{"id":227,"date":"2007-07-28T14:56:16","date_gmt":"2007-07-28T12:56:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=227"},"modified":"2007-07-28T14:56:16","modified_gmt":"2007-07-28T12:56:16","slug":"schlingensief-ist-fur-mich-irgendwo-der-real-existierende-tannhauser-festspielede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/?p=227","title":{"rendered":"&#8222;SCHLINGENSIEF IST F\u00dcR MICH IRGENDWO DER REAL EXISTIERENDE TANNH\u00c4USER&#8220; (FESTSPIELE.DE)"},"content":{"rendered":"<p><strong> Von der Kritik nicht nur goutiert, vom Publikum hei\u00df begehrt: Philippe Arlauds Inszenierung des \u201eTannh\u00e4user\u201d, die am heutigen Donnerstag ihre letzte Wiederaufnahme-Premiere feiert, erf\u00e4hrt nach dieser Spielzeit das gleiche Schicksal wie Christoph Schlingensiefs \u201eParsifal\u201d: Sie wird vom Spielplan der Bayreuther Festspiele gestrichen. Endg\u00fcltig.<\/strong><br \/>\n<img loading=\"lazy\" src=\"..\/images\/dummie.gif\" width=\"1\" height=\"25\" border=\"0\"\/><br \/>\n<em>Von Gert-Dieter Meier<\/em><br \/>\n<img loading=\"lazy\" src=\"..\/images\/dummie.gif\" width=\"1\" height=\"25\" border=\"0\"\/><br \/>\n<em> Frage: Herr Arlaud, ziehen Sie doch mal Bilanz: F\u00fcnf Jahre \u201eTannh\u00e4user\u201d. Was war, was ist geblieben?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Unser \u201eTannh\u00e4user\u201d-Projekt hat in den f\u00fcnf Jahren eine deutliche Entwicklung durchgemacht in musikalischer und szenischer Hinsicht. In den ersten beiden Jahren war Glen Winslade leider nicht ganz gesund. Was nat\u00fcrlich Auswirkungen auf die gesamte Produktion hatte. Als dann, im dritten Jahr, Stephen Gould die Partie \u00fcbernahm, gab es sofort einen Ruck und die Produktion kam in eine andere Dimension. Im Jahr 2005 dann stimmte die Chemie endg\u00fcltig zwischen S\u00e4ngern \u00ad Orchester Thielemann hat in diesem Jahr einen unglaublichen k\u00fcnstlerischen H\u00f6hepunkt erreicht \u00ad und Produktion. Leider ist 2005 keine DVD von der Produktion angefertigt worden. Nach einem Jahr Ruhepause nehmen wir jetzt also die Produktion wieder auf. Und die Karten sind neu gemischt. Mit Christoph Ulrich Meier haben wir einen neuen Dirigenten, Frank van Aken singt den Tannh\u00e4user, Thomas Jesatko den Biterolf. Das wird sich nat\u00fcrlich wieder auf die Produktion auswirken. Wobei man, im letzten Jahr, bei reduzierten Probezeiten, nicht mehr eine neue Inszenierung auf die B\u00fchne stellen kann. Da ist eher Feinschliff angesagt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/wp-content\/photos\/Arlaud.jpg\" width=\"450\" height=\"359\" alt=\"Philippe Arlaud - Der Tannh&Atilde;&curren;user-Regisseur\" class=\"centered\" \/><\/p>\n<p><em>Frage: F\u00e4llt es, nach so einem Pausenjahr, schwerer, wieder in die Inszenierung einzutauchen?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Nat\u00fcrlich. Man muss sich neu motivieren und konzentrieren. Aber ich bin da wie ein Maler, der vor einem Bild steht, das er vor l\u00e4ngerer Zeit angefangen hat. Der ist vermutlich auch nicht mehr zufrieden mit dem Bild von damals. Sie m\u00fcssen bedenken, dass die ersten Konzepte f\u00fcr die Inszenierung aus dem Jahr 2000 stammen. Aus heutiger Sicht w\u00fcrde ich die Produktion am liebsten einstampfen und alles v\u00f6llig anders machen. Aber das ist eine normale Entwicklung. Wobei es der Maler leichter hat: Er kann sein Bild \u00fcbermalen oder wegwerfen. Mit einer Inszenierung geht das nicht so leicht. Man muss da auch ganz ehrlich sagen: Viel kannst du w\u00e4hrend eines solchen Zyklus nicht ver\u00e4ndern. Ein paar szenische \u00c4nderungen, okay. Mehr aber geht nicht. Daf\u00fcr fehlt das Geld. Weshalb ich, f\u00fcr mich pers\u00f6nlich, die Idee der Werkstatt Bayreuth auch mit einem kleinen Fragezeichen versehen w\u00fcrde. Die Werkstatt ist ein sch\u00f6ner Vorsatz, in Wirklichkeit aber doch eher Illusion.<\/p>\n<p><em>Frage: Schlingensief hatte ja mal ge\u00e4u\u00dfert, dass er gerade mal tausend Euro zur Verf\u00fcgung habe f\u00fcr den Werkstatt-Check seiner Produktion.<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Das sind Peanuts, richtig.<\/p>\n<p><em>Frage: Wie beurteilen Sie die Festspiele insgesamt?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Ich finde die Ausrichtung und die Spannbreite dieser Festspiele hervorragend. Besonders hat mich die Radikalit\u00e4t von Schlingensief beeindruckt. Weil sie auch die \u00fcbrigen K\u00fcnstler zum Nachdenken zwingt, auf welcher Seite der Kunst sie stehen. Das ist eigentlich das Thema des \u201eTannh\u00e4user\u201d, aber Schlingensief ist f\u00fcr mich irgendwo der real existierende Tannh\u00e4user. Nat\u00fcrlich hat sein \u201eParsifal\u201d das Publikum gespalten. Aber im Lauf der Zeit hat sich die Sichtweise, bezogen auf seinen \u201eParsifal\u201d, doch stark gewandelt. So ist das eben mit der Avantgarde. Ich ziehe den Hut vor Schlingensief. Weil er entweder sehr mutig war, diesen \u201eParsifal\u201d in der vorliegenden Form zu machen. Oder aber unschuldig. Vielleicht ist er einfach auf dieses Werk zugegangen. Und hat gemacht. Das ist das Talent des ganz gro\u00dfen K\u00fcnstlers. Chapeau, Schlingensief! Ich habe viel von ihm gelernt. Ich finde es spannend, wenn man nur mal die Inszenierungen von Schlingensief, Marthaler und mir anschaut, das sind drei verschiedene Antworten auf den Schmerz der Welt. Schlingensief schreit lautstark \u201eHilfe!\u201d, Marthaler ist paralysiert und hat eine unglaubliche Kraft und ich bewege mich mehr auf der Romantik-Schiene. Nat\u00fcrlich geh\u00f6rt diese meine Sicht eher ins 20., aber eben nicht mehr ins 21. Jahrhundert. Genau deshalb bin ich ja auch nicht mehr einverstanden mit meiner eigenen \u00c4sthetik. Ich finde meinen \u201eTannh\u00e4user\u201d jetzt eigentlich schei\u00dfe! <\/p>\n<p><em>Frage: W\u00e4re das die Idealform der Werkstatt: Sagen zu k\u00f6nnen: Ich mache jetzt meinen \u201eTannh\u00e4user\u201d nach drei oder vier Jahren komplett neu?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Nat\u00fcrlich, das w\u00e4re wirklich aufregend. Die Vision nach der ersten Vision umsetzen zu k\u00f6nnen. Aber das ist an den Theatern heute leider nicht m\u00f6glich. Nehmen wir den \u201eRing\u201d, den ich ja im vergangenen Jahr an einem Abend im Zentrum aufgef\u00fchrt habe. Den mache ich jetzt, f\u00fcr St. P\u00f6lten in \u00d6sterreich, komplett neu. Mit viel mehr Tiefe und viel klarerer politischer Aussage.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.schlingensief.com\/weblog\/wp-content\/photos\/Arlaud1.jpg\" width=\"450\" height=\"355\" alt=\"Philippe Arlaud - Der Tannh&Atilde;&curren;user-Regisseur\" class=\"centered\" \/><\/p>\n<p><em>Frage: Sie sagen \u201eschei\u00dfe\u201d, das Publikum aber ist begeistert: Der \u201eTannh\u00e4user\u201d gilt als die aktuelle Lieblings-Inszenierung der Bayreuth-Besucher.<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Naja, das Wort Schei\u00dfe war wohl auch etwas \u00fcbertrieben. Ich meine nur, dass ich selbst jetzt weiter bin, als es meine Inszenierung zeigt. Nein, der \u201eTannh\u00e4user\u201d ist schon eine durchaus schl\u00fcssige Inszenierung. Was mich besonders gefreut hat: Pierre Boulez hat, nachdem er meinen \u201eTannh\u00e4user\u201d gesehen hat, nur einen Kommentar abgegeben: \u201eSie haben den Mut zur Romantik.\u201d Was ich zwischenzeitlich als Problem ansehe: Mir ist diese Inszenierung zu weit weg vom Publikum. Ich h\u00e4tte sie gerne viel unmittelbarer herangeholt an das Werk, an meine Sichtweise. Ich glaube, dass mir das beim \u201eFalstaff\u201d in Baden-Baden gut gelungen ist. Mein Ziel ist es, dass das Publikum die Fl\u00fcssigkeit des Lebens selbst sp\u00fcrt: Blut, Sperma, Tr\u00e4nen, Milch anstatt, aus dem Abstand heraus, irgendwelche Marionetten auf der B\u00fchne zu beobachten. Gleichwohl: das Publikum genie\u00dft die Inszenierung.<\/p>\n<p><em>Frage: Eigentlich interessant: F\u00fcr viele Menschen ist Romantik auf der B\u00fchne Sehnsucht, f\u00fcr andere Schock.<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Nat\u00fcrlich ist Romantik eine Art Grundsehnsucht der Menschen. Die reale Welt ist schrecklich genug. Da suchen viele die Traumwelt wenigstens auf der B\u00fchne. Das war \u00fcbrigens im 19. Jahrhundert nicht anders. Als in Wien die \u201eFledermaus\u201d aufgef\u00fchrt wurde (\u201eGl\u00fccklich ist, wer vergisst\u201d), ging drau\u00dfen der erste gro\u00dfe B\u00f6rsenkrach \u00fcber die B\u00fchne. Die Romantik ist eine Art der L\u00f6sung. Und die kommt in \u201eTannh\u00e4user\u201d exemplarisch zur Geltung. Den Menschen diesbez\u00fcglich entgegenzukommen, bedeutet f\u00fcr die einen Erf\u00fcllung und f\u00fcr andere Schock. Weil das einfach in bestimmten Kreisen als pfui gilt.<\/p>\n<p><em>Frage: Ist \u201eTannh\u00e4user\u201d eine Art Lieblingsst\u00fcck f\u00fcr Sie?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Unbedingt. Ich stelle ihn \u00fcber den \u201eTristan\u201d. Die Person des Tannh\u00e4user geh\u00f6rt f\u00fcr mich zum Genialsten, was Wagner geschaffen hat. Weil dieser Typ mitten im Leben steht. Und dann die Religionsdebatte! Aktueller geht es nicht mehr. Der Wettkampf der Romantik gegen eine bestimmte Art Ideologie das ist hochinteressant.<\/p>\n<p><em>Frage: Gibt es bei Ihnen schon neue \u201eTannh\u00e4user\u201d-Pl\u00e4ne?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Leider nicht. Aber irgendwann werde ich dieses Werk auf alle F\u00e4lle nochmal bearbeiten. Ich bin Wagner einfach noch einen \u201eTannh\u00e4user\u201d schuldig (lacht)\u2026<\/p>\n<p><em>Frage: Wie sehen Sie denn nun dieses Ph\u00e4nomen Bayreuth? Ist es eine Art Kraftort f\u00fcr Wagner?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Sicher ist: Es gibt wenige St\u00e4dte, die eine solche Monokultur so lange leben und aushalten. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich gibt es nicht viele andere St\u00e4dte, in denen ich so viel Zeit zugebracht habe. Ich f\u00fchle mich fast wie zuhause. Ich habe viele Freunde gefunden und Erfahrungen gemacht. Weshalb mir ja unver\u00e4ndert ein Off-Festival f\u00fcr Bayreuth vorschwebt. Wir haben in diesem Jahr absichtlich damit pausiert. Weil ich heuer ja auf dem Gr\u00fcnen H\u00fcgel arbeite. Aber im kommenden Jahr soll es neu losgehen. Wir f\u00fchren Gespr\u00e4che mit dem Oberb\u00fcrgermeister und mit Sponsoren. Entweder wir machen das mit gro\u00dfem Ernst und richtig gut oder aber wir lassen es ganz. Allerdings f\u00e4nde ich es sehr schade, wenn das Off-Festival nicht zustande k\u00e4me. Ich finde, das t\u00e4te Bayreuth gut. Es fehlt der Kontrapunkt, der Dialog. Ich bedauere es auch, dass im Festspielhaus nicht auch andere Werke gespielt werden, Berlioz etwa oder Strauss. Mir fehlt die Diskussion, die Vielfalt. Ansonsten aber sind diese Festspiele genial. Sie bieten einzigartige technische M\u00f6glichkeiten. Das ist Weltspitze. Es gibt nicht viele Theater, die besser w\u00e4ren als der Rolls Royce Bayreuth. F\u00fcr einen K\u00fcnstler ist das ein Traum. Danke daf\u00fcr an Wolfgang Wagner und f\u00fcr ein einzigartiges Lebenswerk.<\/p>\n<p><em>Frage: Sie haben von Debatten gesprochen, von Diskussionen. Warum diskutiert eigentlich nicht einmal ein Philipp Arlaud mit einem Schlingensief, mit Marthaler, mit Katharina Wagner \u00fcber die Kunst. Nicht hinter verschlossenen T\u00fcren, sondern vor Publikum?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Genau! Das w\u00e4re eine gute Idee! Ich k\u00f6nnte mir auch vorstellen, dass bei solchen Gespr\u00e4chen viel heraus k\u00e4me. Ich bin dabei!<\/p>\n<p><em>Frage: Was sind denn Ihre weiteren Pl\u00e4ne?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Ich werde jetzt Festspielleiter! Und zwar wird das Feldkirch-Festival in \u00d6sterreich, nachdem die Schubertiade nach 25 Jahren nicht mehr stattfindet und danach Thomas Engelbrock sechs Jahre lang ein neues Festival begr\u00fcndet hat, jetzt auf v\u00f6llig neue Beine gestellt. Heuer starten wir, Ende Oktober, mit einer Art Appetizer. Ab 2008 geht es dann richtig los. Geplant sind dabei auch experimentelle Projekte an der Schnittstelle zwischen Musik und darstellender Kunst. Ich sehe diese Festspiele auch als Sprungbrett f\u00fcr hochtalentierte junge K\u00fcnstler.<\/p>\n<p><em>Frage: Sie werden aber auch Regie f\u00fchren?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Selbstverst\u00e4ndlich! Wobei ich das nicht \u00fcberbewerten will. Wir sind noch ein Floh im Vergleich zum Nachbarn, dem Elefanten Bregenz. Aber: Feldkirch hat Charme. F\u00fcr mich ist es jetzt an der Zeit, mich mal um diese Dinge zu k\u00fcmmern. Au\u00dferdem bin ich im Gespr\u00e4ch mit zwei gro\u00dfen H\u00e4usern, um dort gegebenenfalls die Intendanz zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><em>Frage: Die Idee des Off-Festivals in Bayreuth aber wollen Sie weiter verfolgen?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Auf alle F\u00e4lle. Da haben wir schon zu viele Ideen und zu viel Kraft investiert. Allerdings wird das nicht gehen, wenn sich die Stadt nicht auch einbringt. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich war das \u201eRing\u201d-Projekt eine tolle Vorbereitung. Ich werde den \u201eRing\u201d jetzt auch nochmal v\u00f6llig neu inszenieren. Er wird dann, am 17. November im Festspielhaus St. P\u00f6lten aufgef\u00fchrt. Am 19. November gibt es eine Vorstellung nur f\u00fcr Kinder. Nach diesen beiden \u201ekleinen Ringen\u201d f\u00fchle ich mich bestens vorbereitet f\u00fcr den \u201egro\u00dfen Ring\u201d. Ich k\u00f6nnte mir \u00fcberhaupt vorstellen, dass das ein Modell f\u00fcr viele junge Regisseure wird: Ich kann nur empfehlen: Bevor ihr euch an die Tetralogie in vier Teilen wagt, probiert erst den ganzen \u201eRing\u201d an einem Abend!<\/p>\n<p><em>Frage: Wann kommt dann Ihr gro\u00dfer \u201eRing\u201d?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Ich f\u00fchre viele Gespr\u00e4che. Aber konkret ist noch nichts. Aber ich werde ihn machen. Weil der \u201eRing\u201d das letzte Wagner-Werk ist, das ich noch nicht inszeniert habe. Und dieser Herausforderung m\u00f6chte ich mich auf alle F\u00e4lle stellen. \u201eHoll\u00e4nder\u201d, \u201eTannh\u00e4user\u201d und der \u201eRing\u201d das sind die Werke, die mich interessieren. Und die ich noch einmal machen will.<\/p>\n<p><em>Frage: Und wenn jetzt der Brief aus Bayreuth k\u00e4me: W\u00fcrden Sie wieder kommen?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: (Z\u00f6gert) Nat\u00fcrlich w\u00fcrde ich wieder kommen. Aber mit viel mehr Freiheit im Gep\u00e4ck. Vielleicht bin ich dann mehr Schlingensief. Bayreuth hat, in den letzten f\u00fcnf, sechs Jahren, in meinem Leben viel ver\u00e4ndert. Das war ein Schock, der aber zu einer Art Befreiung gef\u00fchrt hat. Bayreuth hat mir Freiheit, Reife gegeben. Und daf\u00fcr bin ich dankbar. Aber ich w\u00fcrde mir auch w\u00fcnschen, dass vor allem junge K\u00fcnstler jetzt an die Reihe kommen. Ich habe hier gearbeitet, jetzt sollen andere ran. Es gibt so viele junge K\u00fcnstler mit gro\u00dfem Talent und frischen Ideen, die sollten auch in Bayreuth zeigen d\u00fcrfen, was sie drauf haben. Deshalb, noch einmal die Antwort auf Ihre Frage: Ich w\u00fcrde Ja sagen aber die Frage wird nicht kommen.<\/p>\n<p><em>Frage: War also die \u201eWerkstatt Bayreuth\u201d eher eine \u201eWerkstatt Arlaud\u201d?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: K\u00f6nnte man sagen: Mich hat Bayreuth extrem voran gebracht.<\/p>\n<p><em>Frage: Hat Bayreuth Sie sozusagen als K\u00fcnstler erl\u00f6st?<\/em><\/p>\n<p>Arlaud: Unbedingt. Ich habe hier gelernt, dass es nichts bringt, sich st\u00e4ndig anzupassen, sich vereinnahmen zu lassen, st\u00e4ndig Kompromisse einzugehen. Man muss seinen Weg gehen. Danke Bayreuth!<br \/>\n<img loading=\"lazy\" src=\"..\/images\/dummie.gif\" width=\"1\" height=\"25\" border=\"0\"\/><br \/>\n<em>Festspiele.de &#8211; 26.07.2007<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Von der Kritik nicht nur goutiert, vom Publikum hei\u00df begehrt: Philippe Arlauds Inszenierung des \u201eTannh\u00e4user\u201d, die am heutigen Donnerstag ihre letzte Wiederaufnahme-Premiere feiert, erf\u00e4hrt nach dieser Spielzeit das gleiche Schicksal wie Christoph Schlingensiefs \u201eParsifal\u201d: Sie wird vom Spielplan der Bayreuther Festspiele gestrichen. 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