SCHLINGENSIEF ERHÄLT HELMUT-KÄUTNER-PREIS (EPD)

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Der Film- und Theaterregisseur Christoph Schlingensief ist neuer Träger des Helmut-Käutner-Preises der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf. Nach Angaben von Kulturdezernent Hans-Georg Lohe vom Samstag soll Schlingensief den mit 10.000 Euro dotierten Preis Anfang März kommenden Jahres in Düsseldorf entgegennehmen.

Der an Krebs erkrankte Regisseur, der zurzeit in Zürich für ein neues Stück probt, erklärte auf die Nachricht vom Preis nach Angaben der Stadt: „Das ist ja der Hammer, das gibt mir viel Kraft.“

In der Begründung der Jury heißt es, mit Schlingensief werde eine Persönlichkeit gewürdigt, die sich in mehr als zwei Jahrzehnten für die deutsche Filmkultur eingesetzt habe. Der 49 Jahre alte Preisträger habe von Beginn an alle Möglichkeiten des kreativen Filmemachens genutzt.

Zudem werde mit dem Preis auch das Wirken des Regisseurs über den Bereich Kino hinaus gewürdigt. Schlingensief habe sich stets als ein multimedialer Künstler verstanden, der die Kunstform Film mit anderen Kunstformen wie Theater, Fernsehen, Kunstaktionen, Oper und Installationen ergänzt habe.

Schlingensief, geboren am 24. Oktober 1960 in Oberhausen, drehte 1983 seinen ersten Spielfilm „Tunguska – Die Kisten sind da“. Es folgten seine Deutschlandtrilogie („100 Jahre Adolf Hitler – Die letzte Stunde im Führerbunker“ (1989), „Das deutsche Kettensägenmassaker“ (1990) und „Terror 2000“ (1992). Seine Karriere als Theaterregisseur begann Schlingensief 1993 mit dem Stück „100 Jahre CDU – Spiel ohne Grenzen“ an der Volksbühne Berlin. Er inszenierte unter anderem auch an den Opern-, Schauspiel- und Festspielhäusern in Bayreuth, Hamburg, Manaus, Zürich und Wien.

Quelle: EPD, 29.11.2009