English Deutsch Argentina
Brasil Chinese Latvijas
Die ungebremste Kreativität 6/6: Christoph Schlingensief
Newslog durchsuchen nach  
Operndorf Afrika (Remdoogo)
Oper
Installation
Theater
Film
Aktion
Hörspiel
Fernsehen
Kolumnen
Atta-Kunst
Aktuelle Termine, Artikel, Kommentare...


Kann es wohl sein, dass die Berlinale, nun im mittlerweile reifen Alter von 60 Jahren einen gewissen Hang zum ernsten Fach, zum erhabenen und gut abgehangenen Großkunstwerk, zur sich auch ins zeitlos metaphysisch-mystische quälenden Hochkultur erkennen lässt?

Kolumne von Jürgen Stratmann

Schon am Freitag wurde ja mit “Metropolis” ein Klassiker von nahezu wagnererskem Überwältigungspotential wieder-erst-aufgeführt, ein Opus nicht nur über die Verderbtheit des modernen Kapitalismus, nein, auch ganz allgemein über Sünde und Schuld und Erlösung - zwar ohne Worte, aber dafür mit großem Orchester.

Wie eine Art Nachschlag klang dann die Ankündigung für heute Abend, quasi als Teil 2 der Reihe “Stumm-Film-Alpträume mit Musik”: Im finsteren Theaterturm des Hebbel-Theaters sollte der gut 100 Jahre alte Monumental-Stummfilm “L’Inferno” laufen, eine uralte Kino-Version von Dante Alighieris Höllentour - allerdings - präsentiert und kommentiert von Christoph Schlingensief. Und der hat nicht viel am Hut mit Klassiker-Verehrung - er fand die verkratzte Antiquität nur ….

“… unglaublich steif, unglaublich theatralisch, unglaublich lang - und unglaublich interessant!”

Nun hat Chrsitoph Schlingensief das Verwüsten von Klassikern nicht erst in Bayreuth gelernt, und seitdem er sein aggressives Lungenkrebsleiden mit der sinistren Sakral-Burleske “Kirche der Angst vor dem Fremden in mir” in Szene gesetzt hat, gilt er als Fachmann für artifizielle Horror-Poesie auf großer Bühne - und er hat auch keine Scheu, dem Dante-Stoff ein bisschen Bunters beizumischen…

“… also, ich sach mal so ungefähr, was so alles sein soll - ‘Apocalypse Now’, ‘Der Exorzist’, ‘Die 1o Gebote’, dann hab ich gedacht: ‘Die lustige Welt der Tiere’, ‘Die Verdammten von Visconti’, dann natürlich Grzimek - ‘Serengeti darf nicht sterben’ - naja, das reicht auch erst mal …”

Das Publikum tobt schon, bevor der Film überhaupt angefangen hat, und Christoph Schlingensief wirkt ein wenig wie eine Art Jaques Cousteau der modernen Höllenfahrt: Er taucht scherzend ab, denn er kennt sich aus in finsteren Tiefen …

“… mit dem Ende beschäftige ich mich immer öfter - und es geht beim Inferno natürlich um das Ende.”

Und apropos Ende - am Ende hat Christoph Schlingensief sein Publikum überzeugt:

“… Na ja, wenn was unterhaltsam ist, dann die Hölle!'’ (Gelächter)

Deutschlandradio Kultur, Fazit, 14.02.2010 · 23:05 Uhr



Schlingensiefs Arbeiten

- Übersicht
- Biographie
- Pressestimmen
- Multimedia
- Merchandise


Newslog durchsuchen




Newslog Archiv

Mai 2013
Februar 2013
Januar 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Dezember 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
September 2009
August 2009
Juli 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
November 2008
Oktober 2008
September 2008
August 2008
Juli 2008
Juni 2008
Mai 2008
April 2008
März 2008
Februar 2008
Januar 2008
Dezember 2007
November 2007
Oktober 2007
September 2007
August 2007
Juli 2007
Juni 2007
Mai 2007
April 2007
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006
August 2006
Juli 2006
Juni 2006
Mai 2006
April 2006
März 2006
Februar 2006
Januar 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005


Newslog Kategorien

Allgemein (25)
Artikel (609)
Audio (43)
English (5)
Fotos (23)
Interviews (75)
Pressemeldungen (51)
Termine (112)
Videos (28)