<\/p>\n<p>Regie, Drehbuch: Christoph Schlingensief &#8211; Kamera: Dominik(us) Probst &#8211; Schnitt: Thekla von M\u00fclheim (= Christoph Schlingensief) &#8211; Musik: Tom Dokoupil, Christoph Schlingensief, Helge Schneider, Sonoton\/M\u00fcnchen, Ella Johnson &#8211; Darsteller: Udo Kier, Tilda Swinton, Uwe Fellensiek, Anna Fechter, Anastasia Kudelka, Volker Bertzky, Dietrich Kuhlbrodt, Wolfgang Schulte, Ark Boysen, Melf Boysen &#8211; Sprecher: Werner Funke, Anna Fechter, Christopher Krieg (= Christoph Schlingensief) u.a. &#8211; BRD 1986 &#8211; 84 min. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/wp-content\/photos\/foto12.jpg\" width=\"450\" height=\"308\" alt=\"EGOMANIA (1986)\" class=\"centered\" \/><\/p>\n<p><em>&#8222;In EGOMANIA scheint die Harmonie in der Welt zerbrochen, alle Hoffnung gescheitert. W\u00fcst ist das Land, und die See geht hoch. Schlingensiefs wahn-haft dunkle Insel ohne Hoffnung ist ein Dorado f\u00fcr Schimmel- reiter. Schlingensief sagt: &#8222;Handle, wie dir dein D\u00e4mon vorschreibt.&#8220; Und wir h\u00f6ren Schiller: &#8222;Gehorcht dem D\u00e4mon, der Euch sinnlos w\u00fctend treibt.&#8220; Er zeigt drei schwarzvermummte Frauen, die wie verzweifelteTiere die Leiche eines M\u00e4rtyrers ins Eis schleppen, und wir denken an die Hexen aus &#8218;Macbeth&#8216;. Nat\u00fcrlich treiben auch Schlingensiefs Eisschollen nicht vom Ozean, sondern von Caspar David Friedrich auf uns zu, und als wir auf einer Schrifttafel in schwarzen Lettern lasen &#8222;Ein Schiff wird kommen&#8220; war die Frage nur, in welcher Variante der \u00bbHoll\u00e4nder\u00ab-Mythos erscheinen wird. Schlie\u00dflich klebte eine fliegende Holl\u00e4nderin am segellosen Mast einer elenden Rostsch\u00fcssel. Durch dieses Chaos der schiefen Zitate, unterst\u00fctzt von dr\u00f6hnenden Ger\u00e4uschen aus der Punkzeit taumelt Schlingensief dem Ende der Illusion entgegen. Rette sich, wer kann, vor gebildeten Exegeten. Denn erst auf der Flucht vor den Zitaten findet man in die Bewegung des Films, in dein alles zu Ende geht. Noch spannender wird sein, was auf das Pathos dieser letzten Vorstellung folgt.&#8220; (Helmut Sch\u00f6del, DIE ZEIT)<\/p>\n<p>&#8222;Ein Melodrama von Schlingensief? Hier ist es! Das, was viele von ihm schon immer sehen wollten. Ein Fr\u00fchschuss von 1987. F\u00fcr mich sein bester Film!&#8220; (S\u00fcddeutsche Zeitung)<\/p>\n<p>&#8222;Ein junger Oberhausener entwickelt sich mit halsbrecherischem Tempo zum Apokalyptiker des deutschen Films.&#8220; (EPD Film)<\/p>\n<p>&#8222;Er gilt als &#8222;enfant terrible&#8220; der deutschen Filmszene: Regisseur Christoph Schlingensief (&#8218;Tunguska&#8216;, &#8218;Das deutsche Kettens\u00e4genmassaker&#8216;), der EGOMANIA mit einem Augenzwinkern als &#8222;das gr\u00f6\u00dfte Liebesdrama aller Zeiten&#8220; beschreibt. Unter den fr\u00fchen Filmen des Kulturanarchisten bietet dieses \u00e4sthetisch an Caspar David Friedrich gemahnende Eisw\u00fcsten-Bilderr\u00e4tsel und erste Filmwerk des sp\u00e4teren Provokateurs eine experimentelle Auseinandersetzung mit der deutschen Romantik. Die N\u00e4he zum Kitsch ist bewusst gesucht. Am Ende gehen Udo Kier und Tilda Swinton, der durchgedrehte Baron Tante Teufel und die sch\u00f6ne Sally, gemeinsam dem rot getr\u00e4nkten Sonnenuntergang entgegen: &#8222;Ein anderes Weltende wird es nicht geben.&#8220; &#8218;Egomania &#8211; Insel der Hoffnung&#8216; wurde 1987 mit dem Max-Oph\u00fcls-Preis ausgezeichnet.&#8220; (prisma)<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/wp-content\/photos\/foto16_kier.jpg\" width=\"450\" height=\"304\" alt=\"EGOMANIA (1986)\" class=\"centered\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/wp-content\/photos\/egomania_plakat.jpg\" width=\"328\" height=\"450\" alt=\"EGOMANIA (1986)\" class=\"centered\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die diesj\u00e4hrige Berlinale-Jurypr\u00e4sidentin Tilda Swinton und Udo Kier in Schlingensiefs EGOMANIA von 1986. Vom 5. bis 11. 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