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Foto: Aino Laberenz
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Schlingensiefs Parsifal-Animatograph auf dem Flugplatz von Neuhardenberg

Der Tagesspiegel, 21.8.2005

Christiane Peitz Patti Smith ist da. Steht im Hof von Schloss Neuhardenberg neben Christoph Schlingensief, einfach so. Der Regisseur erläutert gerade mit Megafon und Zeigestock den Parcours seines Animatographen auf dem NVA-Flugplatz. Während er ausholt und vor der Schautafel von „Odins Parsipark“ den Bogen schlägt vom Gralstempel über die Klingsor-Gruft, die NASA-Station, das Islandparlament und die Luftkirche bis zum Drehbühnen-Mausoleum für Weltkrieger, während er sein Werk mit Lust und Laune beschwört, immer schneller, immer wortreicher, bis den angereisten Premierengästen zu schwindeln beginnt – blinzelt Patti Smith in die Runde und lacht.

Eigentlich kann es sich die berühmteste Rocksängerin der Welt an diesem Freitag gar nicht leisten, in Neuhardenberg zu sein. Am Donnerstag trat sie in Amsterdam auf, gestern eröffnete sie die Ruhr-Triennale in Bochum. Aber seit sie Ende Juli in Bayreuth Schlingensiefs „Parsifal“-Inszenierung sah, ist sie Schlingensiefianerin. Vor allem wegen des Hasen, der auf dem Video zum Schlussakt der Wagner-Oper im Zeitraffer verwest und erlöst wird.

Leute, sagt sie nun ins Megafon, schaut Euch den Parsipark im Vollbesitz eurer geistigen Kräfte an und mit dem Herzen eines Kindes. Wenn sie als Kind in der Scheune spielte, war alles, was sie entdeckte, ein Schatz. Bevor die Busse zum Flugplatz abfahren, empfiehlt sie noch schnell den Hasenraum, und den Vollmond dazu.

Jetzt ist der Hase im Bunker gelandet. Beziehungsweise im Hexenhaus im Wald neben dem NVA-Landeplatz mit seinen grasbewachsenen, Maya-Tempeln gleichenden Flugzeughangars. Vor dem Haus begrüßt ein Hitler-Darsteller die Gäste, die fortan in Hausruinen und Bretterverschläge klettern, um dort mit Wagner beschallt zu werden und im Halbdunkel den Mythenwesen nordischer Sagen und germanischer Götterunterwelten zu begegnen. Auf Videos, Monitoren, Drehbühnen, Graffiti-Wänden. Die Kunstmüllhalde des „Parsifal“-Bühnenbilds, hier wird sie Ereignis. Überall Silhouetten, Projektionen, Schattenrisse – und der Zuschauer mittendrin. Der Animatograph, ein Seelenhöhlengleichnis.

Im finsteren Wald schreit ein Schwein, dort schweißt einer die V2-Rakete für des Hasen Himmelfahrt zusammen, Otto Mühl lässt grüßen und Beuys sowieso. Wer den Bayreuther „Parsifal“ gesehen hat, kennt die meisten Versatzstücke der Freiluft-Installation, die nach Island und vor Afrika für ein paar Tage in Brandenburg Station macht: den Vogel Strauß vor dem Geysir zum Beispiel – das ist der Terrorist, sagt Schlingensief, denn der gehört da nicht hin. Von einem Hochsitz plärrt Adriano Celentano, gegenüber beschwört Adorno den Kapitalismus, Muezzine rufen, und allerorten dräut der Best-of-„Parsifal“-Sound.

Angst essen Seele auf. Alles so wirr und wüst hier: Laterna Magica, Geisterbahn, Gruselkabinett, Blair Witch Project. Sollte Schlingensiefs „Parsifal“ je auf DVD erscheinen, gibt’s „Odins Parsipark“ als Bonusmaterial dazu. Als mattes, enttäuschendes Echo auf Bayreuth. Denn ist das nun Aktionskunst, Kino oder Musiktheater, Ausstellung oder Performance? Schlingensief will alles mit allem verschmelzen, auf dass die Verwirrung in die Andacht, in den Rausch umschlägt. Allein, wer vor den Mückenschwärmen flieht und über Wurzeln stolpert, wer von Hexenhaus zu Hexenhaus pilgert und sich auf der Drehbühne drängelt, dem gelingt vor lauter Mobilität keine Kontemplation. Einsteigen und Mitfahren? Der ideale Zuschauer für Schlingensiefs Mythen-Karussell muss noch erfunden werden.

Wenn es bloß nicht so dunkel wäre. Da, vor Parsifals Blutgewand zwischen den hohen Gräsern, ein Schemen, wer ist das? Während der Mond hinter den Kiefern sein gespenstisches Licht anknipst, steht Patti Smith im Wald, ganz allein. Ihr weißes Hemd mit den überlangen Ärmeln blitzt unter dem schwarzen Jacket hervor,wie auf dem Cover von „Horses“. Jesus died for somebody’s sins, but not mine. Himmlische Erscheinung.





Materialübersicht zum Animatograph Odins Parsipark

- Odins Parsipark - Erste Eindrücke von der Premiere am 19. August 2005
- Der Animatograph - Das Programmheft zu Odins Parsipark (PDF)
- Beim Gruppensex mit Stalin - Salzburger Nachrichten vom 01.09.205
- Interview - Christoph Schlingensief im Gespräch mit Gerhard Ahrens
- Der tote Hase und die Bilder - Frankfurter Rundschau vom 22.8.2005
- Die Auferstehung des faulenden Fischs - FAZ vom 22.8.2005
- Vom Baum der Erkenntnis geschnitten - Berliner Zeitung vom 22.8.2005
- Nichts geht verloren - Die Tageszeitung vom 22.8.2005
- Der Zauberwald ist ein Totenacker - Die Welt vom 22.8.2005
- Willkommen im Parsipark - Der Standard vom 31.8.2005
- Wo sich Führer und Hase gute Nacht sagen - SZ vom 23.8.2005 (PDF)
- Alles dreht sich - Der Tagesspiegel vom 21.8.2005
- Götter im märkischen Wald - Sächsische Zeitung vom 22.8.2005
- Friedfertiger Krach - Berliner Morgenpost vom 22.8.2005
- Christophs Götter Geisterbahn - Maerkische Allgemeine vom 22.8.2005
- Unter die Oberfläche schauen - Märkische Oderzeitung vom 18.8.2005
- Odins Parsipark - Erste Bilder von den Dreharbeiten in Neuhardenberg
- Der Animatograph - Skizzen von Meika Dresenkamp & Kathrin Krottenthaler
- Odins Parsipark - Anleitung zum Selbstritual
- Odins Parsipark Pressemitteilung - Alle Informationen zum Parsipark
- Vorabbericht - Der Animatograph Deutschland Edition
- Pressemappe - Auswahl von Bildern in drucktauglicher Größe (ZIP
- Muezzin: Die Feigenbäume - Aus dem Koran (PDF)
- Pressemitteilung der NASA - Die Mondlandung der USA (PDF)
- Parsipark Plakat - Plakat zur Deutschland Edition des Animatographen (PDF)
- Animatographie als demokratische Projektion - von Jörg van der Horst (PDF)
- Stiftung Schloss Neuhardenberg - Offizielle Homepage der Stiftung
- T-B A21 - Homepage der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary

Parsipark Dossier

- Programmheft zum
   Parsipark
(PDF)
- Interview von
   Gerhard Ahrens

- Anleitung zum
   Selbstritual

- Pressemitteilung
- Vorabbericht
- Muezzin: Die
   Feigenbäume
(PDF)
- Pressemitteilung
   der NASA
(PDF)
- Parsipark Plakat (PDF)
- Animatographie als
   demokratische
   Projektion
(PDF)

- Pressemappe:
   hochaufgelöstes
   Bildmaterial
(ZIP)

Bilderstrecken

- Die Premiere
- Dreharbeiten zu
   Odins Parsipark

- Planskizzen

Pressestimmen

- Salzburger Nachr.
- Frankfurter R. (PDF)
- FAZ (PDF)
- Berliner Ztg. (PDF)
- Tageszeitung (PDF)
- Die Welt (PDF)
- Der Standard (DOC)
- Süddeutsche (PDF)
- Tagesspiegel (PDF)
- Sächsische Ztg. (PDF)
- Berliner Mopo (PDF)
- Märkische Allg. (PDF)

- Radiokritik DLF,
   WDR, RBB
(MP3)

Verwandte Projekte

- Animatograph
   Island Edition

- Animatograph
   Afrika Edition


Externe Links

- Stiftung Schloss
   Neuhardenberg

- tba-21 Homepage






 


DER ANIMATOGRAPH – ODINS PARSIPARK
Kampf der Götter – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Deutschland-Edition – »Midgard -> Ragnarök / Götterdämmerung«

Erste ur-animatographische Installation mit sechs Aktionen

Stiftung Schloss Neuhardenberg
19., 20., 21., 26., 27., 28. August 2005


Regie:
Christoph Schlingensief

Bühne: Tobias Buser; Aufbau, Technik: Udo Havekost, Harry Johansson; Kostüme, Fotos: Aino Laberenz; Requisite: Markus M. Thormann; Video: Meika Dresenkamp, Kathrin Krottenthaler; Dramaturgie: Jörg van der Horst; Regieassistenz: Hedwig Pottag; Kostümassistenz: Lisa Kentner; Internet: Jens Gerstenecker; Künstlerische Beratung: Henning Nass; Produktionsleitung: Celina Nicolay

Darsteller:
Björn Thors, Sachiko Hara, Klaus Beyer, Karin Witt, Horst Gelloneck, Maria Baton, Helga von Paczenski, Achim von Paczenski, Andrea Erdin, Jürgen Drenhaus

Und erstmals, als
Wernher von Braun: Markus M. Thormann

Technik: Matthias Warias; Ton: Jens Voigtländer; Video-Technik: Jens Crull; Beleuchter: Hans Wiedemann; Licht: Voxi Baerenklau

Produktion: Kristjan Schmitt; Produzent: Martin Siebert; Technische Leitung:Thomas Schröder; Hospitant: Johannes Maxim Zarnikow; Produktionsfahrerin: Julia Egloff; Betreuer Horst: Rainer Lembke, Björn Drese


Eine Produktion der Stiftung Schloß Neuhardenberg und von Christoph Schlingensief in Zusammenarbeit mit Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Vienna